Michael Nielen

Wenn die Narzissen blühen, sind Guides gefragt

Nordeifel. Der Naturpark Nordeifel bildet im kommenden Jahr neue NarzissenGuides aus. Gesucht werden naturbegeisterte Menschen, die Besuchern die einzigartige Landschaft und ihre Besonderheiten näherbringen möchten.
Wenn im Frühjahr Millionen Wildnarzissen blühen, leuchten die Wiesentäler rund um Monschau und Hellenthal. Wer Gäste durch dieses Naturschauspiel führen möchte, kann sich jetzt bewerben.

Wenn im Frühjahr Millionen Wildnarzissen blühen, leuchten die Wiesentäler rund um Monschau und Hellenthal. Wer Gäste durch dieses Naturschauspiel führen möchte, kann sich jetzt bewerben.

Bild: Foto: Michael Nielen

Es gibt Orte, an denen der Frühling nicht leise kommt, sondern gelb. Mitte April bis Anfang Mai verwandeln Millionen wilder Narzissen die Wiesentäler rund um Monschau und Hellenthal in einen leuchtenden Teppich. Besonders eindrucksvoll ist dieses Schauspiel im oberen Oleftal bei Hollerath sowie im Perlen- und Fuhrtsbachtal bei Monschau zu erleben.

Damit die Besucher nicht nur die Blütenpracht bewundern, sondern auch etwas über die Besonderheiten dieser Landschaft erfahren, sind seit rund 30 Jahren ausgebildete NarzissenGuides unterwegs. Sie begleiten kleine Gruppen auf drei- bis vierstündigen Wanderungen und vermitteln dabei Wissenswertes über die Natur, die Geschichte und den Schutz dieser einzigartigen Lebensräume.

Und diese Naturführer sind gefragt. Die Nachfrage nach den geführten Wanderungen ist hoch. Deshalb möchte der Naturpark Nordeifel gemeinsam mit dem Naturschutz-Bildungshaus Eifel-Ardennen-Region (NABEAR), erfahrenen NarzissenGuides und der Nationalparkverwaltung Eifel weitere Naturbegeisterte für diese Aufgabe gewinnen.

Denn die wild wachsende Gelbe Narzisse ist keineswegs selbstverständlich. In Nordrhein-Westfalen kommt sie nur noch in den Wiesentälern rund um Monschau und Hellenthal in größeren Beständen vor. Dass dort heute wieder Millionen Blüten zu bewundern sind, ist auch das Ergebnis umfangreicher Naturschutzmaßnahmen.

Viele der ursprünglichen Wiesen waren im vergangenen Jahrhundert mit Fichten aufgeforstet worden. Erst durch die Wiederherstellung der offenen Wiesentäler konnten sich die Narzissenbestände wieder ausbreiten. Auch die NRW-Stiftung hat durch den Erwerb und die Renaturierung von Flächen wesentlich zum Erhalt dieser besonderen Kulturlandschaft beigetragen.

Mehr als nur Narzissen

Wer selbst Guide werden möchte, muss wieder die Schulbank drücken, wenn auch eine recht abwechslungsreiche. Die Ausbildung umfasst drei Wochenenden zwischen April und Juli des kommenden Jahres. Sie findet in Vogelsang und bei Exkursionen in der Region statt, ergänzt durch Selbststudium.

Los geht es am Samstag, 10. April, und Sonntag, 11. April, mit der Gelben Narzisse, dem Lebensraum Bach und der Flussperlmuschel, dazu gibt es Exkursionen nach Hellenthal und Kalborn. Am Samstag, 5. Juni, und Sonntag, 6. Juni, stehen die Berg-Mähwiesen mit einer Exkursion nach Höfen sowie Biber, Wolf und ihre Wirkung auf die Landschaft auf dem Programm. Den Abschluss bilden am Samstag, 3. Juli, und Sonntag, 4. Juli, die Präsentationen der angehenden Guides sowie Informationen zu Organisation und Vermarktung von Führungen.

Auf dem Stundenplan stehen außerdem die Landschaftsgeschichte der Region, die Folgen des Fichtenrückgangs und der Schutz sensibler Lebensräume. Bei praktischen Übungen lernen die Teilnehmer, wie man eine Gruppe führt, ohne sie zu verlieren. Zum Abschluss präsentiert jeder eine eigene Narzissenführung.

Wer die Ausbildung besteht, steht nicht allein da. Die neuen Guides kommen in ein erfahrenes Netzwerk. Der Naturpark kümmert sich um Koordination und Vermarktung der Führungen und vergibt den Zugang zum Buchungssystem. Hinzu kommen regelmäßige Fortbildungen, eine Aufwandsentschädigung, die Versicherung der Führungen und Erkennungszeichen für die Guides.

Gesucht werden Menschen, die für die Narzissen und die Eifeler Natur brennen und andere damit anstecken können. Mindestens drei bis vier Führungen im Jahr sollten es sein. Erfahrung als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer ist von Vorteil, ebenso ein Wohnort im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Monschau und Hellenthal.

Das Beste zum Schluss: Die Teilnahmegebühren übernimmt der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Die Teilnehmer zahlen nur Fahrtkosten und Verpflegung bei den Exkursionen.

Wer mitmachen möchte, schickt bis Montag, 16. November, eine kurze Beschreibung der eigenen Motivation per E-Mail an info@naturpark-eifel.de. Die Rückmeldung folgt bis Mittwoch, 16. Dezember. Weitere Informationen gibt es auch online auf der Homepage www.naturpark-eifel.de unter Aktuelles.

Mit der neuen Ausbildungsrunde möchte der Naturpark Nordeifel nicht nur die beliebten Wanderangebote langfristig sichern, sondern auch dazu beitragen, dass die einzigartige Narzissenlandschaft erhalten bleibt.