

Roetgen (der). Der „Wochenspiegel“ sprach mit HeuGeVe-Geschäftsführer Rolf Wilden über die „Teppich-Geschichte“ und wollte genauer wissen, was es mit dem schönen Wandbehang der Aachener Familie Albert Lauscher auf sich hat. Wilden klärt auf: Dieses Kunstwerk sei am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Näherin Hedwig Maria Lauscher in Roetgen, im „Sebald-Haus“, entstanden. Er verdeutliche symbolhaft die Entstehung eines Gewandes. Die Motive mit vielen aufgestickten Perlen und Pailletten zeigen figürliche Darstellungen.
Hedwig Maria Lauscher („Fräulein Lauscher“ genannt), so Rolf Wilden weiter, habe in ihrem Näh-Atelier „Made in Roetgen“ hergestellt. Ihre Mode sei seinerzeit weit über die Grenzen Roetgens hinaus bekannt gewesen, wurde auf Modenschauen präsentiert. „Fräulein Lauscher“ stellte außerdem auch Teppich her. Einer davon habe in der „Neuen Welt“ ein bleibendes Andenken hinterlassen, der Teppich (mit Märchenmotiven) sei nach Amerika gegangen. „Den kann man heute in einem Museum bewundern“, heißt es dazu von Wilden. Die Wandbehänge wurden mit ihren gestickten Initialien „HEMALA“ signiert. Das „Fräulein Lauscher“ sei eine „Näherin erster Güte“ gewesen.
Der HeuGeVe sei von einigen direkten Nachfahren der Familie Lauscher gefragt worden, ob der Verein sich um den Nachlass der Hedwig Maria Lauscher kümmern wolle. „Das haben wir bejaht und auch versprochen“, sagt Wilden. Rasch aber sei dann zutage getreten, dass der Wandbehang sich in einem sehr schlechten Zustand befindet und ohne besondere Maßnahmen die Zeiten nicht überstehen werde. Es wurden „Fachleute“ kontaktiert, eine Expertise und ein Angebot angefordert und eingeholt. Der Kostenvoranschlag für die Konservierung des Teppichs belaufe sich auf rund 8 000 Euro.
Was reizt den HeuGeVe an diesem Roetgener Wandbehang? „Es ist ein einmaliges Zeugnis von Roetgener Handwerkskunst und eine schöne Erinnerung an das Weberdorf Roetgen“, so die Antwort des Geschäftsführers. Er weiß, dass es auch andere Personen im HeuGeVe und in der weiteren Familie Lauscher gebe, die Interesse bekunden.
Der HeuGeVe aber habe die „besseren Karten“, heißt es weiter, und er habe auch konkrete Pläne, was mit dem „Lauscher-Teppich“ fürderhin passieren soll. „Wir wollen ihn in unserem entstehenden 'Bürgerhaus', der 'Alten Weberei', ausstellen und präsentieren“, sagt Rolf Wilden stolz. Er soll nicht an der Wand aufgehangen werden, sondern auf einem Tisch in einer Glasvitrine für Bewunderung sorgen.
Im Vordergrund steht erst einmal die Stabilisierung der Finanzierung. Man verfüge bisher über Förderzusagen von rund 2 000 Euro (1 000 Euro aus der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen). „Es fehlen uns noch etwa 5 000 Euro“, fügt Rolf Wilden hinzu. Und er gibt sich optimistisch: „Wir schaffen das. Mit unserem Bürgerhaus und auch mit dem Wandteppich“, ist nicht zu überhören.
Jetzt setzt man beim HeuGeVe auf den Wettbewerb der STAWAG. Daran nehmen auch weitere Vereine und Einrichtungen aus der Städteregion teil (Kreisjugendschaft Aachen Stadt und Land; Grenzlandjugend Roetgen; „Eifelkinder“ Simmerath; SV Nordeifel 2012; Löschgruppe Konzen).
Bei der Stawag (https://stawag-fuer-uns.de/projekte/6a01e6c44c14a7a1f7399399) kann auf der Website abgestimmt werden. Die Abstimmungsphase beginnt am 16. Juni, 10 Uhr. Ende 7. Juli, 12 Uhr. Die 12 Projekte mit den meisten Stimmen erhalten eine Förderung zwischen 500 und 2 500 Euro. Die Jury vergibt weitere 3 000 Euro an besonders beeindruckende Projekt.
Rolf Wilden und der gesamte HeuGeVe hoffen nun, dass zahlreiche Roetgener (und Eifeler) sich an der Abstimmung beteiligen werden. Dann sei der alte Wandbehang finanziell endlich in „trockenen Tüchern.“ Näheres zum Teppich und der Finanzierung auch per E-Mail unter: rolf.wilden@gmx.de



