

Die Entscheidung ist Teil des Personaltableaus der künftigen CDU/SPD-Landesregierung unter Ministerpräsident Gordon Schnieder. Für Rodenkirch bedeutet der Wechsel nach 17 Jahren im Wittlicher Rathaus den Schritt von der Kommunal- auf die Landesebene. Die SGD Nord zählt zu den einflussreichsten Landesbehörden in Rheinland-Pfalz und verantwortet u.a. Umwelt- und Naturschutz, Wasserwirtschaft, Regionalplanung, Gewerbeaufsicht sowie große Genehmigungsverfahren.
Dass Joachim Rodenkirch die Stadt vorzeitig verlässt, kommt durchaus überraschend. Erst im vergangenen Jahr war der 62-Jährige erneut zum Bürgermeister gewählt worden. Seine Amtszeit hätte regulär noch bis 2033 gedauert.
Wittlich in vielen Bereichen verändert
Seit seinem Amtsantritt 2009 hat Rodenkirch die Entwicklung der Stadt über Jahre hinweg maßgeblich geprägt. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche größere Projekte angestoßen und umgesetzt. Dazu zählen u.a. das Kino, das Eventum, das WILàvie, neue Plätze in der Innenstadt, Wohnbauprojekte, Kindertagesstätten sowie das neue Schwimmbad. Hinzu kamen neue Wohn- und Gewerbegebiete, Investitionen in Schulen und Kitas sowie umfangreiche Maßnahmen im Straßenbau.
"Die Stadt ist ja keine One-Man-Show"
Politisch galt Rodenkirch als sachorientierter Verwaltungschef mit engem Draht zu Wirtschaft, Vereinen und Ehrenamt. Gleichzeitig verstand er es, große Projekte konsequent voranzutreiben und politische Mehrheiten dafür zu organisieren. In einem früheren Gespräch mit unserer Zeitung hatte Rodenkirch die Bedeutung des gemeinsamen Engagements in und für Wittlich hervorgehoben: »Die Stadt ist ja keine One-Man-Show, sondern lebt vom Engagement vieler Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen.«
Nun blickt Rodenkirch mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Respekt auf den bevorstehenden Wechsel. »Das Vergangene hat mich schon sehr geprägt — aber das Neue hat natürlich auch wieder seinen Reiz«, sagte er gegenüber dem Wochenspiegel. Zugleich empfinde er es »als Ehre«, künftig eine Behörde wie die SGD Nord mit rund 500 Mitarbeitenden leiten zu dürfen.
Der überraschende Anruf von Ministerpräsident Gordon Schnieder sei erst kurz vor der Vorstellung der neuen Regierungsmannschaft gekommen. Schnieder habe ihm mitgeteilt, dass er ihn sich an der Spitze der SGD Nord gut vorstellen könne, erzählt Rodenkirch.. »Auf politische Ämter kann man sich nicht bewerben. Viele Entwicklungen sind ja von Faktoren abhängig, die sich nicht langfristig planen lassen«.
»...weil es ja um mehr geht, als seinen Schreibtisch zu räumen«
Wann Rodenkirch sein neues Amt in Koblenz offiziell antreten wird, ist bis jetzt noch nicht endgültig geklärt. Nach aktuellem Stand rechnet er selbst mit einem Wechsel im Juni. Ursprünglich hätte die Vereidigung offenbar bereits früher erfolgen können. Er habe jedoch um etwas Zeit gebeten,
»weil es ja um mehr geht, als seinen Schreibtisch zu räumen«.
Derzeit müssten »im Schnellschritt« zahlreiche organisatorische Fragen geklärt werden — von Terminabstimmungen bis hin zur Vorbereitung der Bürgermeister-Neuwahl. Bis dahin soll die Erste Beigeordnete Elfriede Meurer die Amtsgeschäfte interimsmäßig übernehmen.
Der kurzfristige Wechsel nach Koblenz sei für ihn »schon krass«, räumt Rodenkirch ein. Neben den vielen organisatorischen Fragen bedeute der Schritt von der Kommunalpolitik an die Spitze einer Landesbehörde auch einen persönlichen Paradigmenwechsel.
Auch in der Wittlicher Kommunalpolitik dürfte die Personalie aufmerksam beobachtet werden — schließlich verliert die Stadt damit einen Bürgermeister, der die Entwicklung Wittlichs über fast zwei Jahrzehnte mitgeprägt hat. 2009 war Joachim Rodenkirch erstmals zum Bürgermeister der Stadt Wittlich gewählt worden. 2017 wurde er mit großer Mehrheit im Amt bestätigt, 2025 folgte seine erneute Wiederwahl.
Parallel dazu wird auch an der Spitze der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier ein Wechsel erwartet: Der Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Andreas Kruppert, soll dort künftig Präsident werden.




