Aufbäumen gegen die Krise

781 Arbeitslose bedeuten eine Quote von 3,9 Prozent

Altkreis Monschau. »Der Arbeitsmarkt entspannt sich trotz der epidemischen Lage. Zum Jahresende gab es 11 Prozent Arbeitslose weniger als noch Ende 2020.« Ulrich Käser, Leiter der Agentur für Arbeit Aachen-Düren ist zufrieden.

»Auch im letzten Monat des Jahres reduziert sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Aachen-Düren und fällt auf 37.155, weniger Menschen waren zuletzt im Dezember 2019 arbeitslos gemeldet«, weiß Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Arbeitslosenquote reduziert sich ebenfalls und liegt nun bei 6,3 Prozent. »Die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen ist seit Jahresbeginn kontinuierlich gesunken und liegt derzeit auf Vorkrisenniveau. Allerdings erreichen wir noch nicht die Werte der Jahre 2018 und 2019.«  Aktuell betreut man im Bereich der Arbeitslosenversicherung rund 11.000 Kunden, das ist die geringste Arbeitslosenzahl in einem Dezember seit 2016.

Zum Jahresende steigt auch die Arbeitskräftenachfrage wieder an. Arbeitgeber meldeten 2.152 neue Stellenangebote, rund 160 mehr als im November. »Sehr genau beobachten wir die Entwicklung der Anzeigen auf Kurzarbeit«, so Käser. Erste hochgerechnete Daten für Dezember zeigen, dass wegen der erneuten Einschränkungen für die Wirtschaft wieder mehr Unternehmen Kurzarbeit angezeigt haben. »Wir bereiten uns deshalb wieder darauf vor, die Kollegen in der Antragsbearbeitung, zu unterstützen«, ergänzt Ulrich Käser.
Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit reduziert sich die Arbeitslosigkeit um 239 Personen zum Vormonat, 10.978 Menschen werden aktuell durch die Arbeitsagentur betreut. Die Jobcenter (Grundsicherung) der Region betreuen 26.177 Kunden, das sind 147 Personen weniger im Vergleich zum Vormonat.
Sorgen bereiten Ulrich Käser die Langzeitarbeitslosen, deren Anteil um über 20 Prozent auf 18000 Menschen stieg. Gegenüber 2019 ist das gar ein Plus von 32 Prozent.

Kurzarbeit habe den Schritt in die Arbeitslosigkeit deutlich abgefedert. 25.250 Personen aus 1400 Betrieben haben 2021 Kurzarbeitergeld bezogen - der Schwerpunkt lag da auf dem Jahresbeginn, aber die Anzeigen zogen zum Jahresende wieder an. An die dramatischen Zahlen des Jahres 2020 kommt das jedoch nicht heran - damals wurden 125690 Menschen in fast 12000 Betrieben mit Kurzarbeitergeld gefördert.

Selbstständige in Grundsicherung

Den Fokus auf gebeutelte Selbstständige legt Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters in der Städteregion Aachen. Über 1000 Unternehmer - gerade aus den Branchen Handel, Gastgewerbe und personenbezogene Dienstleistungen - mussten Grundsicherung beziehen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dies sei nicht nur eine Folge der Corona-Pandemie, sondern gerade auch der verheerenden Flutkatastrophe.

Mittels digitalem Antragsverfahren und Jobcenter-App habe man den Service für die Kunden weiter verbessern können.

Arbeitslosigkeit in der Nordeifel

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk Monschau der Bundesagentur für Arbeit von November auf Dezember um sieben auf 781 Personen gestiegen. Das waren 70 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 3,9%; vor einem Jahr belief sie sich auf 4,2%. Dabei meldeten sich 129 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 14 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 120 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+6).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1.517 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 95 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 1.573 Abmeldungen von Arbeitslosen (+194). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 30 Stellen auf 450 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 139 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 86 neue Arbeitsstellen, 31 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 826 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 198.

Arbeitsmarkt stärken in 2022

Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen
Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitslosen, um dem Anstieg des Fachkräftebedarfs entgegen zu wirken
Aktive Arbeitsmarktpolitik weiterhin auf hohem Niveau: für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen stehen in beiden Rechtskreisen insgesamt ca. 156 Mio. Euro sowie 48 Mio. Euro für den Bereich Reha und Maßnahmen für Jugendliche zur Verfügung
Beschäftigungsabbau und Digitalisierung der Arbeitswelt schreiten weiter voran
Strukturwandel im Rheinischen Revier

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AOK zieht sich aus Cochem zurück

Cochem. Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber dem Cochemer WochenSpiegel. Ausschlaggebend für die Überlegungen waren demnach auch die Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Jan Rößler: »Die Beratung am Standort Cochem endete am 16. März 2020 aufgrund der eingetretenen Corona-Pandemie. Aufgrund des geänderten, generellen Kundenverhaltens schon weit vor der Pandemie, eben in Richtung digitaler und telefonischer Kontaktkanäle, wird die Beratung in Cochem, als kleinerer Standort, nicht wieder aufgenommen.« Die Beratung der Mitglieder der AOK soll nun unter anderem durch Kundenberaterinnen und Kundenberater auch zu Hause im Rahmen des Außendienstes erfolgen. Alle Arbeitsplätze bleiben, nach Angaben von AOK-Pressesprecher Jan Rößler, in der Region erhalten. »Nach Beendigung der Beratungsstelle Cochem sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächst erreichbaren Kundencenter (etwa Daun, Simmern, Mayen) weiterhin für unsere Versicherten aktiv.« Stadtbürgermeister Walter Schmitz bedauert auf Anfrage des WochenSpiegel den Weggang. »Jeder Arbeitsplatz, der in Cochem weggeht, tut uns weh. Wenn aber dann eine Institution wie eine Krankenkasse weggeht, die den Charakter einer Kreisstadt mitprägt, ist dies besonders schmerzlich.«  Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber…

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Guter Wein, schlechte Manieren

Cochem. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen Urkundenfälschung der Prozess gemacht. Der Mann soll über einen polnischen Führerschein verfügt haben, ihm soll jedoch die Fahrerlaubnis am 11. Oktober 2018 entzogen worden sein. Er soll dennoch, unter anderem am 27. April 2021, mit seinem Pkw unterwegs gewesen sein. Dabei soll der Angeklagte an beiden Nummernschildern des Autos zuvor an die Stelle des amtlichen Siegels zwei runde Aufkleber mit der Aufschrift »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« geklebt haben, um im Straßenverkehr eine amtliche Zulassung vorzutäuschen und den fehlenden Versicherungsschutz zu verschleiern. Tatsächlich soll der Pkw, so die Anklageschrift, aber schon im Januar 2020 abgemeldet worden sein. Die Aufkleber »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« werden auf Weinflaschen angebracht, die bei einer Qualitätsprüfung besonders gut abgeschnitten haben. Woher der Angeklagte den Aufkleber hat oder ob er ihn eventuell von einer Flasche abgetrennt hat, geht aus der Mitteilung des Amtsgerichtes Cochem nicht hervor. Für den Prozess vor dem Amtsgericht kann sich der Angeklagte den Satz des antiken, griechischen Lyrikers Alkaios von Lesbos zu Herzen nehmen: »In vino veritas«, was auf Deutsch heißt: »Im Wein liegt die Wahrheit.« Strafrechtlich droht dem Mann laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bericht folgt. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen…

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