

»Der Klimawandel schreitet voran, der CO2-Anteil in der Atmosphäre wächst. Warme, trockene Perioden werden zur neuen Normalität, was auch Mittelgebirge wie die Eifel zu gefährdeten Gebieten für Waldbrände werden lässt.« Thomas Kämmerling, Leiter Wald und Holz NRW, wirbt in der Zweifaller Schneise an der Hahner Straße um besonnenes Handeln, wenn man die Wälder betritt, denn über 90 Prozent entstehen durch Unachtsamkeit des Menschen. 90 Brände zerstörten in diesem Sommer etwa 10 Hektar Wald- und Wiesenfläche im Land Nordrhein-Westfalen - 122 Brände auf 35 Hektar sind der Schnitt der letzten sechs Jahre.
Um im Waldbrandfall die Ausbreitung des Feuers zu stoppen und die Feuerwehren bei ihrem Einsatz zu unterstützen, ist nun ein »Fire Fighter« einsatzbereit. Der zweite seiner Art in Nordrhein-Westfalen wurde dem Forstamt Rureifel-Jülicher Börde zugewiesen - die 10.000 Liter fassende Wassereinheit wird auf dem Gelände des Katastrophenschutzzentrums in Simmerath stationiert. Das ist eine Brandbekämpfungseinheit auf einem geländegängigen Spezialfahrzeug, das auf besonders unebenen Flächen im Wald fahren kann und in den Wäldern der Eifel sogar Flammen in bis zu 50 Meter Entfernung zu löschen imstande ist. Gemeinsam mit dem ersten Fire Fighter, der bereits seit drei Jahren im Sauerland im Regionalforstamt Arnsberger Wald stationiert ist, bilden die Fire Fighter weitere wichtige Bausteine, um im Fall der Fälle Waldbrände zu bekämpfen.
Ministerin Silke Gorißen: »Das Risiko für Wald- und Vegetationsbrände ist in den vergangenen Jahren auch in Nordrhein-Westfalen angestiegen. Daher sind eine starke Waldbrandvorbeugung und Waldbrandbekämpfung wichtig, um die Sicherheit von Menschen und Natur zu garantieren. Ich freue mich sehr, dass wir ein weiteres Forstfahrzeug mit 10.000-Liter-Tank und Wasserwerfer für den Einsatz bei Waldbränden vorstellen können. Zugleich sorgt eine reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall zwischen Forstfachleuten und Feuerwehren für den Schutz der Wälder.« Auch hier sei viel Schulung und Aufklärungsarbeit vorgenommen, in der Städteregion Aachen ein ganzes WAldbrandschutzkonzept aufgestellt worden, wie Andreas Dovern, Leiter des Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, sowie Kreisbrandmeister Tom Sprank unterstreichen.
Die Fire Fighter können in ganz Nordrhein-Westfalen seitens der Feuerwehren angefordert werden. Perspektivisch ist auch der grenzüberschreitende Einsatz des Fire Fighters im Aachener »Dreiländereck« vorgesehen. Im Herbst wird es eine groß angelegte Übung mit Fachkräften aus NRW, Belgien und den Niederlanden geben.
Das Land NRW arbeitet gemeinsam mit den Waldbesitzern am Umbau des Waldes – hin zu einem klimastabilen Mischwald mit einem großen Laubbaumanteil. Laubbäume brennen nicht so schnell wie Nadelbäume.
Ob es zu einem Waldbrand kommt, hängt maßgeblich von Witterungseinflüssen wie Hitze, Trockenheit und intensiver Sonneneinstrahlung ab. »Als es 40°C war, hatten wir keinen Waldbrand, weil die Menschen zu Hause geblieben sind«, erklärt Ministerin Gorißen. Entscheidend sei nämlich das Verhalten des Menschen: Die meisten Waldbrände werden durch Unachtsamkeit verursacht. Weggeworfene Zigarettenkippen, Grill- oder Lagerfeuer oder unerlaubt abgestellte Fahrzeuge auf trockener Vegetation können Brände auslösen.
Thomas Kämmerling: »Umso wichtiger ist es, dass wir nicht nur vorbeugen, sondern im Ernstfall auch schnell und effektiv handeln können. Deshalb setzen wir neben einer konsequenten Waldbrandprävention gezielt auf leistungsfähige Technik und eine enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren.



