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»Träumen darf man ja mal“ 

Manderscheid. Manderscheider Skilangläufer Jan Stölben überzeugt im italienischen Val di Fiemme / 24-Jähriger hat sich damit für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo qualifiziert.

Jan Stölben hat sich für die Olympischen Winterspiele in Italien qualifiziert. Der 24-jährige Skisportler aus der Vulkaneifel hat damit seinen bislang größten Erfolg gefeiert.

Jan Stölben hat sich für die Olympischen Winterspiele in Italien qualifiziert. Der 24-jährige Skisportler aus der Vulkaneifel hat damit seinen bislang größten Erfolg gefeiert.

Bild: Privat

Für Jan Stölben ist in diesen Tagen ein sportlicher Traum Wirklichkeit geworden. Der 24-jährige Skilangläufer vom SLV Ernstberg hat sich bei der vorletzten Station der Tour de Ski im italienischen Val di Fiemme für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo qualifiziert. Gleichzeitig feierte der Eifeler mit dem Einzug ins Weltcup-Finale im Sprint den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere.
Auf der anspruchsvollen Olympiastrecke, die in gut einem Jahr die besten Skilangläufer der Welt empfangen wird, zeigte der aus Manderscheid stammende Stölben Nervenstärke und Durchsetzungsvermögen. Nach einem starken Prolog, den er als Zwölfter beendete, kämpfte er sich durch die K.-o.-Läufe bis ins Finale der besten sechs Athleten vor.

»Es war die beste Zeit in meiner Karriere«


Auch wenn er dort als Sechster ins Ziel kam, war die Bedeutung dieses Ergebnisses kaum zu übersehen: Stölben erfüllte damit die Qualifikationskriterien des Deutschen Skiverbands für die Olympischen Spiele. Jan Stölben gegenüber dem WochenSpiegel: »Ich bin total glücklich, wie der letzte Sprint gelaufen ist. Es war die beste Zeit meiner Karriere.« Bis der 24-Jährige am 10. Februar bei den Olympischen Winterspielen an den Start gehen wird, stehen noch zahlreiche Trainingseinheiten an. Derzeit lebt Stölben in Oberstdorf. Trainieren wird er vor Olympia nach eigenen Angaben im schweizerischen Goms.
Dorthin zieht es den Ausnahmesportler aus der Vulkaneifel ganz allein. Einzig seine Mutter Christine (50) wird zu ihm stoßen, wenn er sich auf seinen großen Auftritt vorbereitet.
Und das tut er, wie er im Gespräch mit dem WochenSpiegel verrät, mit großer Vorfreude. Doch er schränkt mit kühlem Kopf ein: »Es gilt dennoch, ruhig zu bleiben und sich optimal vorzubereiten.«
In den vergangenen Jahren hatte der Manderscheider häufig gute Vorläufe gezeigt, war dann aber in den entscheidenden Heats unglücklich ausgeschieden. In Val di Fiemme wendete sich das Blatt. Besonders beeindruckend war sein Auftritt im Halbfinale. Dort wählte Stölben bewusst den Lauf mit dem norwegischen Ausnahmeathleten Johannes Høsflot Klæbo, fünffacher Olympiasieger und dominierende Figur im Sprint. Auf dem steilen Zorzi-Anstieg setzte der Eifeler alles auf eine Karte, ging sogar vor Klæbo in die Abfahrt – und sicherte sich so den Platz im Finale.
Bundestrainer Peter Schlickenrieder zeigte sich begeistert: »Wie Jan gelaufen ist, war wirklich eine andere Liga. Er macht enorme Fortschritte und tritt immer selbstbewusster auf.«

Auf dem Weg an die Weltspitze


Für den Deutschen Skiverband ist Stölbens Finaleinzug ein besonderes Signal, da ein solches Ergebnis im Sprint zuletzt vor rund zehn Jahren gelungen war. Stölbens Weg an die Weltspitze ist bemerkenswert. Aufgewachsen in der schneearmen Eifel trainiert er seit vier Jahren am Bundesstützpunkt in Oberstdorf sowie regelmäßig in Skandinavien und Norwegen. Dort arbeitet er konsequent daran, den Rückstand aus seiner Jugendzeit wettzumachen, in der er deutlich weniger Trainingskilometer auf Schnee sammeln konnte als viele seiner Konkurrenten.
Physisch bringt Stölben beste Voraussetzungen mit. Als Sprintspezialist zählt er zu den kräftigsten Athleten im Feld. Dennoch bewies er auch Ausdauer.

Olympische Spiele im Blick


Nun richtet sich der Blick klar auf die Olympischen Spiele im Februar.
Ob er von einer Medaille träumt, beantwortet Jan Stölben mit einem Lachen: »Bis dahin ist es noch sehr, sehr weit – aber träumen darf man ja mal.« Ob für den jungen Eifeler mit seinem starken Kämpfergeist dieser Traum auf einer Bühne, die größer kaum sein könnte, wahr wird, wird sich am 10. Februar zeigen.
Dem sympathischen Sportler werden bei seinem Lauf bei den Olympischen Spielen sicher in der fernen Vulkaneifel viele Daumen gedrückt.

www.jan-stoelben.de

Text: Mario Zender

 


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