Jedes zweite Jahr Bezirksligist

FC Roetgen stieg 1971 zum ersten Mal auf

Roetgen. »Mit pädagogischem Geschick und mit einer nicht immer bequemen Marschroute wurde der Weg des Erfolgs beschritten.« Die Rede ist nicht von Felix Magath, sondern Matthias Keus, der 1971 den FC13 Roetgen erstmals in die Bezirksliga führte.

»Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung«, erinnert sich Werner Kreitz. Er war Spielführer der Meistermannschaft und ist bis heute für die Schwarz-Roten aus dem »Tor zur Eifel« aktiv. Eine eigene Festschrift wurde dem Ereignis gewidmet und auch im WochenSpiegel war vom entscheidenden 3:0-Erfolg bei Verfolger Schwarz Rot Aachen berichtet worden.

Dieser Triumph sollte der Grundstein für das fußballerisch erfolgreichste Jahrzehnt in der fast 120-jährigen Geschichte des FC Roetgen werden.

Dabei waren den Fußballern von höherer Stelle Steine in den Weg gelegt worden. Man wollte in den Fußballkreis Monschau wechseln, da der schwächer besetzt schien - doch dies wurde abgelehnt. »Jetzt erst recht«, schrieb der langjährige lokale Sportredakteur Kurt Kaiser, der einer der begabtesten Fußballer Roetgens war. Und die Moral setzte sich durch.

Ein Jahr später meisterten die Kicker die Abstiegsrelegation, drei Jahre später leider auch im Aufstiegsendspiel hin zur Landesliga. So blieb man ein Jahrzehnt lang Bezirksligist. Das Zusammentreffen von altersbedingter Abgänge und Spielern, die sportlichen Erfolg bei finanziell reizvolleren Vereinen suchten, führte 1981 zum Abstieg.

Breitensport den Frauen gewidmet

Während man in den Folgejahren stets in der Kreisliga-Spitzengruppe agierte, wurde das Vereinsangebot gerade für weibliche Mitglieder um Aerobic oder Gymnastik erweitert, was erst 40 Jahre später durch die Corona-Pandemie zum Erliegen kam. Ergänzt wurden diese etwa durch Bewegungsübungen aus den Bereichen »praktische Kinesiologie« und Yoga.

1986 dann gelang der erneute Aufstieg und wurde 1988 zum 75-jährigen Bestehen gebührend gefeiert. Fehlende Konstanz brachte 1992 jedoch wieder die Rückversetzung in die Kreisliga A.

Es dauerte wieder fast ein Jahrzehnt, ehe es 2002 zurück in die Bezirksliga ging. Zum Auftakt belegte man Rang drei und es folgten zwei weitere Jahre im oberen Mittelfeld. Gemeinsam mit Germania Eicherscheid, das ebenfalls seit 50 Jahren ein fußballerisches Aushängeschild im Monschauer Land, musste 2006 der Gang in die Kreisliga A angetreten werden. Zwei Jahre später gelang dem Duo mit Ach und Krach die Qualifikation zur eingleisigen höchsten Spielklasse im Fußballkreis Aachen.

Drei Seniorenteams und Kooperationen

Doch nicht nur auf dem Fußballplatz begeisterte der FC13 Roetgen - mit dem traditionellen Jugendturnier an Pfingsten lockt man Nachwuchskicker an, mit dem Moonlight-Turnier auch Freizeitfußballer, denen Geselligkeit ebenso wichtig ist wie das Nachjagen des runden Leders. Auch das Oktoberfest erfreut sich bei den vielen Mitgliedern großer Beliebtheit.

Als einer von ganz wenigen Vereinen in der Nordeifel sind auch heute noch drei Mannschaften im Seniorenspielbetrieb. Die Altherren haben sich ebenso mit dem SV Rott zusammengeschlossen wie die Jugendfußballer, die seit 2019 unter dem Kürzel »JFV Roetgen-Rott« um Tore und Punkte kämpfen.
Zuletzt gelang den Seniorenfußballern 2016 der nunmehr vierte Aufstieg in die Bezirksliga, ein Jahr zuvor hatte man sich sensationell zum Kreispokalsieger gekürt. Bis heute  sind die Schwarz-Roten, die aktuell rund 600 Mitglieder zählen, in dieser Spielklasse geblieben und guter Hoffnung, dass sie auch im Jubiläumsjahr 2023 (dann wird der FC13 110 Jahre) noch höherklassigen Fußball bieten.

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AOK zieht sich aus Cochem zurück

Cochem. Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber dem Cochemer WochenSpiegel. Ausschlaggebend für die Überlegungen waren demnach auch die Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Jan Rößler: »Die Beratung am Standort Cochem endete am 16. März 2020 aufgrund der eingetretenen Corona-Pandemie. Aufgrund des geänderten, generellen Kundenverhaltens schon weit vor der Pandemie, eben in Richtung digitaler und telefonischer Kontaktkanäle, wird die Beratung in Cochem, als kleinerer Standort, nicht wieder aufgenommen.« Die Beratung der Mitglieder der AOK soll nun unter anderem durch Kundenberaterinnen und Kundenberater auch zu Hause im Rahmen des Außendienstes erfolgen. Alle Arbeitsplätze bleiben, nach Angaben von AOK-Pressesprecher Jan Rößler, in der Region erhalten. »Nach Beendigung der Beratungsstelle Cochem sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächst erreichbaren Kundencenter (etwa Daun, Simmern, Mayen) weiterhin für unsere Versicherten aktiv.« Stadtbürgermeister Walter Schmitz bedauert auf Anfrage des WochenSpiegel den Weggang. »Jeder Arbeitsplatz, der in Cochem weggeht, tut uns weh. Wenn aber dann eine Institution wie eine Krankenkasse weggeht, die den Charakter einer Kreisstadt mitprägt, ist dies besonders schmerzlich.«  Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber…

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Guter Wein, schlechte Manieren

Cochem. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen Urkundenfälschung der Prozess gemacht. Der Mann soll über einen polnischen Führerschein verfügt haben, ihm soll jedoch die Fahrerlaubnis am 11. Oktober 2018 entzogen worden sein. Er soll dennoch, unter anderem am 27. April 2021, mit seinem Pkw unterwegs gewesen sein. Dabei soll der Angeklagte an beiden Nummernschildern des Autos zuvor an die Stelle des amtlichen Siegels zwei runde Aufkleber mit der Aufschrift »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« geklebt haben, um im Straßenverkehr eine amtliche Zulassung vorzutäuschen und den fehlenden Versicherungsschutz zu verschleiern. Tatsächlich soll der Pkw, so die Anklageschrift, aber schon im Januar 2020 abgemeldet worden sein. Die Aufkleber »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« werden auf Weinflaschen angebracht, die bei einer Qualitätsprüfung besonders gut abgeschnitten haben. Woher der Angeklagte den Aufkleber hat oder ob er ihn eventuell von einer Flasche abgetrennt hat, geht aus der Mitteilung des Amtsgerichtes Cochem nicht hervor. Für den Prozess vor dem Amtsgericht kann sich der Angeklagte den Satz des antiken, griechischen Lyrikers Alkaios von Lesbos zu Herzen nehmen: »In vino veritas«, was auf Deutsch heißt: »Im Wein liegt die Wahrheit.« Strafrechtlich droht dem Mann laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bericht folgt. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen…

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