Thomas Förster

...wenn der Arzt zum »Postboten« wird

»Wenn wir helfen, dann wird uns gedankt. Aber ohne Euer Blut wären unsere Möglichkeiten eingeschränkt. Und daher möchte ich Euch einfach »Danke« sagen. Eindrücklich schilderte Dr. Christian Blau, wie wichtig es ist, Blutspender zu sein.

Eicherscheid (Fö). »Ist das Eifeler Blut noch Bio, wenn es nicht regional eingesetzt wird? Und schmeckt Opa noch das Schnitzel, wenn ihm von einem Veganer Blut gespendet wird?« Scherzhaft und unterhaltsam spannte Dr. Christian Blau, Chefarzt Innere Medizin und Kardiologie an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, den Bogen zwischen den 150 Vielfach-Blutspendern, die in die Eicherscheider Tenne gekommen waren und dem Alltag im Simmerather Krankenhaus. »Ich danke Euch im Namen der Mutter, bei der während Geburt plötzlich Komplikationen auftraten und die ohne Euer Blut ihr Kind nicht hätte aufwachsen sehen. Ich danke stellvertretend für den Autofahrer, der nach einem unverschuldeten Unfall Blutkonserven brauchte. Und ich danke für die Oma, die Fremdblut braucht, um ihre Enkel betreuen zu dürfen«, so Blau. Dafür erntete er respektvollen und ehrlichen Applaus derer, um die es bei der Feierstunde des DRK-Ortsvereins Monschau geht. Daher sei er nur der Postbote, der den Dank ernte für das Päckchen, dass ihm andere zur Verfügung gestellt haben.

»Sie sind Helden, ohne dass Sie es wissen«, unterstrich auch Bernd Goffart, der Vorsitzender des DRK-Ortsvereins ist. »Drei Prozent der Bevölkerung stellen für alle das Blut zur Verfügung - bei uns sind es mehr und für dieses uneigennützige Engagement danke ich herzlich.« In seinen Dank schloss er die Blutspendebeauftragte Edith Meyer und die Helferteams in den jeweiligen Orten ein, ohne die das Leben retten nicht möglich wäre.

Derweil warb Thomas Herzfeld, Leiter der Spendeorganisation beim DRK-Blutspendedienst West, besonders um junge Blutspender. »Wir müssen den Generationenwechsel schaffen und brauchen vor allem neue Blutspender zwischen 30 und 50 Jahren, die uns dann möglichst lange treu bleiben.

Auszeichnung für 150 Blutspender

In Eicherscheid wurden 62 Menschen aus Stadt Monschau und Gemeinde Simmerath für 25-fachen Aderlass geehrt, 33 Blutspender gaben 50 Mal ihren Lebenssaft. 24 Vielfachblutspender besuchten 75 Mal den DRK-Blutspendetermin im Monschauer Land und 13 Nordeifeler wurden in den Kreis der »100er« aufgenommen. Zehnmal wurde der Dank für 125-fache Blutspende ausgesprochen.

Marlies Huppertz aus Konzen, Hermann-Josef Neuß aus Kalterherberg und Bernhard Rüttgers aus Simmerath gaben ihr Blut bereits 150 Mal, Josef Kirch aus Konzen und Dieter Cremer aus Einruhr gar 175 Mal. »Ich bin mit 18 Jahren zum ersten Mal Blutspenden gegangen und tue es mit 75 Jahren immer noch gerne«, versichert Josef Kirch. Eines von vielen Vorbildern für viele!


UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesen