Thomas Förster

Erinnern ist nicht immer angenehm

Auf Vogelsang wird ein Dokumentationszentrum zur Luftkriegsgeschichte eingerichtet
Historiker Dr. Julian Weller hat die Dauerausstellung zur Luftkriegsgeschichte auf Vogelsang kuratiert - ab dem 13. September wird sie zu sehen sein.

Historiker Dr. Julian Weller hat die Dauerausstellung zur Luftkriegsgeschichte auf Vogelsang kuratiert - ab dem 13. September wird sie zu sehen sein.

Bild: Thomas Förster

Vogelsang (Fö). »Es ist ein Stück Heimat, ein Stück Heimatgeschichte, das wir der Nachwelt erklären müssen«. Harry K. Voigtsberger, Ehrenpräsident der NRW-Stiftung, hat schon leichtere Diskussionen geführt. Doch für ihn ist es selbstverständlich, dass die Dauerausstellung »Überreste, Erinnerungen und Erzählungen – Was vom Luftkrieg übrig bleibt« mit rund 190.000 Euro gefördert wird. Auch die LEADER-Region Eifel beteiligt sich an der Umsetzung und fördert das Projekt zur Weiterentwicklung der Vermittlungsformate und Evaluation mit rund 100.000 Euro. Ziel ist es, das gemeinsam mit dem LVR-Institut erarbeitete Vermittlungskonzept in den kommenden zwei Jahren weiterzuentwickeln und die Ausstellung durch einen kontinuierlichen Evaluationsprozess langfristig als hochwertiges Bildungs- und Vermittlungsangebot zu etablieren. Denn diese wird bereits am 13. September eröffnet.

Die Ausstellung beleuchtet den Luftkrieg in der Region rund um Vogelsang IP aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie verbindet historische Forschung mit materiellen Überresten, und der Entwicklung der Erinnerungskultur bis in die Gegenwart. Kurator und Historiker Dr. Julian Weller gab einen ersten Einblick in das, was künftig im Schatten des Eingangstores »Malakoff« zu sehen ist. »Wir wollen keine Militarierszene hier haben, sondern Geschichtsinteressierte - und dazu ist der Kontext zum Täterort, der Vogelsang nun einmal ist, wichtig«, unterstreicht Thomas Kreyes von Vogelsang IP.

Fachlich begleitet wird das Projekt von einer interdisziplinären Steuerungsgruppe unter Leitung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. Ihr gehören Vertreter der AG Luftkriegsgeschichte Rhein/Mosel e.V., von Vogelsang IP, des Museums Zitadelle Jülich, des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Berlin-Gatow sowie des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte an. Die enge Zusammenarbeit von Ehrenamt, Wissenschaft, Museen und Förderinstitutionen besitzt Modellcharakter und bildet die Grundlage für die Entwicklung der Ausstellung.

»Materielle Überreste des Luftkriegs werden multperspektivisch dargestellt«, erklärt Historiker Weller. So wird anhand eines Motors nicht nur erklärt, wer der Pilot war, sondern auch wer hinter der Technik steckt. »Und plötzlich steht da ein Pilot, der noch nach Kriegsende Autogrammkarten unterschrieben hat, weil er den Abschluss überlebt hat, während im Motorenwerk Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter arbeiten mussten«, so Weller. Zugleich werden Erzählungen und Mythen um den Luftkrieg historisch eingeordnet und so eine moderne Erinnerungskultur angestrebt.

www.ag-luftkriegsge

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