Julia Borsch

Die blauen Glücksorte der Eifel: Auf Entdeckungstour mit Ulrike Kraenz 

Eifelregion (bor). Die Eifel ist für Ulrike Kraenz längst mehr als ein Ausflugsziel: Die 47-Jährige nimmt in ihrem Buch "Blaue Glücksorte in der Eifel" Leserinnen und Leser mit zu Quellen, Bächen und anderen Wasserorten der Eifelregion. Mit Leser-Gewinnspiel.

Ulrike Kraenz ist Wahldüsseldorferin, stammt ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern und hat die Eifel als ihr persönliches Lieblingsnaherholungsgebiet entdeckt. Für die Recherche war sie an vielen bekannten und weniger bekannten Orten unterwegs – und hat dabei selbst noch einmal einen neuen Blick auf die Eifel gewonnen. Im Interview erzählt sie, welcher Ort sie beson-ders überrascht hat, was Wasser über die Region verrät und warum die Spuren der Flutkatastrophe von 2021 und die zunehmende Trockenheit auch an den "blauen Glücksorten" nicht zu übersehen sind.

WochenSpiegel: Die Eifel wird oft mit Maaren, Bächen und Talsperren verbunden. Hat sich Ihr eigener Blick auf die Landschaft durch die Arbeit an dem Buch verändert?

Ulrike Kraenz: Es geht noch viel blauer zu, als ich dachte! Hinter jeder Kurve könnte sich eine Quelle oder ein Brunnen verstecken. Jeder Stausee und jeder Bach fängt mal irgendwo klein an und es gibt mir ein besonderes Gefühl, diese Anfänge aufzusuchen und auf mich wirken zu lassen - mit dem Wissen, dass später Großartiges aus ihnen entsteht.

WochenSpiegel: Wie kommt es, dass Sie sich primär auf »blaue« Glücksorte konzentriert haben?

Ulrike Kraenz: Zum einen war das der vorgegebene thematische Schwerpunkt und zum anderen sind es insbesondere die wassernahen Orte, an denen ich persönlich Ruhe und Inspiration finde.

WochenSpiegel: Gab es bei der Recherche einen Ort, der Sie überrascht hat?

Ulrike Kraenz: Der Felsenweiher bei Ernzen war mir im Vorfeld der Recherche völlig unbekannt. Tatsächlich habe ich den Tipp von einem Paar aus der Eifel bekommen, das ich während einer Wanderreise auf den Kapverden kennengelernt hatte. Schon als ich nur von der Existenz des Felsenweihers hörte, war ich völlig in seinen Bann gezogen.

WochenSpiegel: Die Eifel ist groß. Nach welchen Kriterien haben Sie entschieden, welche Orte einen Platz in Ihrem Buch finden und welche nicht?

Ulrike Kraenz: Das war wirklich nicht immer einfach, eine Auswahl zu treffen, und schon allein geografisch musste ich mir Grenzen setzen. Das Ahrtal und Trier habe ich zum Beispiel bewusst außen vorgelassen, für diese Region bzw. die Stadt gibt es auch eigene Glücksorte-Bücher. Ich wollte möglichst viele unterschiedliche Orte verteilt über die gesamte Eifel vorstellen und erhebe keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit.

WochenSpiegel: Was erzählt Wasser über die Eifelregion, was man auf den ersten Blick vielleicht nicht sieht?

Ulrike Kraenz: Dass Kraft und Energie oft im Verborgenen liegen und es sich immer lohnt, unter oder hinter die Oberfläche zu schauen.

WochenSpiegel: Ist Ihnen bei der Recherche für das Buch aufgefallen, wie sehr sich unser Verhältnis zu Wasser verändert?

Ulrike Kraenz: Ja, in und an vielen Orten hat die Flutkatastrophe 2021 Spuren hinterlassen, damit wird man an dem einen oder anderen Glücksort konfrontiert. Hochwassermarken haben mich oft fassungslos dastehen lassen. Diesen Sommer werden Besucher:innen der blauen Glücksorte eher dem anderen Extrem begegnen: versiegte Quellen, trockene Wasserfälle, Niedrigwasser überall. Diese Entwicklung stimmt mehr als nachdenklich.


Das Interview führte Julia Borsch.


Leser-Gewinnspiel

Der Droste-Verlag hat unseren Leserinnen und Lesern fünf Gewinn-Exemplare von "Blaue Glücksorte in der Eifel" zur Verfügung gestellt. So können Sie am Gewinnspiel teilnehmen:

  • Senden Sie eine E-Mail an gewinnen@weiss-verlag.de
  • Betreff: "Blaue Glücksorte"
  • Teilnahmeschluss ist Sonntag, 20. September 2026
  • Die Gewinnerinnen und Gewinner werden per Zufallsprinzip ausgelost und per E-Mail benachrichtigt. Das Gewinnexemplar kann nach vorheriger Terminabsprache im Verlagssitz Trier abgeholt werden oder
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