Stephanie Baumann

Vier Projekte - eine Botschaft: #moselhelden 2026 ausgezeichnet

Mosel. Inklusiver Weingenuss, digitale Innovationen für den Weinbau, die Wiederbelebung eines historischen Gebäudes und Heimatbildung im Kinderwingert: Die Preisträger des Wettbewerbs #moselhelden 2026 zeigen eindrucksvoll, mit wie viel Kreativität, Mut und Engagement Menschen ihre Moselregion gestalten. Jetzt wurden die vier Projekte beim 17. Moselkongress im Kulturzentrum Kapuzinerkloster in Cochem feierlich ausgezeichnet.
Die Preisträger der #moselhelden 2026 wurden für ihre innovativen Projekte ausgezeichnet, die Inklusion, Digitalisierung, Baukultur und die Vermittlung regionalen Wissens miteinander verbinden.

Die Preisträger der #moselhelden 2026 wurden für ihre innovativen Projekte ausgezeichnet, die Inklusion, Digitalisierung, Baukultur und die Vermittlung regionalen Wissens miteinander verbinden.

Bild: Jason Hoffmann - RawFormat Media

Unter dem Motto „Mosel erblüht – Zukunft geht auf“ hatte die Regionalinitiative „Faszination Mosel“ im Sommer dazu aufgerufen, Menschen, Vereine und Betriebe sichtbar zu machen, die mit ihren Ideen neue Perspektiven für die Region schaffen. Insgesamt 81 Bewerbungen gingen ein. Eine Fachjury wählte drei herausragende Projekte aus, während die Öffentlichkeit über den Publikumsliebling abstimmen konnte.

 Die Auszeichnungen überreichten Staatssekretär Daniel Stich vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz, Staatssekretär Michael Mätzig vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz sowie Landrat Andreas Hackethal, Vorsitzender der Regionalinitiative „Faszination Mosel“. Begleitet wurden sie dabei von Moselweinkönigin Teresa Oster, der Deutschen Destillatskönigin Anna Steinmann und Weinbergpfirsich-Fee Annabell Hansmeyer.
Alle vier Preise sind gleichwertig und mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Zusätzlich erhielten die Preisträger eine Urkunde und eine Trophäe. Die drei Jurypreise wurden durch die Wirtschaftsstandortmarke Rheinland-Pfalz GOLD ermöglicht, der Publikumspreis von Westenergie unterstützt.

Moselwein in Brailleschrift: Genuss ohne Barrieren

Wie sich Weinkultur und Inklusion miteinander verbinden lassen, zeigt das DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich gGmbH mit dem Projekt „Moselwein in Brailleschrift“. Die Weine der Linie „Lieblingsheld“ tragen auf ihren Frontetiketten Informationen in Brailleschrift und ermöglichen Menschen mit Sehbeeinträchtigung, die Weine selbstständiger auszuwählen.Im Weingut arbeiten Menschen mit Beeinträchtigung gemeinsam mit Fachkräften im Weinberg, im Keller und bei der Abfüllung. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung von regionaler Weinbaukompetenz, gelebter Inklusion und einer bereits erfolgreich umgesetzten Innovation mit Vorbildcharakter.

Moosle: Digitale Innovation aus dem Weinberg

Tradition trifft Technologie: Die Moosle GmbH aus Kröv wurde für ihre digitale Anwendung zur Außenbetriebsverwaltung im Weinbau ausgezeichnet. Die aus der Praxis entwickelte App erleichtert Winzern die Organisation ihrer Weinbergsflächen, die Dokumentation von Arbeiten und Mitteleinsatz sowie die Aufgabenverteilung im Team. Die Jury überzeugte vor allem der praxisnahe Ansatz: Moosle greift konkrete Herausforderungen im arbeitsintensiven Weinbau auf, vereinfacht betriebliche Abläufe und schafft damit neue Perspektiven für die Betriebe und den Erhalt der Moseler Kulturlandschaft.

Villa Keller: Historisches Erbe neu gedacht

Mit Mut, Unternehmergeist und viel Gespür für die Geschichte eines besonderen Hauses hat die Familie Erasmus in Saarburg die historische Villa Keller zu neuem Leben erweckt. Unter dem Motto „1801 erbaut, 2025 neu gedacht“ entstand durch eine behutsame Renovierung ein außergewöhnlicher Ort, der historische Architektur mit zeitgemäßer Gastfreundschaft und Kulinarik verbindet. Restaurierte Stuckdecken, originale Parkettböden und historische Fenster bewahren den Charakter des Gebäudes. Die Jury würdigte insbesondere den Gestaltungswillen der Familie und das gelungene Gesamtkonzept, das regionale Identität, Baukultur und gehobene Gastlichkeit miteinander verbindet. 

Publikumsliebling: Kinderwingert bringt Heimatwissen zum Wachsen

Große Begeisterung löste das Projekt „Kinderwingert goes Grundschule“ des Fördervereins der Lesura-Grundschule Lieser  aus. Mit 809 von insgesamt 7.528 abgegebenen Stimmen sicherte es sich den Publikumspreis.

Ein Schuljahr lang erleben die Kinder, wie aus einer Rebe Traubensaft entsteht. Sie pflegen Weinreben, ernten Trauben, besuchen regionale Betriebe, gestalten eigene Etiketten und vermarkten ihr Produkt. So lernen sie die Arbeit im Weinbau und die Wertschöpfung ihrer Heimat unmittelbar kennen. Das im Schuljahr 2025/26 erstmals umgesetzte Gemeinschaftsprojekt von Schule, Förderverein, Winzern und weiteren regionalen Partnern verbindet praktisches Lernen mit Heimatverbundenheit. Zugleich bietet es eine Idee, die auch andere Grundschulen in Weinbaugemeinden aufgreifen können.