

Für eine Woche sind vier Gäste aus der Ukraine am PWG zu Gast: Schulleiterin und Deutschlehrerin Natalia Malysheva, ihre Kollegin Viktoriia Moskalenko sowie die beiden Schülerinnen Valeriia Hryhorash und Sofiia Matkovska. Ihr Besuch markiert den Beginn der offiziellen Zusammenarbeit mit dem Profillyzeum Oleksandrija – und füllt diese Partnerschaft von Anfang an mit Leben.
Der Weg nach Deutschland ist lang. Die Reise führt über Nacht mit dem Bus bis nach Chișinău in der Republik Moldau, von dort weiter per Flugzeug nach Frankfurt-Hahn. Am Ziel warten Gastfamilien, Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler mit offenen Armen. Valeriia und Sofiia wohnen während ihres Aufenthalts bei Pauline Ruhnau (MSS 11) und Paula Gerlach (MSS 12) – und sind vom ersten Moment an Teil des Schulalltags.
Am PWG steht zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt: eine Schulführung, erste Unterrichtsbesuche, Gespräche im Kollegium. Während die Schülerinnen direkt am Unterricht teilnehmen, nutzen die Lehrerinnen die Zeit für fachlichen Austausch und gemeinsame Planung. Ergänzt wird das Programm durch Ausflüge in die Region – nach Trier, Bernkastel-Kues und Köln. Domführung, Turmbesteigung, Weihnachtsmarkt und Schokoladenmuseum bieten dabei viele Gelegenheiten für Gespräche jenseits des Klassenzimmers.
Parallel nehmen die Planungen für die Zukunft konkrete Formen an. Für 2026 ist bereits eine größere Schülerbegegnung im Gespräch, möglicherweise mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Schon vorher sollen digitale Austauschformate erprobt werden, um den Kontakt zwischen den Schulen weiter zu vertiefen.
Ein besonderer Moment ist der gemeinsame Freitag am PWG: Vor den 10. Klassen präsentieren die Gäste und ihre Gastgeber ihre Eindrücke der Woche – und stellen erstmals offiziell die neue Schulpartnerschaft vor. Die ukrainischen Besucherinnen tragen traditionelle Vyshyvankas, kunstvoll bestickte Kleidungsstücke mit symbolischer Bedeutung. Valeriia und Sofiia beeindrucken mit ihren sehr guten Deutschkenntnissen; beide haben inzwischen auch die mündliche DSD-II-Prüfung mit hervorragenden Leistungen abgelegt.
Für Gastgeberin Pauline Ruhnau bleibt die Woche unvergessen: „Eine Schülerin aufzunehmen und ihren Alltag zu teilen, war eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.“
Am Ende steht der Abschied – und zugleich ein Anfang. Die Gäste treten die Rückreise über Berlin und Polen in die Ukraine an. Zurück bleibt am Peter-Wust-Gymnasium das Gefühl, dass hier mehr entstanden ist als ein offizielles Projekt: eine Partnerschaft, die auf Begegnung, Vertrauen und gemeinsamen Perspektiven beruht.
Quelle: Eva Leuther




