Thomas Förster

Wildtiere werden vor dem Tod bewahrt

Früher als üblich ist es wieder unterwegs, um dem Jungwild den Tod im Mähwerk zu ersparen: Das Drohnenteam der Kreisjägerschaft Aachen-Süd.

Nordeifel (Fö). »Wir können uns vor Anfragen kaum retten. Das ist zwar eine Menge Arbeit, zeigt aber auch, dass die Landwirte sensibilisiert sind und ihnen sehr daran gelegen ist, dass kein Jungwild ins Mähwerk gerät«, erklärt Dominik Puhl. Er seit rund zehn Jahren als Jäger tätig und hat bereits 2020 mit dem zuständigen Jagdpächter eine Drohne für den Bereich Kesternich/Strauch/Steckenborn beschafft. Mittlerweile hat auch die Kreisjägerschaft Aachen Stadt und Land e.V. fünf fliegende Wärmebildkameras gekauft, wovon eine in der Nordeifel eingesetzt wird. »Die Drohne hält etwa 45 Minuten – in dieser Zeit kann ich rund 40 Hektar abfliegen, wenn wir kein Rehkitz aufspähen, dass es genau zu orten und einzufangen gilt«, weiß Puhl.

Bei Gefahr flüchten die Jungtiere nämlich nicht aus dem Feld, sondern geben ihrem natürlichen »Duckreflex« nach und verharren auf der Stelle. Landwirte und Jäger in der Region setzen daher verstärkt gemeinsam auf verschiedene Wege, das Risiko für die Tiere zu minimieren. Neben klassischen Methoden, wie dem fußläufigen Absuchen der Wiesen, oder Vergrämungsmethoden durch Duftstoffe, Scheuchen oder akustische oder visuelle Signale, kommt zunehmend auch moderne Drohnentechnik mit Wärmebildkameras zum Einsatz. 65 Hektar können pro Runde abgeflogen werden. Mobile Ladestationen machen ein längeres Abfliegen möglich.

In diesen Tagen, wo der erste Schnitt des Jahres ansteht, ist Dominik Puhl im täglichen Austausch mit den Landwirten. Diese versehen die Freiflächen mit Flatterband, um das Reh fern zu halten. Mittlerweile beginnt der Kontakt zum Landwirt bis zu einer Woche vor dem eigentlichen Mähtermin. Vorteil ist die bessere Disposition und Koordination der Touren und der Planung der Läuferteams »Am Wochenende haben wir die ersten Kitze in der Städteregion aufgespürt Denn nur das Abfliegen unmittelbar vor dem Mähen gibt Gewissheit«, unterstreicht Puhl.

Jägertag am Rursee

Vieles von der Arbeit der Jäger geschieht im Verborgenen, zu früher oder später Stunde. Daher nutzt die Kreisjägerschaft stets das Volksfest »Rursee in Flammen«, um auf seine Arbeit aufmerksam zu machen.
Dieser findet am Sonntag, 26. Juli, ab 11.15 Uhr auf der Festwiese »Im Sief« in Rurberg statt. Das Programm findet man auf www.aachen.ljv-aachen.de

Weitere Infos und Kontakt zum »Drohnenteam zur Jungwildrettung« gibt es auf https://aachen.ljv-nrw.de/drohnenteam/