Nikolas Leube

Zu viele Rehe, zu wenig Wald? Experten diskutieren in Bitburg über Folgen des Klimawandels

Bitburg. Rund 450 Fachleute diskutieren bei der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, wie sich Wälder besser an den Klimawandel anpassen lassen und welche Rolle die Jagd dabei spielt.

Symbolbild

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Bild: Pixabay

Wie viele Rehe und Hirsche verträgt der Wald? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit rund 450 Fachleute bei der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Deutschland, kurz ANW, in Bitburg. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Wälder im Klimawandel widerstandsfähiger entwickeln lassen.

Nach Angaben der ANW zeigen Ergebnisse eines bundesweiten Forschungsprojekts, dass Wild den Waldumbau deutlich erschweren kann. Auf eingezäunten Flächen wachsen demnach bereits nach sieben Jahren durchschnittlich rund 50 Prozent mehr Gehölzarten als außerhalb der Zäune. ANW-Bundesvorsitzender Hans von der Goltz sieht darin einen wichtigen Hinweis für den Aufbau stabiler Mischwälder.

Jagd und Waldbau gemeinsam denken

Mehrere Referenten machten zu hohe Wildbestände als zentrales Hindernis für den Waldumbau aus. Dr. Franz Straubinger, langjähriger Geschäftsführer der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Verwaltung, warnte vor ökologischen und wirtschaftlichen Folgen, wenn junge Bäume durch Rehe und Hirsche stark verbissen werden.

Auch Uli Osterheld, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Pro Jagdkonzept GmbH, sieht Handlungsbedarf. Er forderte, Wildbestände so zu regulieren, dass sich alle standortgerechten Baumarten ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen entwickeln können. Außerdem sprach er sich für mehr Fortbildung innerhalb der Jägerschaft und ein konsequenteres Handeln der Jagdbehörden aus.

Exkursionen in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Die ANW setzt nach eigenen Angaben auf eine engere Zusammenarbeit von Waldbesitzenden und Jagenden. Unterstützt werden soll dies unter anderem durch das Projekt "Wild – Wald – Innovation".

Am Freitag, 19. Juni, und Samstag, 20. Juni, besuchen die Teilnehmer fünf Dauerwaldreviere in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Dort wollen sie Strategien des naturgemäßen Waldbaus und erfolgreiche Jagdkonzepte anhand konkreter Praxisbeispiele diskutieren.