Michael Nielen

Als der Motorsport noch die Burg umrundete

Nideggen. Lange bevor der Nürburgring zum Inbegriff des Motorsports in der Eifel wurde, donnerten die Rennwagen durch Nideggen, Heimbach und die umliegende Eifellandschaft.
Eintauchen in die Welt der Eifelrennen vor 100 Jahren. Bis zum 23. August dreht sich im Burgenmuseum Nideggen alles um den Motorsport.

Eintauchen in die Welt der Eifelrennen vor 100 Jahren. Bis zum 23. August dreht sich im Burgenmuseum Nideggen alles um den Motorsport.

Bild: Kreis Düren

An diese faszinierende Frühgeschichte erinnert jetzt die Ausstellung »Die historischen Eifelrennen ab 1922 – Ursprung einer Motorsportlegende«, die im Burgenmuseum Nideggen feierlich eröffnet wurde. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, in eine Epoche einzutauchen, die den Ruf der Region weit über ihre Grenzen hinaus begründete.

Im Mittelpunkt der Schau steht der Dürener Gustav Münz, dessen historischer Sieg sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Seine Urenkel waren ebenso zur Eröffnung gekommen wie die Nachfahren seines damaligen Konkurrenten Robert Felten – und kamen mit den Besuchern ins Gespräch. Neben dieser lebendigen Erinnerung sind auch spannende Originalexponate zu sehen: Pokale, historische Fotos und Siegermedaillen geben einen authentischen Einblick in den frühen Rennsport.

Georg Becker, der den Sieger-Ford von Gustav Münz aus dem Jahr 1926 nachgebaut hat, gab dem Publikum einen anschaulichen Einblick in das Rennleben von vor 100 Jahren. Damit wurde die Vergangenheit bei der Eröffnung geradezu greifbar.

Landrat Dr. Ralf Nolten betonte die Bedeutung der Burg Nideggen als Anziehungspunkt und dankte allen Beteiligten – darunter Museumsleiterin Luzia Schlösser, dem MSC Burgring Nideggen/Eifel und dem Förderverein des Burgenmuseums. »Hinter diesen Ausstellungen steckten viele Stunden Arbeit und Herzblut. Sie gehören in die Burg Nideggen, dem ›guten Haus des Kreises Düren‹. Hier zeigt sich das Gesicht und die vielfältige Geschichte unserer schönen Heimat«, so Nolten.

Auch der erste stellvertretende Bürgermeister Nideggens, Hubert Müller, hob den touristischen Wert der historischen Rennen hervor. Noch heute werden die Strecken rund um die Burg mit historischen Fahrzeugen abgefahren und begeistern Gäste aus nah und fern. Museumsleiterin Luzia Schlösser sieht in der Ausstellung ein Symbol für das Bewahren von Geschichte bei gleichzeitigem Blick nach vorne.

Ralf Heidbüchel, Vorsitzender des MSC Burgring Nideggen/Eifel, machte deutlich, warum das Thema so wichtig ist: »Wir glauben, die Renngeschichte muss erzählt werden und wir wollen zeigen, was der Kreis und die Burg Nideggen international bedeutet haben. Das Eifelrennen zählte weltweit zu den bedeutendsten.«

Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis Sonntag, 23. August, im Burgenmuseum Nideggen, Kirchgasse 10, zu sehen. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.