Gewinner des "Zukunftspreis Heimat“ stehen fest

Mayen. Die Volksbank RheinAhrEifel eG hat an ihrem Verwaltungssitz Mayen die Gewinner des 12. „Zukunftspreis Heimat“ gekürt.

Platz 1 belegte die Schülergenossenschaft EGON eSG aus Koblenz. Mit dem Preis zeichnet die Bank das außerordentliche, genossenschaftliche Engagement der Schülerinnen und Schüler aus. Die Schülergenossenschaft des Eichendorff-Gymnasiums Koblenz erhält ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro und die vom verstorbenen Künstler Manfred Hammes gestaltete Skulptur „Profilkopf“.

Die Schülergenossenschaft EGON wurde 2015 gegründet. EGON steht für „Eichendorff-Gymnasium Oekologisch und Nachhaltig“. Die in der Genossenschaft ehrenamtlich engagierten Schülerinnen und Schüler versorgen die Schulkameraden über einen Kiosk mit nachhaltigen Schulbedarfsartikeln sowie mit regionalen Getränken. Hinzu kommen Starterpakete für die jeweils neuen Fünftklässler und Schulkleidung – beides ebenfalls im Sinne der Genossenschaftsgründer ökologisch und nachhaltig. Die EGON spendet jährlich den Großteil ihres Gewinns für regionale und soziale Projekte. So führen die Schülerinnen und Schüler einen Geschäftsbetrieb mit all seinen Facetten. Darüber hinaus lernen sie den selbstverständlichen Umgang mit genossenschaftlichen Werten, die hier verstanden, gelebt und weitergegeben werden.

Der 2. Platz, der mit 3.000 Euro dotiert ist, geht an Schloß Burg Namedy aus Andernach. Die Besitzerin der ehemaligen, mittlerweile über 600 Jahre alten, Wasserburg, Heide Prinzessin von Hohenzollern, bemüht sich um den Erhalt dieses Bau- und Kulturdenkmals. Sie etablierte über Jahrzehnte ein Kulturprogramm, in dessen Rahmen in „normalen Zeiten“ jährlich etwa 30 Kunstevents in den Bereichen Jazz, Klassik, Theater, Lesungen, Kunst sowie Tanzprojekte stattfinden.
Unterstützt durch den Förderkreis Burg Namedy e.V. verfolgt sie ihr Ziel, dass sich Menschen jeden Alters in ihrem Haus begegnen und austauschen. Zu den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen gehören zum Beispiel die Ausstellung „Kunst im Park“, das Tanzprojekt „Dance@Namedy“, Konzerte des MittelrheinMusikfestivals und des Talentforums Mendig sowie ein Workshop für Kontrabassisten.

Platz 3 sicherte sich der Verein Django Reinhardt Music Friends e.V. Er gewinnt 2.000 Euro Preisgeld. Der Verein kümmert sich um die Belange der Koblenzer Sinti und Roma mit dem Ziel, sie in die Gesellschaft zu integrieren. Zum Angebot gehören die musikalische Förderung für Jugendliche, Romanes-Unterricht für Sinti, Hilfe in der Schule und am Arbeitsplatz, die Vermittlung von Praktikumsplätzen sowie Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen. Aber auch die Zusammenarbeit mit Solwodi Deutschland e. V. ist zu erwähnen, denn „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ ist auch zentrale Anlaufstelle für Frauen in Not- und Gewaltsituationen. Namensgeber und Treiber des Vereins ist Django Reinhardt, der aus einer der bekanntesten Jazz-Familien Europas stammt. Mit einem breit gefächerten sozialen und kulturellen Engagement baut der Verein Brücken und trägt zu Toleranz und Akzeptanz bei.

96 Bewerbungen gingen für den 12. Zukunftspreis Heimat ein. Mit dem Preis fördert die Volksbank RheinAhrEifel seit 2008 herausragende Ideen, Projekte, Konzepte oder Aktionen, die dazu beitragen, die Infrastruktur und Lebensqualität zu verbessern und damit die Attraktivität der Region Rhein-Ahr-Eifel-Mosel zu erhöhen. Bislang wurden so rund 425.000 Euro in Ideen und Projekte investiert.

Persönliche Preisverleihung im kleinen Kreis

Die Verleihung des 12. Zukunftspreis Heimat war bereits für das Jahr 2020 geplant, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Übergeben wurde der Preis – stellvertretend für die gesamte Jury und unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregelungen – von Sascha Monschauer, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel eG und dem digital zugeschalteten Juryvorsitzenden, Prof. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz. Sascha Monschauer betonte: „Uns war es eine Herzensangelegenheit, den Zukunftspreis Heimat im kleinen Kreis persönlich zu verleihen. Denn gerade in so herausfordernenden Zeiten wie diesen ist es wichtig, ehrenamtliches Engagement für unsere Heimat zu belohnen und zu würdigen. Wir sagen damit allen Projekten und Menschen in unserer Region Dank, die Gutes tun.“

Jeweils 500 Euro für die Preisträger Platz 4-10

Die Jury hat sechs weitere Projekte ausgezeichnet, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhielten.

Die Firma Solar-Ripp aus Spessart bietet ihren Kunden massgefertigte Solarheizungen für Schwimmbäder und damit eine zeitgemäße und umweltbewusste Heizmethode. Insbesondere Kommunen, die Schwimmbäder betreiben, profitieren von dem Angebot, da zusätzliche Heizkosten entfallen.

Die Firma Baubude aus Remagen fertigt modische Taschen, funktionale Möbel, Werbedisplays und mehr aus Recyclingstoffen. Das Start up verbindet auf diese Weise Nachhaltigkeit mit Geschmack und Funktionalität.

Die Koblenzer Bürger Stiftung unterstützt und fördert im Rahmen ihres Lernpaten-Programms seit 2010 Kinder und Jugendliche. Sie sollen damit ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten weiterentwickeln. Mittlerweile sind an allen 25 Koblenzer Schulen mehr als 80 Lernpaten im Einsatz.

Jessica Thijs aus Berlingen fährt seit 2019 mit ihrem mobilen „Füll Mal”-Truck durch die Eifel und versorgt Kunden mit unverpackten Lebensmitteln - von Grundnahrungsmitteln über Drogerie- bis hin zu Kosmetikartikeln. Dabei achtet die Unternehmerin darauf, dass ihre Produkte überwiegend aus der Region stammen.

Die Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ aus Andernach entstand aus der gleichnamigen Initiative des Landes Rheinland-Pfalz. Vor allem ältere Menschen, aber auch jüngere Bürgerinnen und Bürger, die sich für das Gemeinwohl einsetzen möchten, sind aufgerufen, daran teilzunehmen. Mittlerweile haben sich knapp 20 Projektgruppen mit etwa 200 Teilnehmern gebildet, die sich unter anderem in Workshops engagieren.

Der Behinderten-, und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz e.V. mit Sitz in Koblenz organisiert verschiedene Formate, um Barrieren im Kopf abzubauen und Sensibilisierung im Bereich der Inklusion von körperlich und geistig behinderten Menschen zu schaffen. Unter anderem gibt es das Format „Die Schule rollt!“, das vorzugsweise in Klassen mit rollstuhlfahrenden Schülerinnen und Schülern durchgeführt wird. Ausgestattet mit Kinderrollstühlen, einem Hindernisparcours und erfahrenen Trainern besucht das Projektteam Schulen im ganzen Land.

Der Verein zu Förderung der Lebensqualität in Moselweiß e.V. entwickelte ein Konzept zur Entwicklung eines naturnahen Freizeit- und Mehrgenerationenparks. Ziel ist es, die Gemeinschaft in Moselweiß zu stärken und einen neuen Familientreffpunkt und eine Möglichkeit zur Integration zu schaffen. Gleichzeitig ist das Gelände als stadtteilübergreifendes Ausflugsziel geplant.

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