»Einer von uns« fordert Zuschauer

Mayen. Seit drei Jahren ist Daniel Ris Intendant der Burgfestspiele. Er stand jedoch noch nie - wie seine Vorgänger - auf der Bühne. Bis jetzt! Auf der Kleinen Bühne konnten die Zuschauer Ris erstmals als Schauspieler erleben.

Im Festpiel-EXTRA »Einer von uns« auf der Kleinen Bühne stand Daniel Ris sein Freund und Schauspielkollege Christian Banzhaf zur Seite. Die beiden hatten für die deutsche Erstaufführung des kanadischen Stückes von Daniel MacIvor die Dramaturgie selbst entwickelt. Dabei flossen aktuelle politische Geschehnisse wie die Protestbewegung »Fridays for Future« mit ein.

Die beiden Akteure lieferten mit Leidenschaft ein tragisch-komisches Stück ab, das die Zuschauer forderte. Man konnte sich nicht einfach zurücklehnen, sondern Aufmerksamkeit war gefragt. Dies fiel dem geübten Theatergänger sichtlich leichter als dem Gelegenheitsbesucher. Nichtsdestotrotz war es spannend zu erleben, wie sich die beiden Männer im Lauf des Stückes im Dialog annäherten und nach Beziehungsproblemen ein tragisches Ende fanden.

Das Bühnenbild kommt mit wenigen Utensilien aus: zwei Stühle und eine Cordjacke. Mittendrin die beiden Männer, die in zehn verschiedene Rollen schlüpfen, die in einer gewissen Beziehung stehen. Für die Zuschauer entwickelt sich ein Puzzle, das sie sich in ihrer eigenen Empfindung zusammen setzen können. Auf jeden Fall bleibt von der ersten bis zur letzten Minute - von der schicksalhaften Mitteilung der unheilbaren Krankheit des Ray bis zum tänzerischen Schlussakkord - die Spannung erhalten. Fazit: »Einer von uns« ist ein Stück, das erfrischend anders ist und das das Prädikat »besonders wertvoll« verdient hätte. Wer neugierig geworden ist, kann das Zweipersonenstück noch am Freitag und Samstag, 9. und 10. August, genießen.

Daniel Ris nach den ersten beiden Aufführungstagen: »Wir waren zufrieden. Am Freitag waren die Zuschauer von Anfang an dabei und genossen den Humor. Am Samstag jedoch war das Publikum zögerlicher«, beschreibt Ris die unterschiedlichen Reaktionen.

Fotos: Kruft

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