Bombe erfolgreich entschärft

Evakuierung schneller als geplant

Daun. Die Position der Bombe auf dem Gelände der alten Brotfabrik in Daun war schwierig, die Entschärfung klappte aber reibungslos.

Eigentlich hätte die 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die am Mittwoch von einem Baggerfahrer bei Erdarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Brotfrabrik in Daun entdeckt wurde, am heutigen Sonntag um 11 Uhr entschärft werden. Um Vorfeld war der Kampfmittelräumdienst davon ausgegangen zwischen 30 und 60 Minuten für die Entschärfung zu benötigen. Doch es kam anders. Schon um 10.59 Uhr hieß es: Die Bombe ist entschärft. Geplant war, dass die Anwohner in einem Umkreis von 300 Metern bis 10 Uhr ihre Häuser verlassen mussten. Für 11 Uhr war dann die Entschärfung angesetzt. Da die Evakuierung allerdings äußerst reibungslos funktionierte, erhielten Kurt Mazzucco, Patrick Schweitzer und Marco Ofenstein, Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes, schon vorher grünes Licht, um ans Werk zu gehen.

Üblicherweise seien diese amerikanischen Fliegerbomben mit zwei Zündern ausgestattet. "Normalerweise legen wir erst beide Zünder frei, um zu sehen, was uns erwartet", erklärte Mazzucco nach der Entschärfung: "Das ging hier aber nicht, weil die Bombe fast senkrecht im Boden steckte." Um sie aus dem Boden zu holen, mussten die Feuerwerker zunächst eine Rampe bauen. Nachdem sie freigelegt war, stellte sich heraus, dass diese Bombe nur über einen Heckzünder mit Federmechanismus verfügt. "Der ist sehr empfindlich", so Mazzucco. Allerdings sei er nicht funktionsfähig gewesen. Ansonsten hätte es schon durch die Baggerarbeiten zur Explosion kommen können. So aber hatten die drei Feuerwerker ihre Arbeit innerhalb von 20 Minuten erledigt.

Laut Lena Herzog von der Verbandsgemeindeverwaltung Daun mussten 346 Menschen vorübergehend ihre Wohnung verlassen. Hinzu kamen rund 150 Bewohner des Seniorenhauses Regina Protmann am Ermlandweg. Die meisten von ihnen kamen im Technisat Kunden- und Logistikzentrum unter. Einige verbrachten die Zeit während der Entschärfung im Krankenhaus, andere im Regina-Protmann-Stift in Kelberg. Dort brach Jubel aus, als die Nachricht über die erfolgreiche Entschärfung verkündet wurde. "Die Waldwege sind ebenfalls gesperrt worden", berichtete VG-Bürgermeister Thomas Scheppe. Dass Kontrolle besser als Vertrauen ist, bewies sich auch diesmal, da am Hunert ein Wanderer abgefangen wurde.

Das Forum Daun war für alle Evakuierten als Anlaufstelle geöffnet worden, allerdings suchten nur rund 20 Dauner dort Unterschlupf. Die Lepper-Stiftung hatte für die Anwesenden und die Einsatzkräfte dort zudem ein Mittagessen organisiert. Stadtbürgermeister Friedhelm Marder bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten der Feuerwehr, Polizei, Rettungsorganisationen, Verwaltung, Versorgungsunternehmen, Landesbetrieb Mobilität sowie beim Bauleiter. Vom Moment des Bombenfundes an habe die Zusammenarbeit aller hervorragend funktioniert. "Man sieht, was man erreichen kann, wenn es kein Kompetenzgerangel gibt", so Marder.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.