Simone Wunder

Prozession zur Kottenborner Kapelle

Wershofen/Kottenborn. Brauchtumsgerecht zog auch in diesem Jahr zum Fest Christi Himmelfahrt eine Prozession von der Wershofener Pfarrkirche St. Vincentius zum Kottenborner Heiligenhäuschen. Über die Felder, im Gebet und mit Gesang, begleitet von Pfarrer Dr. Rainer Justen, ging es zum Heiligenhäuschen.Bereits im Jahre 1634 wurde an dieser Stelle ein Kreuz erwähnt, im Jahre 1892 eine Kapelle erbaut. Im Inneren der Kapelle befinden sich Abbildungen von Heiligen, es sind dies die heilige Brigitta mit einer Kuh und der heilige Donatus.
Manche erinnerten sich mit Entsetzen und Empörung, dass vor Jahresfrist Teile des Kupferdachs der Kapelle entwendet und weitere Schäden verursacht wurden. Der Schaden ist wieder fachmännisch beseitigt, Spenden von Privatleuten und der regionalen Banken waren bei der kostspieligen Reparatur behilflich. Der Brauchtumsstätte kommt offenbar wieder der erforderliche Respekt zu.
Der  Überlieferung zufolge soll eine verhagelte Ernte, anderen Quellen zufolge eine Viehseuche, den Anlass für die alljährliche Bittprozession gegeben haben. Die Kapelle befindet sich seit vielen Jahren in Privatbesitz mehrerer Familien. Aufwändige Sanierungsarbeiten verhalfen dem kleinen Gotteshaus vor Jahren wieder zu neuem Glanz. Die Bausubstanz und das Umfeld werden sorgfältig gepflegt. Die Kapelle hat ihren Platz als ein kleines Bauwerk von historischer Bedeutung behauptet. Pfarrer Dr. Rainer Justen dankte den Wershofener Musikanten für die musikalische Rahmengestaltung, dankte allen, die zur Pflege und zum Unteralt des Kulturgutes einen Beitrag leisten. 
Die Spitze des auf dem Dach befindlichen Kreuzes soll exakt 500 Meter über Meeresspiegel (NN) liegen, dies ist bewusst so eingerichtet. Wanderer genießen den herrlichen Fernblick von der Kapelle, über Felder und Wälder auf den imposanten Aremberg. Bei klaren Wetterverhältnissen soll sogar der Petersberg bei Königswinter sichtbar sein. Für viele Besucher ist die idyllische Stätte Anlaufpunkt für ein Gebet, für Besinnung.
Im Anschluss feierten die Einwohner und zahlreiche Gäste den Vatertag am Feuerwehrhaus, zu Blasmusik, bei bester Bewirtung durch die Gastgeber. Ein Flohmarktbesuch rundete das gesellige Fest ab.