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Hygiene ist eine Kernaufgabe im Krankenhaus

Über Geschmack lässt sich streiten, über Hygiene nicht.

Mechernich. Auf diesen Nenner brachte Manfred Hermann, Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Mechernich GmbH, das Thema Hygiene und Infektionsgefahr im Krankenhaus.

Die Sorge der Menschen, sich im Krankenhaus womöglich mit einem multiresistenten Keim zu infizieren, sei groß. »Wir unternehmen schon seit geraumer Zeit große Anstrengungen, die Verbreitung des multiresistenten Bakteriums MRSA, das schwer zu therapieren ist, effektiv einzudämmen.« Und offensichtlich bringen die Hygienemaßnahmen auch den erhofften Effekt. So hat es im Jahre 2017 tatsächlich nur eine MRSA-Infektion gegeben - womit man in Mechernich unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

Screening stellt MRSA-Träger fest

Wie die Maßnahmen am Kreiskrankenhaus Mechernich genau aussehen, erläuterten die beiden Hygienefachkräfte Sabrina Bredel und Claus Dümmer sowie der Pflegedienstleiter Markus Thur. Ein Kernstück ist dabei das Screening der Patienten. Will heißen: Nahezu jeder Patient, der ins Krankenhaus kommt, wird daraufhin untersucht, ob er Träger des MRSA-Bakteriums ist. Wird der sogenannte Krankenhauskeim festgestellt, dann werden diese Menschen zum Schutz der übrigen Patienten im Krankenhaus separat untergebracht, um eine Ausbreitung zu verhindern. »Diese Untersuchungen«, so Claus Dümmer, »führen wir bereits seit 2012 durch.« Alleine im letzten Jahr wurden rund 16.000 Personen einem solchen Screening unterzogen. Die Zahl der MRSA-Träger blieb in diesem Zeitraum ungefähr gleich. Waren es 2012 noch 140, sind es jetzt um die 170 Personen. Es ist laut Chefarzt Dr. Michael Gehlen gar nicht ungewöhnlich, Träger des Bakteriums zu sein. Die Quote liege da bei rund 30 Prozent. Das Bakterium sei an sich nicht aggressiv, werde aber problematisch, wenn es die Hautbarriere durchstoße. Dann könne es Infektionen verursachen.

Markus Thur ergänzt: »Bei geplanten Operationen erhalten die Patienten zudem fünf Tage vor der OP ein Hygiene-Set, mit dem die Zahl der Keime auf dem Körper deutlich reduziert wird. Dadurch sinkt natürlich auch die Gefahr einer Infektion.« Ein wahrer Meilenstein in Sachen Hygiene sei die neue Zentralsterilisation, die sich genau unter dem neuem OP-Bereich befindet. Sie verfügt über zwei separate Aufzüge. Über den einen Aufzug gelangen die »schmutzigen« Gegenstände in die Sterilisation, über den anderen die »sauberen« Sachen in den OP-Bereich. Sauber und schmutzig kommen so nicht in Kontakt. Im kommenden Jahr wird am Krankenhaus zudem ein Hygienefacharzt fest angestellt - laut Dr. Gehlen ein Glücksfall, da solche Leute sehr gesucht seien.

Wichtige Handhygiene

  • Nicht nur Patienten, auch die Besucher des Krankenhauses können effektiv mitwirken, die Verbreitung von Keimen einzuschränken.
  • Das beste Mittel ist dabei laut Dr. Gehlen eine effektive und fachgerechte Handhygiene mit Desinfektionsmitteln. Denn die Keime würden durch Kontakt übertragen. Sind die Hände also sauber, dann bleiben es auch angefasste Gegenstände.
  • Tatsächlich setzt sich diese Einsicht immer mehr durch. Der Verbrauch von Desinfektionsmitteln sei jedenfalls stark gestiegen.

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