

„Stabile Krankenkassenbeiträge sind ein nachvollziehbares Ziel. Sie dürfen aber nicht dadurch erreicht werden, dass Krankenhäuser zusätzlich finanziell unter Druck geraten“, erklärt Jeannette Diederichs, kaufmännische Direktorin des Verbundkrankenhauses Bernkastel/Wittlich. Krankenhäuser seien ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen.
Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft hätten im Jahr 2024 rund 75 Prozent der Krankenhäuser bundesweit ein Defizit erwirtschaftet. Gleichzeitig sei der Anteil der Krankenhausausgaben an den GKV-Leistungsausgaben in den vergangenen Jahren gesunken. Krankenhäuser seien daher nicht der Hauptkostentreiber im Gesundheitswesen.
Weitere finanzielle Einschnitte würden nach Einschätzung der Klinikleitungen direkte Auswirkungen auf Investitionen, Digitalisierung und moderne Versorgungsangebote haben. Auch die langfristige Sicherung guter Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende werde dadurch erschwert.
Besonders kritisch sehen die Verantwortlichen die Lage freigemeinnütziger Träger. Diese müssten wirtschaftlich arbeiten, könnten Defizite aber nicht dauerhaft über öffentliche Haushalte ausgleichen. „Als freigemeinnütziger Träger tragen wir Verantwortung für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und die Gesundheitsversorgung vor Ort“, betont Ulrike Schnell, Geschäftsführerin der ctt. Dafür brauche es eine Finanzierung, die die tatsächlichen Kosten der Versorgung einschließlich tariflicher Personalkosten berücksichtige.
Grundsätzlich unterstützten das Verbundkrankenhaus und die ctt notwendige Reformen im Gesundheitswesen. Diese müssten jedoch fair, planbar und versorgungssicher gestaltet werden. Die Verantwortlichen appellieren deshalb an die Bundestagsabgeordneten der Region, sich in Berlin für Nachbesserungen einzusetzen.
„Reformen sind richtig und notwendig. Aber sie müssen die Realität vor Ort berücksichtigen. Für die Menschen in unserer Region geht es um eine Krankenhausversorgung, auf die sie sich auch künftig verlassen können“, sagt Diederichs.
Weitere Informationen zu den geplanten Änderungen und zur Situation freigemeinnütziger Träger gibt es auf der Internetseite der Deutschen Krankenhausgesellschaft.




