Moselweinbautage 2026: Schmitt Daniela Schmitt warnt vor Absatzkrise im Weinbau
„Der Weinbau steht unter Druck – aber er hat Zukunft, wenn wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen. Unser Ziel ist klar: Wir müssen Absatz schaffen, Märkte stabilisieren und Betriebe dabei unterstützen, sich zukunftsfest aufzustellen“, sagte Schmitt. „Ohne Absatz keine Wertschöpfung – und ohne Wertschöpfung keine Zukunft für die Betriebe.“ Deutscher Wein müsse im Inland wieder stärker sichtbar werden – mit klaren Botschaften, glaubwürdiger Herkunftskommunikation und einer Ansprache, die auch neue Zielgruppen erreicht. Rheinland-Pfalz bündelt dazu gemeinsam mit dem Deutschen Weininstitut und den Gebietsweinwerbungen die Marketingaktivitäten, um die Durchschlagskraft am Markt zu erhöhen.
Marktlage realistisch einordnen
Schmitt machte deutlich, dass die angespannte Marktlage der Ausgangspunkt aller weiteren Maßnahmen ist. Steigende Kosten, veränderte Konsumgewohnheiten und ein anhaltender Preisdruck belasteten viele Betriebe. Ziel der Landespolitik sei es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Betriebe wieder Planungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven erhalten. Zugleich richtete die Ministerin einen klaren Appell an die Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Anteil deutscher Weine am heimischen Konsum sei rückläufig. „Mit jeder Kaufentscheidung wird auch darüber entschieden, ob Wertschöpfung im ländlichen Raum bleibt und unsere Kulturlandschaften erhalten werden.“
Export, Zölle und internationale Unsicherheiten
Neben dem Binnenmarkt bleibt der Export eine zentrale Säule für viele Betriebe an Mosel, Saar und Ruwer. Schmitt verwies dabei auch auf aktuelle internationale Unsicherheiten. „Wenn in den USA erneut über Strafzölle gesprochen wird, wie zuletzt durch Ankündigungen von Donald Trump, dann hat das ganz konkrete Folgen für unsere Winzerinnen und Winzer.“ Zölle verteuerten Produkte künstlich und erschwerten den Marktzugang. Umso wichtiger sei es, Exportmärkte breiter aufzustellen, neue Absatzräume zu erschließen und Abhängigkeiten zu verringern. „Diversifizierung ist kein theoretisches Konzept, sondern eine betriebliche Notwendigkeit.“
EU-Weinpaket und Bund in der Verantwortung
Ein wichtiges ordnungspolitisches Signal komme aus Brüssel. Die Ende 2025 abgeschlossenen Trilog-Verhandlungen zum EU-Weinpaket bringen u.a. Erleichterungen bei der Weinkennzeichnung, mehr Flexibilität bei Kriseninstrumenten sowie eine Stärkung von Marktstabilisierung und Absatzförderung. Mit dem Paket wird auch die Rodung als Förderinstrument eingeführt sowie das Genehmigungssystem für Rebpflanzungen flexibilisiert. „Diese Instrumente müssen gemeinsam mit der Branche ausgestaltet werden, damit sie Akzeptanz finden“, betonte Schmitt.
Nun sei der Bund gefordert. Förderverordnungen und rechtliche Grundlagen müssten zügig angepasst werden. „Instrumente, die nur auf dem Papier stehen, helfen keinem Betrieb.“
Blick nach vorn: GAP, Herkunft und Weinkultur
Mit Blick auf die Neuaufstellung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 unterstrich Schmitt die besondere Stellung des Weinbaus als Sonderkultur. Rheinland-Pfalz werde sich dafür einsetzen, dass der Weinbau auch künftig eigenständig und angemessen berücksichtigt wird. Gleichzeitig bekräftigte sie das Bekenntnis zum Herkunftsprinzip: „Herkunft und Terroir sind das Qualitätsversprechen deutscher Weine.“ Dieses Prinzip solle weiter gestärkt und im Weinrecht verankert werden.
Zum Abschluss dankte die Ministerin den Organisatorinnen und Organisatoren der Moselweinbautage sowie den Referentinnen und Referenten für den fachlichen Austausch. Ihr besonderer Dank galt den Winzerinnen und Winzern: „Sie tragen täglich Verantwortung – für ihre Betriebe, für die Kulturlandschaft und für eine Branche, die unser Land prägt. Politik steht in der Pflicht, diesen Weg verlässlich zu begleiten.“

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