Vor Ort kann man schnell reagieren

Warteschlangen am Impfzentrum sorgen für Kritik an der KVNO

Altkreis Monschau. Fehler im Buchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein und unpräzise Auskünfte an der Hotline führen seit Ostermontag, 5. April, zu langen Warteschlangen vor dem Impfzentrum in der Aachener Eissporthalle. "Eine Zumutung für alle. Das darf so nicht weiter gehen", sagt Gesundheitsdezernent Dr. Michael Ziemons, dem es mit Hilfe des THWs gelungen ist, kurzfristig Zelte als Schutz vor Regen und Schnee zur Verfügung zu stellen.

"Wir wollten die Terminvergabe von Anfang an selbst in die Hand nehmen", stellt der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen noch einmal klar. Man habe frühzeitig eine funktionierende Infrastruktur bereit gestellt und alle Termine, die in Aachen vergeben werden, klappen. Dies gilt etwa für Risikopatienten oder aber besonders gefährdete Berufsgruppen wie Ärzte, Lehrer oder Erzieher "Eine Entschuldigung sieht anders aus", hat Dr. Michael Ziemons im persönlichen Gespräch mit dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) klar gemacht, dass das Vorgehen in der Bevölkerung für reichlich Unmut gesorgt hat. "Und meine Mitarbeiter bekommen es ab, obwohl sie nicht dafür können."

Über Nacht sind im Impfzentrum drei zusätzliche Impfkabinen aufgestellt worden und die Meldestellen am Eingang wurden von örtlichem Personal besetzt, da die KVNO nicht alle Kabinen besetzt hatte. "Wir danken DRK, Maltesern, THW und Feuerwehr, die die Menschen in der Warteschlange betreut haben und unbürokratisch alles getan haben, um Abhilfe zu schaffen."

Gleiche mehrere Gründe sorgten für das lange Warten vor dem Impfen: Durch Probleme im Computersystem waren 50 Prozent mehr Impftermine buchbar als es eigentlich gibt. Ziemons: "Es können 63 Impfungen pro Stunde vorgenommen werden, vergeben wurden aber 96." Zudem war an der Hotline mitgeteilt worden, dass man auch ohne Termin ins Impfzentrum kommen könne. Und für Ehepaare, die gemeinsam zum Impfen gekommen sind, wurde nur ein Termin geblockt.

"Wir haben die Wartenden in die Eissporthalle gebeten und sie teilweise auf den Rängen warten lassen - andere bekamen Decken gegen die Kälte", weiß Ziemons, der selbst einige Stunden vor Ort geholfen hat.

Bitte Papiere in doppelter Ausfertigung mitbringen

Menschen ab 60 Jahren, die sich mit dem AstraZeneca-Impfstoff schützen lassen wollen, konnten ab Ostersamstag (03. April 2021) einen Termin für eine Impfung vereinbaren. In der StädteRegion Aachen sind mittlerweile alle Termine des Sonderkontingents vergeben. Die benötigten Unterlagen wie zum Beispiel der Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung wurden in der Terminbestätigung der KV Nordrhein nicht mitversandt. Diesen Bogen, sowie alle anderen benötigten Papiere, die bitte in doppelter Ausfertigung zur Impfung mitgebracht werden sollen, können unter https://www.zusammengegencorona.de/downloads/#mediafilter=corona-schutzimpfung heruntergeladen werden.

Impfen muss in Fahrt kommen

Derweil freut sich Dr. Ziemons über den Impfstart in den Arztpraxen: "12 Dosen sind zwar nur ein Symbol, aber wenn wir das rasch ausweiten und etwa auch Betriebsärzte einbinden, dann kann das Impfen richtig in Fahrt kommen." Ob es gelinge, wie von Ministerpräsident Armin Laschet angekündigt, bis zu den Sommerferien die Hälfte aller Menschen in Nordrhein-Westfalen zu impfen, vermag er nicht zu bewerten...

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