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Inzidenz liegt wieder über 100

Jüngste infizierte Person ist sieben Wochen alt

Kreis Vulkaneifel. Die Neuninfektionen entstammen vor allem dem privaten Bereich über den gesamten Landkreis Vulkaneifel verteilt.

Erstmals seit Ostersonntag hat die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Vulkaneifel am heutigen Montag, 12. April, wieder die Marke der 100 überschritten. Er liegt heute bei 118,8. Auch morgen werde die Inzidenz jenseits der 100 liegen, sagte Dr. Volker Schneiders, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, beim wöchentlichen Jour Fixe mit Blick auf die Infektionszahlen der vergangenen zwei Wochen. Aktuell gelten 154 Personen mit Wohnsitz im Landkreis als momentan infiziert. Die meisten der aktuellen Infektionen seien als britische Mutation B.1.1.7 nachgewiesen worden.

Einen Hotspot im Landkreis gibt es laut Schneiders nicht. Einige der neuesten Infizierten entstammten den Familien der Mitarbeiter und Kinder des Kindergartens Gillenfeld. Dort waren vor zwei Wochen fünf Erzieherinnen und 14 Kinder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vier der Kinder seien derzeit noch infiziert, so Schneiders. Hinzu kämen vor allem Infektionen in privaten Haushalten über den gesamten Kreis verteilt. Ein sieben Wochen alter Säugling sei die jüngste positiv getestete Person. Infektionen habe es auch in der Berufsbildenen Schule (BBS) Gerolstein, im St.-Matthias-Gymnasium Gerolstein und in der Grundschule Gillenfeld gegeben. Aufgrund der Hygienekonzepte in den Schulen habe man die Anzahl der Schüler, die in Quarantäne geschickt worden seien, aber gering halten können.

"Als oberste Maxime gilt impfen, impfen, impfen", betonte Schneiders wieder. Dabei unterstützen inzwischen auch die niedergelassenen Ärzte in ihren Praxen. Wie viele Personen dort geimpft wurden, werde allerdings nicht an die Kreisverwaltung übermittelt. "Ich bin der Meinung, dass auch die Betriebsärzte in großen Betrieben jetzt impfen sollten. Und wir sollten die Priorisierungen drangeben", so Schneiders. Diese Entscheidung liegt allerdings nicht in der Hand der Kreisverwaltung. Dass das Impfen wirke, zeigten die Alten- und Pflegeheime. Dort gebe es im Landkreis Vulkaneifel keine Fälle mehr. Das Impfzentrum in Hillesheim hat am Wochenende das Tempo angezogen. "Wir haben kurzfristig Impfstoff und Termine erhalten", berichtet Impfkoordinator Dieter Schmitz. Mehr als 1.000 Impfungen wurden dort an zwei Tagen verabreicht. Dabei sei nur eine der Impfstraßen in Betrieb. Die Infrastruktur ist also vorhanden. Gut angenommen werden auch die sechs Schnellteststationen, die das Rote Kreuz und die DLRG (Gillenfeld) am Laufen halten. Pro Station werden an jedem Öffnungstag bis zu 250 Personen getestet.

Auch wenn derzeit noch Schneeflocken fallen, ist absehbar, dass die Temperaturen bald wieder steigen. Die Gesellschaft für Aerosolforschung hat sich in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, die Ministerpräsidenten und die Gesundheitsminister gewandt. Darin führen die Unterzeichner unter anderem auf, dass Übertragungen im Freien äußerst selten seien und die Gefahr drinnen lauere. Die Ansteckungen der im Freien lägen im Promillebereich. Laut Dr. Schneiders spricht nichts dagegen, Biergärten und Außengastronomie zu öffnen, wenn auf die entsprechenden Abstände geachtet wird. Die Frage sei nur, ob sich die Menschen an die Regeln halten. "Aber es gibt sicherlich Hoffnung, sein Bier in der Straußwirtschaft trinken zu können", so Schneiders.

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Kommentar von Ureifler
Das mit den Aerosolen wundert mich. Wenn ich mir das Institut GAeF bei Wikipedia anschaue, steckt nicht viel dahinter. Bis auf eine Ausnahme ist der Brief nur von Mitarbeitern dieses Institutes unterschrieben. Wie kann man sagen, 99,9 % der Ansteckungen stammen nicht aus dem Außenbereich, wenn man den Ansteckungspunkt in der Mehrzahl der Fälle nicht kennt.
Sehr merkwürdig.