Qualifizierung steht vor Integration

Arbeitsagentur will langfristige Jobs fördern

Altkreis Monschau. »Es gibt in der Eifel kaum Arbeitslose - aber die, die einen Job suchen, sind immer schwieriger zu vermitteln.« Und damit liegt der ländliche Raum voll im Trend, wie Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, weiß.

»Es gibt weiterhin viel Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt - mit einem erfreulichen Höchststand an Beschäftigten«, freut sich Ulrich Käser. »370.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte werden es im Sommer 2018 im Agenturbezirk Aachen-Düren gewesen sein«, so Käser. Das seien 2,4 Prozent mehr Menschen in Arbeit als noch im bisherigen Rekordjahr 2017. Die Dynamik werde zwar abflachen, auch der Strukturwandel rund um das Thema Braunkohle sei ein Faktor, der die Arbeitswelt in der Region schon bald ernüchtern lasse.

Und doch wollte Käser zunächst die erfreulichen Zahlen aus 2018 wirken lassen: »Die monatliche Zahl der arbeitslosen Menschen lag im Durchschnitt um 2800 unter der des Vorjahres.« Damit sank die durchschnittliche Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent. Die durchschnittlich 37,689 arbeitslosen Menschen sind stolze 18 Prozent weniger als noch im Jahre 2008.

180 Millionen Euro zur Förderung von Jobs

97.000 Arbeitslose konnten im Jahresverlauf wieder einen Job finden - neu arbeitslos meldeten sich etwa 94.000 Menschen in der Städteregion Aachen sowie in den Kreisen Düren und Heinsberg.

Für diejenigen, die noch nicht an der positiven Entwicklung teilhaben konnten, investiere man 2019 kräftig und verstärkt in die berufliche Qualifizierung: »180 Millionen Euro stellt der Bund der Arbeitsagentur und den Jobcentern zur aktiven Förderung von Beschäftigungsverhältnissen zur Verfügung«, versichert Käser. Und daher werde man auch fortan bestrebt sein, jeden Arbeitswilligen zu fördern. »Denn eine fundierte Qualifizierung steht eindeutig vor einer schnellen Integration«, unterstreicht Ulrich Käser.

Dies zeige sich besonders bei den Langzeitarbeitslosen. Auch hier sind die Durchschnittswerte rückläufig: Im letzten Jahr sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 7,9 Prozent - im Zehn-Jahres-Vergleich sogar um 30,8 Prozent. »Der Helfermarkt bricht im Zuge der Digitalisierung immer mehr weg«, weiß Pressesprecher Klaus Jeske. 80 Prozent der offenen Stellen forderten Qualifikationen. Es seien aktuell aber über 70 Prozent der Arbeitslosen ohne berufliche Qualifizierung. »Es ist niemandem geholfen, wenn er sich durch Gelegenheitsjobs über Wasser hält«, so Käser. »Wer lange Zeit nur wenig verdient hat, dann arbeitslos wird und über Qualifizierung eine zweite Chance erhält, der muss dann auch ein oder zwei Jahre mit staatlicher Unterstützung leben, die nur knapp über der Grundsicherung liegt«, rechnet Käser vor. Das frustriere zwar zunächst, führe aber langfristig dazu, von seinem Verdienst leben zu können. Nicht nur Arbeitnehmer, auch Betriebe würden dabei finanziell unterstützt, wenn sie Geringqualifizierten einen Job geben und die Möglichkeit bieten, zum Fachmann von morgen zu werden.

So sieht es in den Eifelkommunen zum Jahresende auf dem Arbeitsmarkt aus:

Im Monschauer Stadtgebiet sind aktuell 180 Menschen arbeitslos - 10 weniger als Ende 2017 (-5,3%).
In der Gemeinde Roetgen sank die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 14 Personen auf 106 (-11,7%)
In der Gemeinde Simmerath hingegen sind mit 293 Personen 20 mehr arbeitslos als Ende 2017 (+7,3%).
Auch im Kreis Düren stehen die Eifel-Kommunen ganz gut da: Hürtgenwald verzeichnet mit 131 Arbeitslosen eine Person mehr (+0,8%), Nideggen sieben weniger (169 Personen, -4,0%)
Insgesamt sind es also 879 Arbeitslose (2017: 889)

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