Kein »weiter so«, kein Bruch

Gerolstein. Hans-Peter Böffgen kandidiert als unabhängiger Bewerber für das VG-Bürgermeisteramt. Er kennt die Verwaltung, will aber auch Neues wagen.

Ein »neues Gesicht« wäre ein VG-Bürgermeister Böffgen für viele Menschen sicher nicht. Er ist Chef der Gerolsteiner Wirtschaftsförderung sowie der Tourist-Info und somit fest eingebunden in die Verwaltungsstruktur, der er bald vorstehen möchte. Er ist im Vorstand des Gewerbevereins GeroTeam und als aktiver Fußballer, Schiedsrichter, Leichtathlet und Läufer zugleich Vorsitzender des Gerolsteiner Sportvereins. Bis aufs Studium war der »Eifler Jung« seiner Heimat immer treu. Die Menschen kennen ihn und er kennt sie. Also alles beim Alten, wenn der verheiratete 53-jährige Kommunalbeamte mit Wohnsitz in Pelm, Diplom-Verwaltungswirt und Vater von sechs Söhnen das Rathaus führt? Er schüttelt den Kopf. »In der jetzigen Phase der neuen VG braucht man zwar einen erfahrenen Steuermann, und ich denke, das bin ich. Kontinuität muss sein. Aber zugleich kann es kein ‚weiter so‘ geben. Die neue VG muss auch diejenigen überzeugen, die ihr bislang misstrauen.« Das will er als Unabhängiger, dessen Kandidatur von der SPD unterstützt wird, mit einem kooperativen Führungsstil erreichen. »Ich habe keine automatischen Mehrheiten. Gerade für mich zählen nur gute Sachargumente.« Entschieden werde erst am Schluss, vorher werde diskutiert und abgewogen.

Demografie als Herausforderung

Eine wesentliche Herausforderung sieht er in der Demografie, die auch unsere Städte und Dörfer verändert. »Da will ich generationsübergreifend innovative, gemeinschaftlichere Wohnformen mit auf den Weg bringen.« Aber natürlich liegt ihm das Thema Tourismus als eine der wichtigsten Quellen von Wertschöpfung in der neuen VG besonders am Herzen. Mit ihm soll es keine neuen Gesteinsabbauflächen geben und Windkraft nur mit Augenmaß. Impulse setzen will er mit einem Wasser-Naturparkzentrum, mit der neuen VG eine führende Rolle im Natur- und Geopark Vulkaneifel übernehmen und so mehr vom UNESCO-Label der Vulkaneifel profitieren. Denn: »Das alles ist beileibe nicht nur etwas für Touristen, sondern eine gute Freizeit-Infrastruktur ist pure Lebensqualität genauso für die Einheimischen.« Und mit ihr könne man Fachkräfte anlocken, die Wirtschaft und die Immobilienwerte stärken.

Weg vom Kirchturmdenken

Im täglichen Umgang mit den Gästen hat er gelernt, sich vom Kirchturmdenken zu lösen und auch Verwaltung als Service zu begreifen. »Zukunftsfähig sind wir, wenn wir immer das Ganze im Blick haben«, meint er und betont, dass er sich als VG-Bürgermeister nicht nur für die Unternehmen und Einzelhändler in Gerolstein engagieren würde, wie er es seit vielen Jahren im GeroTeam tut. »Die Aufgabe, lebendige Stadtkerne mit Geschäften und Gastronomie zu erhalten, teilen wir doch alle, auch in Jünkerath oder Hillesheim oder Stadtkyll. Da bringt uns nur Vernetzung voran.« Aber als Mann vor allem der Wirtschaft will Hans-Peter Böffgen nicht wahrgenommen werden. »Ich habe ein großes Herz für die vielen Vereine und Ehrenamtler, die sich zum Beispiel in den Feuerwehren engagieren. Das würde ich als Bürgermeister weiter stärken.«


www.hans-peter-boeffgen.de; www.facebook.com/hanspeter.boffgen

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