Studie zu sexualisierter Gewalt erschüttert
Vossenack (Fö). Die Studie des IPP München ermittelte mehr als 100 Betroffene sexualisierter Gewalt seit 1945. Als Tatverdächtige wurden 98 Ordensmänner namentlich identifiziert. In keiner anderen Einrichtung der Franziskaner gab es so viele Vorkommnisse wie am Franziskus-Gymnasium und dem angeschlossenen Internat in Vossenack. Zehn Fälle werden im Abschlussbericht detailliert beschrieben. Der Schwerpunkt liegt in den 1970er Jahren, doch mögliches Fehlverhalten wird bis zur Jahrtausendwende aufgeführt. Bis 2011 hätten sich Ordensverantwortliche in keiner Weise für das Schicksal der Betroffenen interessiert, deckt die Studie auf.
Die Franziskus-Stiftung als derzeitiger Träger von Gymnasium und Internat am Standort Vossenack unterstützt voll und ganz den Aufarbeitungsprozess, den die Deutsche Franziskanerprovinz in Bezug auf sexualisierte Gewalt gestartet hat, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. »Die Franziskus-Stiftung stellt sich selbstkritisch der Diskussion, inwiefern sie selbst Teil der beschriebenen Probleme war. Die IPP-Studie wirft auch die Frage auf, ob Verantwortliche von Internat, Schule und Schulträger in den letzten Jahrzehnten achtsam mit Missbrauchsvorwürfen umgegangen sind. Vieles deutet darauf hin, dass Vertreter der Stiftung ihrer Pflicht im Umgang mit Betroffenen, Angehörigen und anderen Beteiligten nicht ausreichend nachgekommen sind. Frühere Mitarbeiter haben möglicherweise nicht angemessen auf das erlittene Leid reagiert. Das bedauern wir zutiefst«, unterstreicht Geschäftsführer Alexander Fischer.
Offener Austausch in FGV-Aula
Die Studie empfiehlt eine institutionsspezifische Aufarbeitung – insbesondere für das Franziskus-Gymnasium in Vossenack – sowie die Entwicklung einer Erinnerungskultur. »Wir sprechen mit der Schulgemeinschaft und wir suchen den Kontakt mit Betroffenen. Wir überprüfen alle Strukturen und Maßnahmen, mit denen wir heutige und künftige Schülergenerationen vor sexualisierter Gewalt schützen«, so Fischer weiter.
Am Donnerstag, 5. März, wird es um 19 Uhr einen offenen Austausch mit dem Provinzialminister der Deutschen Franziskanerprovinz, Bruder Markus Fuhrmann, mit dem Vorstand der Stiftung, Mitarbeitern, Schulleitung und Lehrerkollegium, Ehemaligen, Schülern sowie Eltern und Erziehungsberechtigten geben. »Auch Pater Peter hat sein Kommen zu gesagt. Es gibt Verunsicherung und Gesprächsbedarf. Den Raum dafür bieten wir«, erklärt Alexander Fischer.
Näheres zur Studie erfahren Sie auf https://www.ipp-muenchen.de/forschungsprojekte/franziskanerprovinz/
Kontakt aufnehmen
Aufgrund der neuen Erkenntnisse sieht sich die Franziskus-Stiftung dazu veranlasst, den Betrieb des Kloster-Kultur-Kellers sofort und bis auf Weiteres ruhen zu lassen.
Haben Sie Fragen, Sorgen oder Anliegen? Wollen Sie Ihre Meinung äußern? Dann sprechen Sie uns als Träger von Schule und Internat an: Alexander Fischer, Geschäftsführer der Franziskus-Stiftung, Tel. 01520 9841812, E-Mail: a.fischer@franziskus-stiftung.de
www.franziskus-stiftung.de

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