1 Kommentar

Immer mehr Bürger erscheinen nicht zum Impftermin

Inzidenz knapp unter 100 - Tendenz sinkend

Kreis Vulkaneifel. Auch wenn die Mitarbeiterinnen einer Kita in Stadtkyll laut Kreisgesundheitsamt im Vorfeld alles richtig gemacht haben, konnten sie einen Corona-Ausbruch nicht verhindern. Unachtsamkeit herrscht oft im privaten Bereich.

Leichte Entspannung bei der Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Vulkaneifel. Das Kreisgesundheitsamt vermeldet heute einen Rückgang von 92,4 auf 90,7. Da die Inzidenz seit dem vergangenen Mittwoch durchgehend über 50 liegt, gelten seit dem heutigen Montag leichte Einschränkungen. Statt bisher zehn Personen dürfen nun nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (plus Trainer) gemeinsam im Freien kontaktlosen Sport betreiben. Zudem war bislang Probenbetrieb in der Breiten- und Laienkultur im Freien mit zehn Personen (plus eine leitenden Person) möglich. Dies ist ab heute ebenfalls auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (plus leitende Person) beschränkt. In geschlossenen Räumen gilt die Testpflicht. Im Freien ist der Probenbetrieb für Gruppen von bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahre und einer Person über 14 Jahre zulässig. Der Auftrittsbetrieb der Breiten- und Laienkultur ist untersagt.

Seit dem gestrigen Sonntag, 16. Mai, hat das Kreisgesundheitsamt zwei weitere positiv getestete Personen gemeldet. Hierbei handelt es sich um enge Kontaktpersonen zu bereits positiv getesteten Fällen. Die Anzahl der bisher positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen mit Wohnsitz im Landkreis Vulkaneifel erhöht sich somit auf insgesamt 1965 Personen. Aus der häuslichen Isolation/ Quarantäne nach den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes wurden bislang insgesamt 1815 Personen entlassen, zehn Personen seit dem gestrigen Tag. Am heutigen Montag, 17. Mai, gelten aktuell 89 Personen mit Wohnsitz im Landkreis Vulkaneifel als akut mit dem Coronavirus infiziert. Davon befinden sich fünf Personen in stationärer Behandlung. Seit Beginn der Pandemie gibt es 61 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19.

Einige positiv Geteste gehen auf einen Corona-Ausbruch in einer Kindertagesstätte in Stadtkyll zurück. Dort waren Mitte der vergangenen Woche fünf Kinder positiv getestet worden. 35 Kinder und sieben Erzieherinnen wurden sofort in Quarantäne geschickt. Bei den weiteren Testungen wurden am Folgetag zehn weitere Kinder als positiv getestet gemeldet. Mehr als zehn weitere Infektionen im Umfeld der Kinder kamen in den darauffolgenden Tagen hinzu. 

Dr. Volker Schneiders, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, bescheinigte den Mitarbeiterinnen der Kita, im Vorfeld des Ausbruchs durch die Arbeit mit Kleingruppen richtig gehandelt zu haben. Doch zeige die Situation, dass auch vorsorgliche Maßnahmen Infizierungen nicht immer verhindern könnten - insbesondere dann nicht, wenn es im privaten Bereich Durchmischungen gebe. Da auch ein Geschwisterkind eines Kita-Kindes infiziert worden sei, sei nun auch eine zweite Klasse der Grundschule Stadtkyll betroffen. Alle Kinder der Klasse sind in Quarantäne und wurden getestet. Die Ergebnisse stehen noch aus. Es bestehe die Möglichkeit, dass aus den Infektionen in der Kita Stadtkyll weitere Infektionsketten entstehen.

Weiter berichtete Schneiders von positiv Getesteten im Landkreis Vulkaneifel, die sich nicht an die Quarantäne gehalten hätten. Polizei und Ordnungsamt seien eingeschritten. "Dieses Verhalten ist grob fahrlässig, wenn nicht sogar schon vorsätzlich", so Schneiders.

Das Landesimpfzentrum in Hillesheim hat in der vergangenen Woche rund 1.000 Imfpungen weniger durchgeführt als in der Woche zuvor, wie Impfkoordinator Dieter Schmitz mit Bedauern berichtete. Zwar stehe die Infrastruktur bereit, um mehr zu impfen. "Aber wir sind da an die zentrale Terminvergabe des Landes gebunden. Momentan herrscht Mangelverwaltung", so Schmitz. Deshalb bleibt das Impfzentrum montags derzeit geschlossen. Hintergrund sei, dass die vorhanden Impfdosen vom Land inzwischen auch an Haus- und bald an Betriebsärzte verteilt werden.

Problematischer werde zudem, dass Menschen ihre Impftermine im Landesimpfzentrum immer häufiger nicht absagen, wenn sie in der Zwischenzeit beim Hausarzt geimpft wurden. Auch die Frage nach Termin- und Verschiebungswünschen werde größer. Das ist aber nur über die zentrale Terminvergabe des Landes möglich - und auch nur in Ausnahmen", so Schmitz.

Bis einschließlich Samstag, 15. Mai, wurden in Hillesheim insgesamt 19.547 Personen geimpft. Dies entspricht 32,23 Prozent der Bevölkerung im Landkreis. Davon haben bereits 10.243 (16,88 Prozent) Personen die zweite Impfung erhalten. Hinzu kommen die Impfungen bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Laut Kassenärztlicher Vereinigung haben sie im Landkreis Vulkaneifel bis zum gestrigen Sonntag 7.745 Erstimpfungen durchgeführt. Dies entspricht einer zusätzlichen Impfquote von 12,77 Prozent. Zweitimpfungen wurden durch die Praxen bisher 766 (1,26 %) durchgeführt. Insgesamt kommt der Landkreis Vulkaneifel somit auf eine Impfquote (Erstimpfungen) von 45 %. Vollständig geimpft sind bisher 18,14 % der Bevölkerung.

Artikel kommentieren

Kommentar von Ureifler
Mangelverwaltung? Stimmt!
ich bin 68 Jahre alt und seit fünf Wochen beim Impfzentrum registriert. Einen Impftermin habe ich noch nicht erhalten, auch keinen groben Hinweis wann ich damit rechnen könnte. Ein Anruf in Hillesheim und den Hinweis, dass ich kurzfristig und schnell im Zentrum erscheinen könnte, wurde abschlägig beantwortet. Eine Liste für Kurzentschlossene gäbe es nicht, man würde nach Vorgabe impfen. I
Leider kann ich mich nicht in NRW impfen lassen, dort geht es sehr schnell, wie ich von Bekannten erfahren habe. Mein Arzt hat nach eigenen Aussagen nur sehr wenig Dosen.
Irgendwie klappt es nicht.