Jutta Kruft

Neue Wege in der Palliativversorgung

Landrätin Cornelia Weigand (3. v.l.) und Bürgermeister Guido Orthen (3. v.r.) gratulierten Klinikleitung, Palliativ-Team und Netzwerkpartnern zur Eröffnung der neuen Palliativeinheit am Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Landrätin Cornelia Weigand (3. v.l.) und Bürgermeister Guido Orthen (3. v.r.) gratulierten Klinikleitung, Palliativ-Team und Netzwerkpartnern zur Eröffnung der neuen Palliativeinheit am Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Bild: Hannah Scosceria /Marienhaus

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit der feierlichen Eröffnung seiner neuen Palliativeinheit hat das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler am Dienstag einen wichtigen Meilenstein für die Versorgung von Menschen mit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen gesetzt. Im interdisziplinären Palliativteam arbeiten Fachärztinnen und -ärzte sowie Pflegekräfte mit speziellen Zusatzqualifikationen eng zusammen. Der Fokus liegt auf der Behandlung von belastenden Symptomen am Lebensende sowie auf einer psychosozialen Begleitung der Betroffenen.
„Palliativmedizin bedeutet für uns, fachliche Kompetenz mit menschlicher Nähe zu vereinen,“ sagt Oberärztin Dr. Carmen Breitbach, die als qualifizierte Palliativmedizinerin und Oberärztin der Abteilung für Anästhesie gemeinsam mit Chefarzt Dr. Harald Lörler die neue Einheit leitet.
Am Festakt zur Eröffnung nahmen auch Landrätin Cornelia Weigand und Bürgermeister Guido Orthen teil. In ihren Grußworten bedankten sie sich beim gesamten Team für die anspruchsvolle und zugleich außerordentlich wertvolle Arbeit und betonten die Bedeutung des Engagements für Kreis und Stadt. „Die Menschen in unserer Region sollen wissen: Sie sind gut aufgehoben – auch auf ihrem letzten Weg“, lautete der gemeinsame Tenor.
Stark im Netzwerk
Die Palliativeinheit wird in enger Kooperation mit dem Hospiz-Verein Rhein-Ahr sowie dem ambulanten Palliativdienst (SAPV) tätig sein. Ziel ist der Aufbau eines tragfähigen Palliativnetzwerks für den Kreis Ahrweiler, das ambulante, stationäre und hospizliche Versorgungsangebote sinnvoll miteinander verbindet. „Gute Palliativarbeit gelingt nur gemeinsam“, betont Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, anlässlich der Eröffnung. „Wir müssen alle vorhandenen Ressourcen bündeln, um Menschen am Lebensende bestmöglich begleiten und unterstützen zu können.“
Filmvorführung macht Palliativarbeit erlebbar
Anlässlich der Eröffnung laden das Marienhaus Klinikum sowie der Hospiz-Verein Rhein-Ahr zu einer besonderen Filmvorführung in die Aula des Krankenhauses ein. Am Donnerstag, den 5. Februar 2026, können Interessierte hier den vierstündigen Dokumentarfilm „Palliativstation“ von Philipp Döring erleben, der Anfang des Jahres auf der Berlinale Premiere feierte.
Der Film gewährt eindrucksvolle Einblicke in die Palliativarbeit des Berliner Franziskus-Krankenhauses und zeigt sensibel, was es bedeutet, Menschen an ihrem Lebensende zu begleiten.
Filmvorführung „Palliativstation“
•           Donnerstag, 5. Februar, 16 bis 20.30 Uhr
•           Aula Krankenhaus Maria Hilf, Dahlienweg 3, Bad Neuenahr-Ahrweiler
•           Eintritt frei, Spenden für die Palliativeinheit willkommen
Spendenaktion mit besonderer Symbolkraft
Im Rahmen der Eröffnungsfeier stellte Krankenhausoberin Maria Heine zudem eine weitere Spendenaktion vor: In Zusammenarbeit mit den Caritas-Werkstätten Bonn haben Menschen mit Behinderung sogenannte Würdetäfelchen gefertigt, die ab sofort im Foyer des Klinikums gegen eine Spende von fünf Euro erworben werden können. Der gesamte Erlös kommt direkt den Palliativ-Patientinnen und -Patienten des Klinikums zugute – zum Beispiel in Form ergänzender Therapieangebote wie Shiatzu, Reiki oder Klangschalenmassage.
„Die Täfelchen sind mehr als ein dekoratives Element. Sie stehen symbolisch für die Würde jedes einzelnen Menschen, die wir in der Palliativarbeit in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Heine. Sie knüpfen bewusst an das bekannte Projekt der Königs-Holzfigur von Diakon Ralf Knoblauch an, welches ebenfalls die Unantastbarkeit der Menschenwürde betont.
Ein starkes Zeichen für die Region
Palliativmedizinische Maßnahmen gehören bereits seit vielen Jahren zum Arbeitsalltag des Klinikteams. Entsprechend groß ist der Erfahrungsschatz, der nun in der neuen Einheit gebündelt und weiterentwickelt werden soll. Sie ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Palliativstation, deren Eröffnung nach umfangreichen Bauarbeiten für Anfang 2027 geplant ist.
„Die Region braucht eine verlässliche palliative Versorgung“, sagt Klinikgeschäftsführer Thorsten Kopp. „Mit dem Start der Einheit und dem Aufbau einer Station senden wir ein klares Signal: Wir übernehmen Verantwortung und schaffen Strukturen, die auch langfristig eine bestmögliche Versorgung sicherstellen.“

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