Thomas Förster

Zu Fuß über die Pyrenäen

Zwei Paare aus der Eifel meistern eines der härtesten Rennen Europas
Holger Lapp sowie Kevin und Bianca Hartmann haben eines der härtesten Rennen Europas gemeistert.

Holger Lapp sowie Kevin und Bianca Hartmann haben eines der härtesten Rennen Europas gemeistert.

Bild: Eric Patricio

Nordeifel. Acht Tage durch die Pyrenäen, täglich bergauf und bergab, über Geröll, Waldwege und Bergpässe: Für Holger Lapp aus Konzen, Kevin Hartmann aus Paustenbach und dessen Frau Bianca war der Pyrenees Stage Run (PSR) der Höhepunkt monatelanger Vorbereitung. Und das Eifeler Trio war erfolgreich: Bianca Hartmann belegte mit ihrem Team den dritten Platz bei den Frauen, Lapp und Kevin Hartmann liefen als Männer-Duo auf Rang elf.

Der PSR zählt zu den anspruchsvollsten Etappenrennen im europäischen Trailrunning. Auf acht Etappen mussten insgesamt 230 Kilometer und rund 16.000 Höhenmeter bewältigt werden. Die Strecke der zehnten Ausgabe führte von Ribes de Freser bis nach Salardú durch fünf Naturparks der spanischen Pyrenäen. Die Tagesetappen waren zwischen 20 und 40 Kilometer lang und warteten mit jeweils 1.600 bis 2.400 Höhenmetern auf.

Höchster Punkt war der 2.911 Meter hohe Puigmal. Hinzu kamen besondere Herausforderungen: Eine Etappe musste allein mithilfe eines GPS-Geräts bewältigt werden, bei einem Bergsprint ging es auf neun Kilometern satte 1.400 Höhenmeter nach oben.

Gestartet wird beim PSR ausschließlich in Teams zu zweit oder zu dritt. Das dient vor allem der Sicherheit im hochalpinen Gelände. Gleichzeitig ist Teamarbeit gefragt. »Nicht jeder ist an jedem Tag gleich stark unterwegs. Genau da fängt man sich gegenseitig auf«, erklärt Holger Lapp.

Die Idee zur Teilnahme ging auf Kevin und Bianca Hartmann zurück, die das Rennen bereits zwei Jahre zuvor gemeinsam bestritten hatten. Lapp und Kevin Hartmann bereiteten sich wegen unterschiedlicher Terminkalender größtenteils getrennt vor. Im Rennen harmonierte das Duo dennoch gut. Kleinere Rückschläge blieben nicht aus: Lapp hatte zunächst mit Magenproblemen zu kämpfen, Hartmann reagierte kurzzeitig allergisch auf einen Insektenstich. Beide konnten das Rennen jedoch ohne größere Probleme fortsetzen.

Am Ende belegten sie in einem stark besetzten internationalen Männerfeld Rang elf. Noch weiter nach vorne schaffte es Bianca Hartmann mit ihrem Frauenteam. Trotz einer schmerzhaften Blase am Fuß auf den letzten Etappen kämpfte sie sich bis ins Ziel und durfte sich über den dritten Platz in der Gesamtwertung freuen.

Neben der sportlichen Herausforderung beeindruckte die drei Eifeler vor allem die Atmosphäre. Rund 50 Helfer kümmerten sich entlang der Strecke um Verpflegung und Organisation und feuerten die Läufer an. Teilnehmer aus den USA, Australien und vielen europäischen Ländern machten das Rennen zudem zu einem internationalen Gemeinschaftserlebnis. Für Lapp und die Hartmanns überwogen im Ziel Erleichterung und Stolz, die außergewöhnliche Herausforderung in den Pyrenäen gemeistert zu haben.