

Rohren (BS). Mit dem Projekt »Gemeinsam Mittagessen« hat das Monschauer Unterstützungs-Team (M.U.T.) in den vergangenen Wochen ein Angebot geschaffen, das offensichtlich einen Nerv trifft. In mehreren Stadtteilen sind die Mittagstische bereits erfolgreich gestartet, auch in Rohren zeigt sich: Die Nachfrage ist groß, die Resonanz durchweg positiv.
Das Prinzip ist einfach – und gerade deshalb so wirkungsvoll: Gemeinsam kochen, gemeinsam essen, gemeinsam Zeit verbringen. 14 Frauen sind dieses Mal dabei. Wer möchte, hilft bei der Vorbereitung, schnippelt Gemüse oder deckt den Tisch. Andere kommen einfach dazu, nehmen Platz und genießen die Gesellschaft. Die Teilnehmerinnen in Rohren sind sich einig: »Wenn so etwas angeboten wird, sollte man es auch annehmen.« Es ist auch jeder willkommen, der nur Gesellschaft sucht und sich über ein gemeinsames Mittagessen freut. »Für mich war sofort klar, dass ich dabei sein möchte, denn ich finde, das ist eine tolle Aktion, um Gemeinschaft zu fördern«, sagt Teilnehmerin Maria Peters. »Es geht nicht nur um eine warme Mahlzeit«, betont Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer. »Wir wollen Menschen zusammenbringen und Orte schaffen, an denen Begegnung ganz selbstverständlich passiert.« Gerade vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft sei es wichtig, niedrigschwellige Angebote zu schaffen, die soziale Teilhabe ermöglichen.
Die Idee für die Mittagstische ist aus Gesprächen mit Bürgern entstanden. Viele ältere Menschen leben allein, sind nicht mehr so mobil oder haben schlicht niemanden, mit dem sie regelmäßig eine Mahlzeit teilen können. Genau hier setzt das Projekt an.
Organisiert wird der Mittagstisch durch ein Zusammenspiel aus Verwaltung und Ehrenamt. Vor Ort engagieren sich Helfer, die das Angebot bekannt machen, einkaufen, kochen und den Ablauf koordinieren. Unterstützt werden sie unter anderem von Ellen Offermann aus dem städtischen Sozialamt sowie von Marie-Theres Maaßen von der Stadt Monschau, die das Projekt mit auf den Weg gebracht haben.
Finanziell ermöglicht wurde der Start durch eine Förderung der StädteRegion Aachen im Rahmen eines Wettbewerbs gegen Einsamkeit im Alter. Der Teilnehmerbeitrag ist bewusst niedrig gehalten, damit möglichst viele Menschen das Angebot nutzen können. Langfristig soll sich das Projekt jedoch selbst tragen.
Auch praktische Hürden werden berücksichtigt: Wer nicht mobil ist, kann einen Fahrdienst in Anspruch nehmen.
Doch der eigentliche Wert des Mittagstisches lässt sich nicht in Zahlen messen. Es sind die Gespräche am Tisch, das Wiedersehen mit Bekannten und Freunden oder das Kennenlernen neuer Gesichter, die das Angebot ausmachen.
»Wenn wir den Anstoß geben und die Dorfgemeinschaft es annimmt, kann daraus langfristig noch viel mehr entstehen«, sagt Bürgermeisterin Carmen Krämer. In Rohren zeigt sich das an diesem Mittag ganz konkret. Der Raum füllt sich, es wird geredet und gelacht. Ein Mittagessen – und nebenbei ein Treffpunkt, der das Dorf zusammenhält.




