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Klimaschutz mit Spaßfaktor

Bis November 305 Tonnen CO2 einsparen – diese Herausforderung hat die Stadt Zülpich im Rahmen der Klimawette angenommen. Die Wette gewinnen kann die Stadt allerdings nur mit Unterstützung ihrer Einwohner.
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Das Motto der Sommerradtour »Kickt die Tonne!« ist durchaus wörtlich zu nehmen. In Zülpich nutzten Michael Bilharz (li. Initiator der Klimawette) und Bürgermeister Ulf Hürtgen (re.) allerdings Boxhandschuhe um die symbolische »Tonne CO2« im Rahmen der Klimawette umzuboxen.  Foto: Scholl

Das Motto der Sommerradtour »Kickt die Tonne!« ist durchaus wörtlich zu nehmen. In Zülpich nutzten Michael Bilharz (li. Initiator der Klimawette) und Bürgermeister Ulf Hürtgen (re.) allerdings Boxhandschuhe um die symbolische »Tonne CO2« im Rahmen der Klimawette umzuboxen. Foto: Scholl

»Man kann als Einzelner nicht die Welt retten, aber man kann die Steine ins Rollen bringen«, sagt Dr. Michael Bilharz vom Verein »3 fürs Klima«,  der die bundesweite CO2-Sparaktion »Die Klimawette« initiiert hat. Sich »selbst ins Rollen gebracht« hat Bilharz bereits. Aktuell radelt er für die Klimawette mit Lastenrad und einer Tonne CO2 über 6.000 Kilometer in 100 Tagen quer durch Deutschland. Dabei macht Bilharz in 200 Städten Station um die Klimawette vorzustellen. Vergangene Woche wurde Michael Bilharz in Zülpich von Bürgermeister Ulf Hürtgen begrüßt. »Das ist ein Thema, das alle Generationen betrifft und das wir gemeinsam anpacken müssen«, sagte Hürtgen und appellierte gleichzeitig an die Menschen in Zülpich und den Ortsteilen selbst bei der Klimawette mitzumachen und die Stadt Zülpich zu unterstützen. Die hat nämlich die Herausforderung angenommen bis November 2021 305 Tonnen CO2 einzusparen (heruntergerechnet auf die Einwohnerzahl von Zülpich).
Inwiefern sich die Stadt Zülpich schon seit Jahren für den Klimaschutz einsetzt, erklärte Ulf Hürtgen im Gespräch mit Bilharz.  So nannte Hürtgen beispielsweise die Umstellung auf energiesparende LED-Beleuchtung in Einrichtungen der Stadt und bei der Straßenbeleuchtung, Photovoltaik auf geeigneten städtischen Gebäuden, den Ausbau des ÖPNV, Windkraft, die Auslobung von Klimaschutzpreisen, Aktionen wie das »Stadtradeln« oder »Mit den Rad zu Arbeit« und die Anschaffung von Diensträdern für das Rathaus.

Ins Zeug legen bei der CO2-Städteliga

Aachen, Haan, Potsdam oder Backnang haben bereits ihre eigene Klimawette am Laufen. Die CO2-Städteliga der Klimawette ermöglicht den direkten Vergleich mit der Nachbarstadt oder anderen Städten. Denn alle Teilnehmer werden über ihre Postleitzahl automatisch den jeweiligen Städten »gutgeschrieben«. »Klimaschutz geht leichter, wenn man ihn nicht als Belastung, sondern als sportliche Herausforderung begreift«, so Bilharz. »Beim Sport legen wir uns oft mächtig ins Zeug und haben Freude daran. Warum soll das nicht auch bei der Sicherung unserer Lebensgrundlagen möglich sein?«

Anmelden und selbst mitmachen

Das Mitmachen geht ganz einfach über die Website www.dieklimawette.de auf zwei Wegen. Zum einen kann man selbst CO2 einsparen und für die Klimawette erfassen. Aus einer Liste von 20 Vorschlägen kann man hierzu seinen eigenen Vorsatz für den Klima-Sommer heraussuchen: vom LED-Lampentausch über den fleischfreien Monat oder den autofreien Arbeitsweg bis hin zum solaren »Balkonkraftwerk«. Zum anderen kann man konkrete Klimaschutzprojekte von gemeinnützigen Kompensationsdienstleistern durch eine Spende möglich machen und damit tonnenweise CO2 vermeiden. Zur Auswahl stehen Solar- und Effizienzprojekte ebenso wie Aufforstungs- und Pflanzenkohle-Projekte.
Die Klimawette möchte bis zur Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow am 1. November 2021 1 Million Menschen gewinnen, die jeweils mindestens eine Tonne CO2 einsparen. Denn eine Tonne CO2-Einsparung pro Person und Jahr entspreche laut den Verantwortlichen der Klimawette in etwa den Anforderungen an die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels gemäß den Beschlüssen von Paris. Das 1,5-Grad-Ziel bedeutet den menschengemachten weltweiten Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, gerechnet vom Beginn der Industrialisierung um 1850 bis zum Jahr 2100.
www.dieklimawette.de