

Imgenbroich (Fö). Wenn Skelette aus ihren Gräbern steigen, schaurige Gestalten im Dunkeln lauern und unheimliche Geräusche durch die Nacht hallen, dann sind in Imgenbroich nicht etwa die Geister los – jedenfalls nicht die echten. Vielmehr haben Marcel Kratz und Lina Kratz-Handke wieder ganze Arbeit geleistet und ihr Zuhause in ein Gruselkabinett verwandelt. Seit fünf Jahren begeistert die Familie mit ihrem Halloween-Haus zahlreiche Besucher und lässt sich dafür immer wieder etwas Neues einfallen.
Die Anfänge waren dabei eher bescheiden. Als das Paar vor fünf Jahren zur Wohnungseinweihung einlud, wurde daraus kurzerhand eine Halloween-Party. Ein paar Kreuze, ein Sarg und einige Skelette bildeten die erste schaurige Kulisse.
Doch wer einmal Blut geleckt hat, gibt sich mit ein paar Skeletten nicht mehr zufrieden. Und so wurde aus der anfänglichen Party-Idee im Laufe der Jahre ein immer aufwendigeres Projekt. Neue Figuren, gespenstische Dekorationen und technische Raffinessen kamen hinzu. Inzwischen beschäftigt sich die Familie praktisch das ganze Jahr über mit ihrem Halloween-Haus. Es wird gesammelt, geplant, gebastelt und getüftelt, ehe im Oktober der große Aufbau beginnt.
Besonders Marcel Kratz kann dabei seine beruflichen Fähigkeiten einbringen. Als gelernter Veranstaltungstechniker verfügt er nicht nur über das nötige Fachwissen, sondern auch über entsprechendes Equipment, um die schaurige Szenerie mit Licht und Effekten in Szene zu setzen. So wächst das Halloween-Haus von Jahr zu Jahr und hält immer neue Überraschungen bereit.
Dabei steckt hinter dem ganzen Aufwand vor allem eines: die gemeinsame Begeisterung der Familie für Halloween. Viel Zeit, Kreativität und Herzblut fließen in die Gestaltung der Gruselwelt, die längst weit mehr ist als ein bisschen herbstliche Dekoration.
Und die Mühe lohnt sich. Lina Kratz-Handke berichtet von 150 bis 200 Kindern, die zum Halloween-Fest vorbeikommen, um sich zu gruseln, die verschiedenen Attraktionen zu bestaunen und natürlich auf Süßigkeitenjagd zu gehen. Nicht selten dürften dabei auch die erwachsenen Begleiter ihren Spaß haben. Denn das Halloween-Haus ist längst zu einem Erlebnis für die ganze Familie geworden.
Am Freitag vor Halloween gehört die schaurige Kulisse zunächst Freunden und Bekannten, die gemeinsam mit der Familie feiern. Am eigentlichen Halloween-Abend, Samstag, 31. Oktober, dürfen dann alle Neugierigen das Halloween-Haus unter die Lupe nehmen. Und wer sich traut, kann auf Entdeckungstour durch die gruselige Szenerie gehen.
Stillstand gibt es bei Familie Kratz jedenfalls nicht. In diesem Jahr wird erstmals ein Gästebuch ausgelegt, in dem die Besucher ihre Eindrücke hinterlassen können. Was hat besonders gut gefallen? Welche Attraktion sorgte für den größten Schrecken? Und wo lässt sich vielleicht noch eine Schippe drauflegen? Die Rückmeldungen sollen helfen, das Halloween-Haus im kommenden Jahr noch ein bisschen besser zu machen.
Dabei geht es Marcel Kratz und Lina Kratz-Handke keineswegs darum, aus ihrer Leidenschaft ein Geschäft zu machen. Unterstützung für den großen Aufwand wünschen sie sich nicht. Wer dennoch seine Anerkennung zeigen möchte, darf gerne einen kleinen »Gruselgroschen« hinterlassen. Der kommt dann dem Imgenbroicher Martinsfest zugute.
Allzu lange bleibt die Gruselwelt allerdings nicht bestehen. Schon an Allerheiligen ist der Spuk wieder vorbei. Dann werden Skelette, Särge und all die anderen unheimlichen Gestalten abgebaut und sorgfältig verstaut.
Doch eines ist sicher: Lange Ruhe werden die Geister nicht haben. Denn nach Halloween ist bei Marcel Kratz und Lina Kratz-Handke bekanntlich vor Halloween. Und die nächste schaurige Idee wartet bestimmt schon darauf, umgesetzt zu werden.


