

Woffelsbach (Fö). »Wenn junge Menschen, die bislang kaum mit Wasser in Berührung gekommen und motorisch eingeschränkt sind, sich an das StandUp-Paddling trauen oder eine Talentshow voller Begeisterung stattfindet, in der jeder so angenommen wird, wie er ist, dann haben wir viel erreicht«, freuen sich die Campleiter Olivia Düren und Lavanya Dammers. Bereits zum sechsten Mal sind sie dabei und tragen Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen, teils mit und ohne Handicap sowie unterschiedlicher sozialer Herkunft.
»Wenn aus Einzelkämpfern Teamplayer werden und wir junge Menschen vom vermeintlichen Rand der Gesellschaft in deren Mitte bringen, dann haben wir eine große Menge erreicht. Davon habe ich schon geträumt, als noch niemand wusste, was Inklusion und Integration sind«, strahlt Uschi Brammertz, Geschäftsführerin des veranstaltenden Verein zur Förderung von Integrativen Jugendcamps e.V., zugleich Initiatorin und Triebfeder der Camps.
Geschlafen wird in vereinseigenen Zelten des Fördervereins auf dem Gelände der RWTH Aachen und beim Küchendienst in der »Kleinen Kombüse« packen alle reihum mit an. Das Erlernen von Knotentechniken hat ebenso wenig gefehlt wie reichhaltige Spiel-, Sport- und Bastelangebote durch Trainer, Übungsleiter und Sozialpädagogen. Auch Rettungsübungen mit der DLRG gehören zum Camp-Programm, schließlich will man sich sicher fühlen auf dem Wasser. »So mancher kommt hier erstmals mit einem Naturgewässer in Berührung, verdeutlicht Hans Georg Suchotzki, Vorsitzender des veranstaltenden Fördervereins.
»Die integrativen Jugendcamps, derer drei in der Gemeinde Simmerath stattfinden dürfen, schaffen Räume der Begegnung, fördern Verständnis füreinander und zeigen, wie bereichernd Vielfalt sein kann«, unterstreicht Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart. Zusammenarbeit, Toleranz und Solidarität werden aktiv gelebt - mit einer Selbstverständlichkeitn, die für den weiteren Lebensweg nachhaltig wirkt.
»Hier werden die Werte des Sports gelebt«, unterstreicht Stefan Klett, Präsident des Landessportbundes NRW. »Junge Menschen in Vielfalt und über Grenzen hinweg friedlich zusammenzubringen: Dieses Anliegen ist aktueller denn je.« Als »Olympiade im Kleinen« bezeichnete er das Treiben am Rursee und nutzte die Anwesenheit zahlreicher Prominente um dafür zu werben, Olympische und Paralympische Spiele in die Region zu holen.
Wenn man durch das Rund der anwesenden Bürgermeister, Vertretern von Landesministerium und Landessportbund, dann mag man den Ausführungen des Regierungspräsidenten, Gregor Lange, Glauben schenken: »Sport bricht Barrieren, die im normalen Alltag manchmal unüberwindbar scheinen.«
Und in den Herbstferien gibt es die nächste Gelegenheit, daran zu arbeiten, beim Zirkus-Camp auf dem Gelände der Sekundarschule Nordeifel in Simmerath.


