

Es riecht nach frischem Holz, aus der Lehrbackstube strömt der Duft von selbst gebackenen Brötchen, in der Straßenbauhalle drehen kleine Bagger ihre Runden und in der Maurerwerkstatt entsteht aus Beton und Kreativität eine Lampe. Im Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) Simmerath herrscht in den Sommerferien reges Treiben – allerdings nicht durch Auszubildende, sondern durch 46 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 13 Jahren. Sie nehmen an den Kinderferienspielen der Handwerkskammer Aachen teil und erleben fünf Tage lang, wie abwechslungsreich und spannend das Handwerk sein kann.
Unter Anleitung erfahrener Ausbildungsmeisterinnen und Ausbildungsmeister sowie mit pädagogischer Begleitung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Gewerke kennenlernen und selbst mit anpacken. Statt nur zuzusehen, entstanden dabei eigene Werkstücke, die die Kinder am Ende mit nach Hause nehmen konnten.
Im Tischlerhandwerk bauten sie individuelle Stühle aus Holz, im Malerhandwerk gestalteten sie ein Spiel mit Farbe und Kreativität. Gemeinsam mit den Maurern fertigten sie Betonlampen an und lernten dabei den Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen kennen. Auch die Lehrbackstube war wieder ein gefragter Anlaufpunkt: Hier stellten die jungen Handwerker unter professioneller Anleitung ihre eigenen Backwaren her.
Ein besonderer Höhepunkt war erneut die große Straßenbauhalle. Dort durften die Kinder selbst Bagger fahren und nach Herzenslust Sand bewegen. Für viele gehörte diese praktische Erfahrung zu den eindrucksvollsten Momenten der Ferienwoche.
Die Kinderferienspiele gibt es bereits seit 2010. Was im Rahmen der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks begann, hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil des Ferienprogramms der Handwerkskammer Aachen entwickelt. In diesem Jahr nutzten rund 100 Kinder und Jugendliche an vier Bildungszentren die Gelegenheit, unterschiedliche Handwerksberufe kennenzulernen und ihre eigenen Talente zu entdecken.
»Die Ferienspiele zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig es ist, Kindern frühzeitig praktische Erfahrungen zu ermöglichen«, sagt Wilhelm Grafen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen. Wer selbst säge, mauere, backe oder gestalte, entdecke häufig Fähigkeiten, die im Schulalltag verborgen blieben. Solche Erfolgserlebnisse könnten Neugier wecken und später bei der Berufsorientierung helfen. Gleichzeitig erlebten die Kinder, wie kreativ, modern und vielseitig das Handwerk sei.
Das BGZ Simmerath bietet dafür ideale Voraussetzungen. Seit 1972 werden dort Auszubildende, Fachkräfte und Meisterschüler qualifiziert. In 32 Werkstätten werden jährlich rund 1.400 Auszubildende in elf Handwerksberufen ausgebildet. Die Ferienspiele zeigen damit eindrucksvoll, dass handwerkliches Arbeiten nicht nur praktische Fähigkeiten vermittelt, sondern auch Begeisterung wecken und vielleicht den Grundstein für den späteren Berufsweg legen kann.



