Mario Zender

Spionageverdacht: Wurde mutmaßliche Agentin von Ex-Bundeswehrangehörigen aus dem Kreis Ahrweiler unterstützt?

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden besteht der Verdacht, dass eine russische Spionin Unterstützung aus dem Kreis Ahrweiler erhalten haben könnte.

In Berlin wurde die deutsch-ukrainische Staatsangehörige Ilona W. festgenommen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden besteht der Verdacht, dass sie Unterstützung aus dem Kreis Ahrweiler erhalten haben könnte.

Bild: KI-Symbolfoto

Von Mario Zender
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Ahrweiler/Berlin. Ein aufsehenerregender Spionagefall wirft auch Fragen für den Landkreis Ahrweiler auf. Wie der Generalbundesanwalt mitteilte, wurde die deutsch-ukrainische Staatsangehörige Ilona W. in Berlin festgenommen. Sie steht im dringenden Verdacht, für einen russischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Außerdem wird gegen zwei weitere Männer ermittelt.
Brisant aus regionaler Sicht: Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamt nicht nur Wohnungen in Berlin, Brandenburg und München, sondern auch Räumlichkeiten im Landkreis Ahrweiler. Dort sollen sich zwei weitere Beschuldigte aufhalten, die bislang auf freiem Fuß sind.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft unterhielt Ilona W. spätestens seit November 2023 nachrichtendienstliche Kontakte zur Russischen Botschaft in Berlin. Ihr Kontaktmann soll für einen russischen Geheimdienst gearbeitet haben. Die Beschuldigte habe Informationen mit Bezug zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine beschafft – darunter Hintergründe zu Teilnehmern hochrangiger politischer Veranstaltungen sowie Hinweise auf Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Drohnenlieferungen an die Ukraine.
Besonders sensibel ist dabei der mutmaßliche Unterstützerkreis: Laut Haftbefehl wandte sich Ilona W. teilweise an ehemalige Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung, mit denen sie persönlich bekannt war. Ob darunter auch frühere Bundeswehrangehörige aus dem Kreis Ahrweiler sind, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Offiziell bestätigt ist dies bislang nicht – der regionale Bezug durch die Durchsuchungen nährt jedoch entsprechende Fragen.
Darüber hinaus soll die Beschuldigte ihrem Kontaktmann geholfen haben, unter falschen Namen politische Veranstaltungen in Berlin zu besuchen, um dort gezielt Kontakte für den Geheimdienst aufzubauen.
Ilona W. wurde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheidet. Das Verfahren geht auf Hinweise des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Militärischen Abschirmdienstes zurück.

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