Julia Borsch

Schulstart in Rheinland-Pfalz: Mehr Lehrkräfte und neue Handyregeln

Rheinland-Pfalz (red). Zum Schulstart am Montag, 10. August, setzt das Land neue bildungspolitische Schwerpunkte: Neben zusätzlichen Lehrkräften und neuen Handyregelungen stehen Sprachförderung, Ganztag, Informatik und Schulsport im Mittelpunkt.

Am Montag, 10. August, beginnt das Schuljahr 2026/27 in Rheinland-Pfalz. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hat Neuerungen beschlossen.

Am Montag, 10. August, beginnt das Schuljahr 2026/27 in Rheinland-Pfalz. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hat Neuerungen beschlossen.

Bild: Symbolfoto/CanvaPro

Rund 45.500 Lehrkräfte, neue Ganztagsangebote und zusätzliche digitale Hilfen sollen das Schuljahr 2026/2027 in Rheinland-Pfalz prägen. Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig stellte zum Schulstart die wichtigsten Vorhaben des Landes vor.

„Mit jedem Lernen packen Schülerinnen und Schüler ein Stück Wissen und Können in ihre persönliche Schatzkiste, die sie immer wieder neu oder weiter füllen und aus der sie ein Leben lang schöpfen können. Diese Schatzkiste werden wir auch im kommenden Schuljahr gemeinsam füllen und die Schülerinnen und Schüler so gut aufs Leben vorbereiten“, sagte die Ministerin.


Rund 940 neue Lehrkräfte eingestellt

An den 1.661 Schulen des Landes unterrichten nach Angaben des Ministeriums so viele Lehrerinnen und Lehrer wie noch nie. Rund 940 Lehrkräfte wurden neu eingestellt, darunter 225 zusätzliche Stellen.

Alle Planstellen sollen im Laufe des Schuljahres mit vollständig ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Einzelne Stellen sind zum Schulbeginn noch offen, unter anderem wegen regionaler Unterschiede und benötigter Fächerkombinationen.

Auch die Zahl der angehenden Lehrkräfte ist gestiegen. Mehr als 2.500 Anwärterinnen und Anwärter werden derzeit ausgebildet. „Gute Zahlen heute verpflichten uns, auch morgen gut aufgestellt zu sein“, sagte Eiling-Hütig.


Mehr Förderung zum Schulstart

Erstmals gab es in den Sommerferien Sprachkurse für Kinder, die nun eingeschult werden. Das Programm „First Class“ wird auf 30 weitere Grundschulen ausgeweitet. Auch Familiengrundschulzentren und das Startchancen-Programm sollen weitergeführt werden.

„Mehr Lehrkräfte, mehr Schulen, mehr Angebote – das alles entfaltet nur dann seinen vollen Wert, wenn wir kein Kind zurücklassen“, so die Ministerin.


Ganztagsangebote werden ausgebaut

13 weitere Schulen werden im neuen Schuljahr zu Ganztagsschulen in Angebotsform. Damit verfügen rund 1.300 Schulen über entsprechende Angebote. Das sind 86 Prozent der allgemeinbildenden Schulen und mehr als 90 Prozent der Grundschulen. „Jedes Kind, das ein Ganztagsangebot nutzen möchte, kann das in Rheinland-Pfalz tun“, sagte Eiling-Hütig.


Handynutzung bis Klasse 10 soll untersagt werden

Ab dem 1. Februar 2027 soll die private Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Geräten bis einschließlich Klasse 10 verboten werden. Die Regelung soll während des Unterrichts, in den Pausen und in Ganztagsangeboten gelten. Die Geräte müssen ausgeschaltet und nicht sichtbar verstaut werden. Ausnahmen sind etwa aus medizinischen Gründen vorgesehen.

„Wir nehmen damit sozialen Druck von jungen Menschen, immer erreichbar, immer online zu sein. Und wir schaffen Raum für das, was im späteren Leben zählt: das persönliche Gespräch, die unmittelbare Interaktion."


Mehr Schwimmen, Sport und Informatik

Kaiserslautern und Neustadt kommen als neue Schulschwimmzentren hinzu. Dadurch können 62 weitere dritte Klassen Schwimmunterricht erhalten. Eine Vereinbarung mit dem Landessportbund soll zudem helfen, Schule und Leistungssport besser miteinander zu verbinden.

„Leistungsfreude, nicht Leistungsdruck – dieses Leistungsbild ist es, das ich für unsere Schülerinnen und Schüler möchte. Denn im Sport wie im Leben zählt, sich etwas zuzutrauen, anzupacken und auch nach Rückschlägen weiterzumachen.“

Das Pflichtfach Informatik wird ebenfalls ausgeweitet. 30 neue Pilotschulen kommen hinzu, insgesamt nehmen damit 58 Schulen teil. Mehr als 280 Lehrkräfte werden dafür weitergebildet.

Deutschlehrkräfte der Klassen 5 und 6 können künftig außerdem einen KI-Assistenten für Unterrichtsplanung, Lernaufgaben und die Anpassung an unterschiedliche Lernstände nutzen. An weiterführenden Schulen soll eine einheitliche Software unter anderem Stundenplanung, digitales Klassenbuch und Schulkalender bündeln.


Mehr Unterstützung für Schülerfirmen

Schulen erhalten zusätzliche Angebote zur Gründung und Begleitung von Schülerunternehmen. Dazu gehören Fortbildungen für Lehrkräfte und ein Qualitätscheck für Schülerfirmen.

„Wer früh lernt, Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen, der ist besser vorbereitet auf das, was nach der Schule kommt“, so die Ministerin.

An elf Berufsfachschulen startet außerdem ein neuer Ausbildungsweg zur sozialpädagogischen Assistenz. Er soll auf Tätigkeiten in Kitas, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe vorbereiten.

 

Quelle: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz