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Starkes Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung

Viel Zuspruch und Zustimmung erhielten Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Sophie-Sondhelm und des Lina-Hilger-Gymnasiums heute an ihrem Infostand für die von ihnen initiierten Stolperstein-Projekte.
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Brachten Stolperstein-Projekte in Bad Kreuznach auf den Weg: Schülerinnen und Schüler der IGS Sophie-Sondhelm und des Lina-Hilger-Gymnasiums.

Brachten Stolperstein-Projekte in Bad Kreuznach auf den Weg: Schülerinnen und Schüler der IGS Sophie-Sondhelm und des Lina-Hilger-Gymnasiums.

Die Integrierte Gesamtschule Sophie Sondhelm und das Lina-Hilger-Gymnasium haben sich als „Schulen ohne Rassismus und mit Courage“ für die Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt eingesetzt. Über die „Stolperstein-Projekte“ informierten beide Schulen heute auf dem Kornmarkt. Die Schulen wurden dabei von Hansjörg Rehbein (Stadtverwaltung) unterstützt, der für den Infostand Pavillon, Tische und Stellwände organisiert hatte.  Über ihre Motive, sich für die Aktion „Stolpersteine“ zu engagieren, werden Schülerinnen und Schüler auch bei der Gedenkveranstaltung an die Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz am Montag, 27. Januar, 16.30 Uhr, am Mahnmal in der Kirschsteinanlage sprechen.

Stolperstein-Verlegung am Mittwoch, 5. Februar, in Bad Kreuznach

Alle Flyer zur Stolpersteinverlegung am Mittwoch, 5. Februar, vor den Häusern in der Hochstraße 38 und in der Römerstraße 2, waren bis 12 Uhr verteilt. Auch die Lehrerinnen und Lehrer Tina Engelberger und Josef Schall (beide IGS) sowie Cristina Craiovan und Ulrich Eymann (beide Lina-Hilger-Gymnasium) waren mit dem Ergebnis der Aktion sehr zufrieden. Die anfängliche Scheu der Schüler, auf Passanten zuzugehen, ging schnell verloren. Und so wurde so manches Gepräch mit älteren Bürgern über deren Erfahrungen in den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland geführt.  “Wir möchten damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen”, hatten Celina Neurohr, Lawrencia Apau Adu und Nina Reis (Klasse 10b der IGS) in ihren Flyer geschrieben. Deren Projekt “Stolpersteine” gilt der Familie Baruch, die in der Hochstraße 38. wohnte. Hermann und Julius Baruch waren als Ringer und Gewichtheber sehr erfolgreiche und gefeierte Sportler der Stadt. Sie wurden wie die Mutter Karoline und die Schwestern Emma und Johanna von den Nationalsozialisten ermordet. Zeitungsberichte über das Schicksal der Familie und ein Plakat mit den großen Erfolgen der Gebrüder Baruch hingen an Stellwänden. Den ganzen Stammbaum der Familie Oppenheimer hatten die Schülerinnen und Schüler des Lina-Hilger-Gymnasiums aufgezeichnet und außerdem noch einen Flyer zu ihrer Stolpersteinaktion erstellt. Auguste Oppenheimer, auch liebevoll „Tante Gustchen“ genannt, lebte in der Römerstraße 2, bis sie am 27. Juli 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Knapp zwei Monate später wurde die 79 Jahre alte Frau am 22. September getötet.

Stolpersteine gibt es in ganz Europa

Seit 1992 setzt Gunter Demnig mit seinen Stolpersteinen in ganz Europa ? allein in Deutschland bislang in 1265 Kommunen ? ein Mahnmal gegen das Vergessen. Es sind Messingtafeln mit Namen, Geburts,- und  Deportationsdaten)  die in den Bürgersteig vor den Häusern verlegt werden, in der einst Opfer des Nationalsozialisten wohnten. Die ersten Stolpersteine wird es nun auch in Bad Kreuznach geben.