

Es gehört zur Altstadt wie die Rur und die Fachwerkhäuser: Das Kopfsteinpflaster. Doch Menschen mit Einschränkungen stellt es vor schier unüberwindliche Herausforderungen.
Sabine Hammerschmidt, Angehörige eines Bewohners des Maria-Hilf-Stifts in Monschau, hat einen Bürgerantrag an den Stadtrat gestellt und eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie fordert die Sanierung der Kirchstraße zwischen dem Seniorenzentrum und der Stadtstraße sowie des Durchgangs vom Eselsturm zum Kapellchen an der Schlosskehr.
»Die über 100 Bewohner des Stifts sind größtenteils auf Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühle angewiesen. Die stark beschädigten und löchrigen Pflastersteine auf diesem rund 100 Meter langen Abschnitt machen es ihnen unmöglich, das Haus selbständig zu verlassen und am öffentlichen Leben teilzunehmen« weiß Hammerschmidt. »Kulturelle und religiöse Veranstaltungen in der unmittelbaren Nachbarschaft sind für sie damit nicht erreichbar.« Ihre Lebensqualität sei dadurch sehr eingeschränkt, heißt es auch im Eingangstext zur Unterschriftenliste. Für Angehörige bedeute es eine große Kraftanstrengung, den Rollstuhl auf diesen 100 Metern zu fahren. Gleiches gelte auch für Eltern mit Kinderwagen, deren Ziel der Kindergarten ist.
Daher beantrage man, zwischen der Kirchstraße 24 und der Stadtstraße sowie am Eselsturm die Pflastersteine auf einem Streifen von gut 100 Zentimetern Breite zu begradigen.
Seit der Fertigstellung des Neubaus Haus Anna im Jahr 2008 soll die Stadt eine behindertengerechte Sanierung zugesagt haben, ohne dass diese bisher umgesetzt wurde. "Seit 20 Jahren verspricht die Stadt Monschau dem Maria-Hilf-Stift,
die Pflastersteine in der Kirchstraße abzuschleifen", heißt es im Begleitschreiben zur Unterschriftenaktion. Hammerschmidt kritisiert, dass zuletzt die Stadtstraße saniert wurde und die Laufenstraße folgen soll, der betreffende Abschnitt zum Stift jedoch übergangen werde.
Konkret beantragt sie, auf einem Streifen von etwa 100 Zentimetern Breite die Pflastersteine abzufräsen und den Untergrund zu egalisieren.
"Mit dieser Unterschriftenaktion möchte ich einem Bürgerantrag beim Stadtrat der Stadt Monschau mehr Nachdruck verleihen.
Eines Tages können wir alle vielleicht in die Situation dieser SeniorInnen kommen. Darum bitte ich auch Sie um Ihre Unterschrift", heißt es am Ende des Begleitschreibens.
Unterstützer können die Unterschriftenliste bei der Stadtverwaltung einreichen. Die Listen sind diesem Artkel, hier als Download, angehangen oder liegen unter anderem in der Marien-Apotheke und der Eisdiele »Da Graziella« in Imgenbroich aus.




