Zweites kommunales Abstrichzentrum am Tivoli

Gut erreichbar und aufgestellt - Bis zu 1000 Tests täglich

Altkreis Monschau. Es ist der Ort in Aachen, den viele Menschen in der Region vor allem mit Fußball, umjubelten Siegen wie auch tragischen sportlichen Niederlagen, vor allem aber mit vielen Emotionen verbinden. „Für uns ist der Aachener Tivoli in dieser außergewöhnlichen Situation, in der wir uns aktuell befinden, zugleich ein eminent wichtiges Gebäude für unser Krisenmanagement geworden“, sagt Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Ab dem heutigen Donnerstag, 26. März, öffnet in einem speziell hergerichteten Bereich an der nordöstlichen Ecke des Stadions das zweite kommunale Abstrichzentrum (KAZ) in der StädteRegion.

„Der Tivoli ist bestens dafür geeignet“, erläuterte Philipp im Rahmen eines Pressetermins vor Ort. „Wir haben hier ausreichend Platz, das Stadion an der Krefelder Straße ist optimal an den ÖPNV angebunden und so für viele Bürgerinnen und Bürger sehr gut erreichbar.“ Eine Bushaltestelle liegt nur gut 50 Meter vom Anmeldehäuschen des KAZ entfernt. Ebenfalls direkt nebenan können Menschen, die das KAZ mit dem Auto ansteuern, für die Dauer des Tests auf dem Schotterparkplatz des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) kostenfrei parken.

OB Marcel Philipp stellte gemeinsam mit dem allgemeinen Vertreter des Städteregionsrates, Gregor Jansen, KAZ-Leiter Andreas Nowack und Dr. Verena Bochat vom Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen das zweite Abstrichzentrum vor, dass mit dem heutigen Donnerstag seinen Betrieb aufnimmt und in dem – wie auch im ersten KAZ in Eschweiler – bis zu 600 Bürgerinnen und Bürger pro Tag getestet werden können.

„Mit diesen beiden Zentren sind wir in der StädteRegion nun sehr gut aufgestellt. Es ist nicht nur für Aachenerinnen und Aachener gut erreichbar, ebenso zum Beispiel für Menschen, die aus dem Nordkreis kommen“, sagte Gregor Jansen. „Ein besonderer Dank geht von unserer Seite an die vielen Helfer, die es erst ermöglichen, dass wir in so kurzer Zeit zwei Abstrichzentren inklusive der dahinter liegenden und notwendigen Logistik aufbauen konnten“, so Jansen weiter. Die beiden kommunalen Abstrichzentren werden personell vorrangig von Ehrenamtlern – namentlich von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Malteser Hilfsdienstes und der Johanniter – betrieben.

Ganz wichtig: Zuerst die Hotline anrufen

Alle Fäden laufen in diesen Tagen bei KAZ-Leiter Andreas Nowack zusammen. Die Einrichtung in Eschweiler läuft bereits seit dem 4. März. Hunderte Menschen werden seit dem dort täglich getestet. Ganz wichtig: „Alle Menschen, die getestet werden wollen, müssen vorher die Telefonhotline 0241/5198-7500 anrufen. Man kann nicht einfach zum Abstrichzentrum kommen. Und auch mit der Überweisung eines Arztes muss man vorher die Hotline anrufen“, erklärt Nowak. Gehörlose können sich per E-Mail an KAZ-Leitung@staedteregion-aachen.de wenden, um einen Termin nach Prüfung zu erhalten.   
Dr. Verena Bochat ergänzt: „Die beiden Zentren sollen Arztpraxen und Krankenhäuser von den Testungen entlasten und Informationen beim zuständigen Gesundheitsamt bündeln. Arztpraxen und Krankenhäuser können sich dadurch stärker auf die Behandlung der Patienten konzentrieren, können allerdings auch selbst weiter testen.“

So läuft der Test ab

Und so läuft der Test am Aachener Tivoli ganz konkret ab: Nach entsprechender Überprüfung über die Hotline erhält die Person einen Termin. Zu genannter Zeit findet man sich dann am Tivoli ein und steuert mit seinem Anmeldeschein die geöffneten Kassenhäuschen an der Stadionecke mit dem großen Schild „Eingang Nordost B“ an. Diese befinden sich nahe der Krefelder Straße auf Höhe der CHIO-Brücke nur wenige Meter von der Bushaltestelle und des nahen PKW-Schotterparkplatzes entfernt.

Wichtig: Alle, die einen Termin haben, werden gebeten, möglichst zeitgenau zu kommen, da sich die Wartezone im Freien befindet. „Wir bitten zudem darum, in diesem öffentlichen Bereich den gebotenen Mindestabstand zu anderen Menschen zu wahren“, sagt Nowack. Neben den KAZ-Mitarbeitern ist auch ein Sicherheitsdienst vor Ort, um den problemlosen Ablauf zu gewährleisten und Bürgerinnen und Bürgern den Weg zu weisen. Hinweisschilder helfen zusätzlich bei der Orientierung.

An den Kassenhäuschen melden sich die Menschen an, erhalten dort dann einen sogenannten Laborzettel und ein Abstrichröhrchen. Diese in der Hand, betreten sie wenige Meter entfernt den Eingang zum Stadion-Umlauf, wo sie von weiteren Mitarbeitern in Empfang genommen werden. Von diesen erhalten alle KAZ-Besucher einen Mundschutz, den sie fortan tragen. Die KAZ-Mitarbeiter weisen anschließend jede Person einem freien Abstrich-Raum zu. „Wir verfügen in den Räumen über bis zu fünf voneinander getrennte Plätze, an denen wir testen können“, erklärt Bochat. Anschließend verlassen die Getesteten zunächst den jeweiligen Abstrichraum und dann über einen separaten Ausgang das KAZ-Areal im Tivoli – auch den Mundschutz können sie in diesem Bereich wieder abnehmen und in ein bereitgestelltes Behältnis geben. „In der Regel dauert das gesamte Prozedere – von der Anmeldung über den eigentlichen Abstrich bis zum Verlassen des KAZ – nur wenige Minuten“, sagt Andreas Nowack.

Mitteilung der Testergebnisse wird verbessert       

Die Tests der beiden Abstrichzentren in Aachen und Eschweiler werden mehrfach am Tag per Expresskurier zu Laboren nach Köln gebracht. In den vergangenen Tagen ist es vor allem in den Laboren zu Engpässen gekommen. Dies führte dazu, dass Testergebnisse erst später als erhofft den Menschen mitgeteilt werden konnten. „Mit dieser Situation sind wir natürlich auch nicht glücklich gewesen“, sagt Gregor Jansen. Von Seiten der StädteRegion sei man seit Tagen mit den Laboren im intensiven Austausch, um den Meldefluss zu beschleunigen. Auch zusätzliche technische Lösungen würden derzeit geprüft, damit betroffene Bürgerinnen und Bürger noch schneller Gewissheit darüber erhalten, ob sie positiv oder negativ auf das Covid-19-Virus getestet worden sind. „Die längere Ungewissheit, die hier bei einigen getesteten Menschen in letzter Zeit leider vorherrschte, wollen wir deutlich minimieren“, betont auch OB Marcel Philipp. „Die Unannehmlichkeiten, die das mit sich gebracht hat, bitten wir zu entschuldigen.“ Alle Stellen arbeiten mit Hochdruck daran, das gesamte System, das in nur wenigen Wochen aus dem Boden gestampft worden ist, immer wieder zu optimieren.
Zu einer spürbaren Verbesserung, was die Erreichbarkeit der KAZ-Hotline angeht, trägt auch der Umzug des Callcenters von Eschweiler nach Aachen bei. Den mit dem Umzug geht auch eine deutliche Vergrößerung der Kapazitäten einher. Im Tivoli werden in diesen Tagen 24 Callcenter-Plätze eingerichtet – 14 mehr als bisher. „Wir sind zuversichtlich, dass damit längere Wartezeiten bei Wahl der Hotline 0241-5198-7500 der Vergangenheit angehören“, so Gregor Jansen. Ab kommenden Montag, 30. März, nimmt das KAZ-Callcenter im Aachener Tivoli seinen Betrieb auf.

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