

Roetgen. Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) hat ihre Prüfungsergebnisse zur Gemeinde Roetgen im Rechnungsprüfungsausschuss vorgestellt. Das Fazit fällt gemischt aus: Roetgen steht grundsätzlich gut da, muss aber künftig konsequenter haushalten.
Im Betrachtungszeitraum 2017 bis 2023 erzielte Roetgen überwiegend Überschüsse und wies 2023 sogar die höchste Eigenkapitalquote aller vergleichbaren kleinen kreisangehörigen Kommunen bis 10.000 Einwohner auf. Dank starker Selbstfinanzierungskraft musste die Gemeinde bislang keine Liquiditätskredite aufnehmen. Allerdings plant die Verwaltung nun bis einschließlich 2027 mit Jahresdefiziten – bedingt durch Inflation, gestiegene Zinsen und höhere Umlagen. Geplante Investitionen in Gebäude und Infrastruktur erfordern zudem erhebliche neue Kreditaufnahmen. Die gpaNRW mahnt daher zur Haushaltskonsolidierung und empfiehlt, nur realistisch umsetzbare Maßnahmen in den Haushalt aufzunehmen.
In den Bereichen Personal, Organisation und IT bescheinigen die Prüfer der Gemeinde eine sehr gute Aufstellung. Die Digitalisierung schreitet voran: Ein Dokumentenmanagementsystem ist im Aufbau, eine Stabsstelle für Digitalisierung und Prozessmanagement wurde eingerichtet. Handlungsbedarf besteht bei der altersbedingten Personalfluktuation – in den nächsten zehn Jahren ist mit erheblichem Personalwechsel zu rechnen. Die gpaNRW empfiehlt, die interkommunale Zusammenarbeit weiter auszubauen und ein Kompetenzkataster zu erstellen.
Bei der Zahlungsabwicklung schneidet Roetgen insgesamt gut ab, jedoch fällt ein erhöhter Anteil ungeklärter Zahlungseingänge auf. Im Friedhofswesen werden kreative Lösungen für freie Flächen gelobt – etwa insektenfreundliche Areale oder eine Kitanutzung. Der Kostendeckungsgrad liegt mit 70 Prozent im Mittelfeld der Vergleichskommunen.
Bürgermeister Jorma Klauss nahm die Ergebnisse als »Bestätigung und Arbeitsauftrag zugleich« entgegen und betonte den Willen, Roetgen durch klare Prioritätensetzung und Haushaltsdisziplin zukunftsfest zu gestalten.




