"Meine Seele singt und tanzt": Inge Jägers besondere Verbindung zum Senegal
Vor mehr als 20 Jahren führte der Weg der ausgebildeten Klavierpädagogin und Musikerin Inge Jäger nach Westafrika. Ein Stipendium des "Kulturfonds Aschberg" der Unesco ermöglichte ihr einen dreimonatigen Aufenthalt im Senegal. "Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten bis heute dadurch die Möglichkeit, in eine vollkommen neue Kultur einzutauchen. Ich bewarb mich als Musikerin mit der Grundidee, eine Brücke von meiner Musikkultur zu der westafrikanischen zu schlagen", erklärt Jäger. Die gebürtige Saarburgerin lebte im Rahmen des Stipendiums ein Vierteljahr im Kulturzentrum Espace-Sobobadé, etwa 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Dakar. Die intensiven künstlerischen Erfahrungen veranlassten Jäger, wenige Monate später für ein weiteres Jahr in den Senegal zurückzukehren. "Ich wagte eine selbstständige Recherche über die traditionelle Musik des Landes", erinnert sich die heute 61-Jährige.
Besonders beeindruckt habe sie die kreative Ausdrucksfähigkeit der Kinder sowie die Freude der Tänzerinnen und traditionellen Musiker bei den Proben. Auch die Bedeutung der Musik im Alltag der Menschen habe sie nachhaltig geprägt: "Das Leben im Senegal ist für die Einheimischen ohne Musik und Tanz undenkbar. Die traditionellen Lieder werden von Generation zu Generation weitergegeben und auf allen Festen lebendig gehalten. Sie begleiten den Alltag der Kinder von klein auf."
Eine Verbindung, die bis heute besteht
Die Erfahrungen aus ihrer Zeit im Senegal sind für Jäger bis heute präsent. Zu einigen Tänzerinnen des damaligen Kulturzentrums steht sie weiterhin in Kontakt. 2015 organisierte sie gemeinsam mit ihnen noch einmal ein Konzert im Senegal im Rahmen des "Festival des Rythmes du Monde".
Auch musikalisch ist die Verbindung geblieben. Jäger studierte Klavier, Rhythmik und Gesang und ist seit vielen Jahrzehnten als Klavier- und Musikpädagogin tätig. 2017 veröffentlichte sie ein Soloalbum mit eigenen Chansons und Klavierminiaturen. Viele der traditionellen Lieder, die sie während ihrer Aufenthalte im Senegal kennengelernt hat, gehören noch immer zu ihrem Repertoire. Die Rückkehr nach Deutschland sei ihr nach dem intensiven Jahr im Senegal nicht leichtgefallen. Die bunten Eindrücke und Erlebnisse aus dieser Zeit sind jedoch geblieben und bilden auch die Grundlage für ihr Buch "Senegal … und meine Seele singt und tanzt".
Musik, Bilder und Geschichten – Lesung in Bitburg
Ihre Lesung im Rahmen der "Fairen Woche" in Bitburg verbindet diese persönlichen Erlebnisse mit Musik und Bildern. Großformatige Fotografien auf einer Leinwand begleiten die Lesung und sollen den Zuhörerinnen und Zuhörern einen unmittelbaren Eindruck von den beschriebenen Orten und Begegnungen vermitteln. Auch musikalisch wird Jäger ihre künstlerische Seite einbringen: Sie begleitet die Veranstaltung mit traditionellen Liedern und Rhythmen aus dem Senegal. "Diese Lebendigkeit meiner Erfahrungen möchte ich gerne teilen", sagt die 61-Jährige.
Dass die Veranstaltung im Rahmen der "Fairen Woche" stattfindet, knüpft zugleich an Jägers persönliche Verbindung zum Senegal an. Für sie bedeutet fairer Handel, beim Einkauf Verantwortung zu übernehmen und dazu beizutragen, dass Erzeugerinnen und Erzeuger ein verlässliches Einkommen erhalten. Auch persönlich hat sie solche Verbindungen unterstützt: Einen Maler aus dem Senegal half sie beispielsweise dabei, seine Batikarbeiten nach Deutschland zu verkaufen.
Inge Jäger liest am Samstag, 26. September, 19 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen Kirche in Bitburg, Trierer Straße 17. Der Eintritt zur Lesung ist frei. Organisiert wird die Lesung vom Alasitas Weltladen Bitburg.

Fake News & Co.: Wie Algorithmen die Meinungsbildung beeinflussen

Grenzkontrollen: Polizei stellt Kokain, Crack und Cannabis sicher

19 Stunden unentdeckt: Verletzter Motorradfahrer im Wald gefunden





Zurück
Nach oben