

Karl-August von Dahl war lange Jahre Pfarrer in Bell und Leideneck, die heute zur Kirchengemeinde Zehn Türme gehören, daneben prägte er in vielfältiger Funktion die kirchliche Arbeit im Kirchenkreis und auch in der Gemeinde. Dahl, der aus einer Pfarrersfamilie stammte, wurde am 9. November 1942 in Solingen geboren; nach Besuch der Volksschule in Bacharach und des Gymnasiums in Bingen studierte er evangelische Theologie in Mainz und Göttingen. Nach dem 1. Theologischen Examen und einer Weiterbildung an der Sozialakademie Dortmund wurde er Vikar in Essen Altstadt Mitte. 1971 folgten das 2. Theologische Examen und die Ordination sowie seine Hilfspredigerzeit in Essen-Kray, wo ihm die Jugend- und Gemeindesozialarbeit am Herzen lagen.
Von 1973 bis 1976 war Karl-August von Dahl Pfarrer und Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt in Essen, bis er dann 1976 neuer Pfarrer in den beiden evangelischen Kirchengemeinden Bell und Leideneck wurde. In dieser Zeit unterrichtete er auch von 1976 bis 1984 Religion an der Realschule und der IGS in Kastellaun. In Bell war er zudem in der Freiwilligen Feuerwehr tätig. 1999 ging er aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand.
Neben der Tätigkeit in den beiden Kirchengemeinden engagierte sich Karl-August von Dahl auch nachhaltig im Kirchenkreis Simmern-Trarbach, sei es als Diakonie-Pfarrer oder von 1993 bis 1999 als Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Maßgeblich war er auch am Aufbau der Ökumenischen Notfallseelsorge im Rhein-Hunsrück-Kreis beteiligt, von 1998 bis 2018 war er zudem Landespfarrer bei der Johanniter-Unfall-Hilfe für das Rheinische Oberland, Pfalz und Saar. Als Vorsitzender und Vorstand engagierte er sich in der Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatungsstelle der Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach. Einige Jahre war Karl-August Dahl zudem Vorsitzender der Jugend- und Drogenberatung „Help-Center“ in Idar-Oberstein.
Untrennbar verbunden mit Karl-August von Dahl ist auch sein politisches Engagement in vielen Bereichen. Mit großem Einsatz setzte er sich für eine gymnasiale Oberstufe in Kastellaun ein, in den 1980er-Jahren gehörte er zu den bundesweit bekannten Gesichtern der Hunsrücker Friedensbewegung. Die Kirchengemeinde Bell feierte von 1983 bis 1989 sonntäglich vor dem Haupttor des Raketenstützpunktes Pydna bei Hasselbach Gottesdienste. Vor fast genau 40 Jahren stand er als Moderator auf der Bühne am Beller Marktplatz, als hier rund 200.000 Menschen gegen die Raketenstationierung auf dem Hunsrück demonstrierten. Bis kurz vor seinem Tod nahm er gerne und interessiert an den Treffen der Hunsrücker Friedensbewegung teil, war der Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sein Herzensanliegen. Zusammen mit seiner Frau Jutta, einer ordinierten Theologin, war er mehrfach in einem Freiwilligendienst in der Obdachlosenhilfe in Elkton in den USA tätig. 2015 gehörte er zu den Mitgründern der Syrienhilfe Vorderhunsrück, die sich für syrische Flüchtlinge in der Region einsetzt.
Für seine vielfältigen Tätigkeiten wurde er unter anderem mit der Verdienstmedaille des Landes sowie mit der Staatsmedaille des Landes für soziale Verdienste ausgezeichnet.
„Sein Engagement für alle, die Hilfe brauchten, faszinierte mich, solange ich ihn kannte“, so Superintendent Markus Risch zum Tod von Karl-August von Dahl. „Sein Einsatz für eine Kirche mitten in der Gesellschaft war ihm stets ein Anliegen. Dazu gehört die Gründung der Notfallseelsorge, die Trucker- und die Bikerseelsorge. Davon profitiert noch heute der Kirchenkreis“, betont der Superintendent. Und er macht deutlich: „Karl-August von Dahl war dabei stets gradlinig und profiliert, ohne dabei die Liebe zu den Menschen zu verlieren. Deshalb konnten ihm selbst Menschen, die nicht seiner Meinung waren, Respekt und Anerkennung zollen.“




