

Imgenbroich/Region (Fö). »Menschen mit Robotern so zusammen zu bringen, dass sie davon profitieren, finde ich ein spannendes Feld. Doch noch sind die Möglichkeiten beschränkt«, weiß Kurt Heinen, Geschäftsführer der Heinen Automation GmbH & Co. KG. Das wird er auch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann sagen, wenn er ihm von seinem Projekt zur Kooperation mit kollaborativen Robotern berichten darf.
Inklusion ist kein Nice-to-have, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil. Wie Unternehmen Inklusion strategisch nutzen können, um Fachkräfte zu gewinnen, Mitarbeitende zu binden und zukunftsfähig zu bleiben, steht im Mittelpunkt des 3. Fach- und Arbeitskräftesummits des Region Aachen Zweckverbands. Unter dem Motto »Gamechanger Inklusion – Potenziale erkennen, Unternehmen stärken« ist auch Kurt Heinen am Donnerstag, 26. Februar, in Aachen zu Gast. Sein Unternehmen aus dem Imgenbroicher HIMO verbindet seit 1999 technologisches Know-how mit einem klaren Anspruch: Roboter sollen nicht einfach menschliche Arbeit ersetzen, sondern den Menschen sinnvoll ergänzen und unterstützen.
Dies wurde in einem Projekt mit der Lebenshilfe Aachen getestet. Zunächst wurde die Dokumentation von Prüfstationen digitalisiert. »Viel spannender war aber der Einsatz der Cobots«, erinnert sich Kurt Heinen. Kollaborative Roboter – kurz Cobots – unterscheiden sich grundlegend von klassischen Industrierobotern.
Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) arbeiten Mensch und Roboter »Hand in Hand«, ohne Trennung oder Schutzzaun. Mensch und Roboter können sich dabei in ihren Fähigkeiten gegenseitig ergänzen. Der »Cobot« unterstützte in diesem Fall konkret beim Etikettieren von Glastiegeln.
Das Ergebnis ist ein mobiler Arbeitsplatz, bei dem ein Mensch mit Beeinträchtigung einen Glastiegel in eine 3D-gedruckte Halterung steckt, ihn mithilfe optischer Sensoren ausrichtet und per Knopfdruck den Cobot startet, der anschließend das Etikett präzise aufklebt. Dieser Prozess kann sowohl von Menschen mit einer geringen als auch einer schweren Beeinträchtigung bedient werden. Die Präzision kommt dann vom Roboter. »Leider war das nur ein Förderprojekt, dem bislang kein weiteres folgte«, bedauert Kurt Heinen, der sich bei der Fachtagung nicht nur vom Besuch des NRW-Arbeitsministers neue Kontakte und ein besseres Netzwerk erhofft, um technische Exzellenz mit sozialer Verantwortung zu verbinden: Denn die »Cobots« aus dem Hause Heinen Automation zeigen, dass intelligente Automation den Menschen in den Mittelpunkt stellen kann, statt ihn zu verdrängen.




