Nico Lautwein

Wenn ein Angehöriger im Gefängnis sitzt: Spende hilft betroffenen Familien 

Wittlich/Salmtal. Der Verein „Wir wollen helfen“ unterstützt das Projekt „SKM Rückenwind“ mit 1000 Euro. Seit 15 Jahren begleitet die Initiative Angehörige von Inhaftierten der JVA Wittlich.

 

Der Verein Wir wollen helfen e.V. (wwh e.V.) aus Salmtal setzt sein soziales Engagement fort und unterstützt die Arbeit des Projekts „SKM Rückenwind – Hilfen für Angehörige Inhaftierter“ in Wittlich mit einer Spende von 1000 Euro.

Der zweite Vorsitzende des Vereins, Robert Koch, übergab die Spende an die Verantwortlichen von Rückenwind. Das Projekt begleitet seit 15 Jahren Menschen, deren Familienangehörige in der Justizvollzugsanstalt Wittlich inhaftiert sind.

Unterstützung direkt vor der JVA

Direkt gegenüber der JVA finden Angehörige ein offenes Ohr und praktische Hilfe. Zwölf Ehrenamtliche engagieren sich gemeinsam mit der hauptamtlichen Mitarbeiterin Melanie Begon und dem ehrenamtlichen Projektleiter Hans-Peter Pesch für die Besucherinnen und Besucher.

Die Unterstützung beginnt dabei oft ganz niedrigschwellig: Eine Tasse Kaffee, die Möglichkeit, sich nach einer langen Anreise aufzuwärmen oder noch schnell die Toilette zu benutzen, schafft erste Kontakte und Vertrauen. Während Kinder in einer Spielecke Ablenkung vor dem Haftbesuch finden, können Angehörige Informationen rund um den Besuch erhalten.

Darüber hinaus bietet Melanie Begon eine allgemeine Sozialberatung an. Dabei geht es auch um die häufig schwierige finanzielle und persönliche Situation der Familien.

„Ein Gefängnisaufenthalt ist für die Angehörigen emotional sehr belastend. Häufig wendet sich das soziale Umfeld von ihnen ab. Kommen dazu noch finanzielle Sorgen, da beispielsweise der Inhaftierte zuvor das Geld nach Hause brachte, ist die Belastung immens“, erklärt Begon. Gemeinsam werde nach Möglichkeiten gesucht, die Situation zu verbessern.

Ein offenes Ohr an jedem Besuchstag

An jedem Besuchstag steht das Rückenwind-Team mit einem kleinen Stand vor der JVA und sucht das Gespräch mit den Angehörigen. Auch eine Begleitung beim Wegschließen der Wertsachen oder ein kurzes aufbauendes Gespräch können dabei helfen.

„Gesehen zu werden“, sei für viele Angehörige eine wichtige und stärkende Erfahrung, berichtet Begon.

Das Projekt wurde 2011 auf Initiative des SKM Bundesverbandes vom SKM-Diözesanverein Trier ins Leben gerufen. Zum 15-jährigen Bestehen kamen zahlreiche Wegbegleiter aus Kirche, Justiz, Politik, Caritas und Gesellschaft zusammen.

Ehrenamtliches Engagement wird gewürdigt

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier stand das Engagement der Ehrenamtlichen. Weihbischof em. Franz-Josef Gebert, der das Projekt bereits in seiner damaligen Funktion als Diözesan-Caritasvorsitzender unterstützt hatte, betonte, Rückenwind nehme den Angehörigen „nicht den Weg ab“, sondern unterstütze sie dabei, ihn zu gehen.

Ulrike Gödeke, Vorsitzende der katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe des Deutschen Caritasverbandes, ehrte drei Teammitglieder für jeweils zehn Jahre ehrenamtlichen Einsatz.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Hans-Peter Pesch, der das Projekt von Beginn an mit aufgebaut hat und bis heute als ehrenamtlicher Projektleiter tätig ist. Er erhielt die silberne Ehrennadel des SKM-Bundesverbandes.

Diözesanreferentin Stefanie Löwen brachte die Bedeutung des Ehrenamts auf den Punkt: „Was alle Ehrenamtliche vereint, ist nicht nur, dass diese bereits seit vielen Jahren im Projekt Rückenwind engagiert sind, sondern viel mehr, dass in ihnen Menschen in Not Helferinnen und Helfer finden.“

Spende unterstützt wichtige Arbeit

Mit der Spende möchte der Verein „Wir wollen helfen“ dieses besondere Engagement würdigen und dazu beitragen, dass die Unterstützungsarbeit auch künftig fortgeführt werden kann.

Der gemeinnützige Verein aus Salmtal unterstützt regelmäßig regionale und internationale Hilfsprojekte. Die dafür benötigten Spendengelder erwirtschaften die Vereinsmitglieder im Laufe des Jahres durch verschiedene Veranstaltungen und ehrenamtliche Aktivitäten.