

Der Caritasverband Westeifel beteiligt sich mit den Sozialstationen Südeifel und Prüm-Arzfeld am Modellprojekt „Pflege ganz aktiv“. Das Projekt wird gemeinsam mit Pflege- und Krankenkassen in Rheinland-Pfalz umgesetzt und erprobt neue Ansätze in der ambulanten Pflege. Kern des Projekts ist eine flexiblere Organisation der Leistungen. Statt einzelner festgelegter Leistungskomplexe sollen Pflegebedürftige Zeitkontingente nutzen können. Dadurch sollen Pflegeeinsätze individueller gestaltet und Dokumentationsaufwand verringert werden.
Nach Angaben des Caritasverbandes können dadurch auch persönliche Wünsche einfacher berücksichtigt werden. Als Beispiel nennt der Verband eine demenziell erkrankte Patientin, die sich morgens schminken lassen wollte. Im bisherigen System sei dafür zusätzlicher Dokumentationsaufwand nötig gewesen.
Das Projekt reagiert nach Angaben der Beteiligten auch auf den Fachkräftemangel und die steigenden Anforderungen in der ambulanten Pflege. Zudem sollen Aufgaben innerhalb der Pflegeteams stärker verteilt werden. So könnten angelernte Kräfte bestimmte behandlungspflegerische Tätigkeiten übernehmen und Pflegefachkräfte entlasten.
Derzeit nehmen laut Caritasverband rund 70 Kundinnen und Kunden an dem Modellprojekt teil. Das Projekt wird fortlaufend durch Befragungen des Medizinischen Dienstes begleitet und ausgewertet.
„Wir haben bislang sehr gute Erfahrungen mit dem Modellprojekt gemacht. Als Caritasverband gehen wir gerne neue Wege und sind offen für innovative Ansätze. Unser Ziel ist es, die ambulante Pflege nachhaltig zu stärken. Wir sehen im Modellprojekt einen Baustein, um insbesondere in den ländlichen Regionen die Versorgung der Menschen besser sicherzustellen“, betonen Silke Mathey als Caritasdirektorin und Leitung der gesundheitspflegerischen Dienste sowie Susanne Dhur als verantwortliche Projektleitung.




