Gemeinsam für schnelle Hilfe
Verbandsgemeinde Ulmen und Deutsches Rotes Kreuz vereinbaren Zusammenarbeit beim First-Responder-System
VG Ulmen. Schnelle Hilfe kann bei einem medizinischen Notfall entscheidend sein. Um die Versorgung von Menschen in den ersten, oftmals kritischen Minuten eines Notfalls weiter zu stärken, haben die Verbandsgemeinde Ulmen und der DRK-Kreisverband Cochem-Zell e.V. eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich des First-Responder-Systems unterzeichnet. Grundlage hierfür ist ein entsprechender Beschluss des Verbandsgemeinderates.
Zur Unterzeichnung kamen Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes und der Verbandsgemeinde Ulmen zusammen. Seitens des DRK-Kreisverbands Cochem-Zell e.V. waren unter anderem Dr. Klaus-Peter Balthasar, Präsident des DRK-Kreisverbands, Eric Paul Mock, Kreisbereitschaftsarzt, Thomas Schlicht, Kreisbereitschaftsleiter, sowie Sven Hettesheimer, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Verbandsgemeinde Ulmen e.V., vor Ort.
First Responder, auch »Ersthelfer vor Ort« genannt, sind qualifizierte Helferinnen und Helfer, die insbesondere in ländlichen Regionen häufig deutlich schneller am Einsatzort eintreffen können als der Rettungswagen oder der Notarzt. Sie überbrücken damit das sogenannte therapiefreie Intervall und leiten bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes notwendige lebensrettende Sofortmaßnahmen ein, betreuen die Patientinnen und Patienten und übergeben diese anschließend an den Rettungsdienst.
Die Entwicklung des First-Responder-Systems in der Verbandsgemeinde Ulmen reicht bereits mehrere Jahre zurück. Im Dezember 2017 wandte sich das Deutsche Rote Kreuz erstmals an die Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Ulmen mit der Bitte, ein Ersthelfersystem in der Stadt Ulmen und der Ortsgemeinde Büchel einzurichten.
In den folgenden Jahren wurde das System Schritt für Schritt erweitert. Im Jahr 2020 kamen die Ortsgemeinden Alflen und Auderath hinzu, 2024 folgte die Ortsgemeinde Gevenich. Im Mai dieses Jahres wurde der Einsatzraum schließlich um den Ortsteil Kennfus in der Gemeinde Bad Bertrich erweitert.
Die genannten First-Res-ponder-Gruppen stehen unter der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes. Parallel dazu wurden auch First-Responder-Gruppen in der Trägerschaft der Feuerwehr eingerichtet: In Urschmitt besteht eine solche Gruppe seit 2018 mit drei Einsatzkräften, in Ulmen wurde im Jahr 2025 eine weitere Gruppe mit sechs Einsatzkräften aufgebaut.
»Für uns als Verwaltung steht dabei nicht das Konkurrenzdenken im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr ein gutes Miteinander, gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft, sich im Sinne der Menschen in unserer Verbandsgemeinde gegenseitig zu unterstützen«, so die Bürgermeisterin Sandra Hendges-Steffens.
Die Verbandsgemeinde Ulmen übernimmt als kommunaler Aufgabenträger für die allgemeine Hilfe nach dem Landesgesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (LBKG) die Trägerschaft für das Ersthelfersystem.Damit übernimmt die Verbandsgemeinde insbesondere die Finanzierung der Ausrüstung der First Responder. Dazu gehören die Beschaffung, Wartung und Instandhaltung der Ausrüstung sowie die Ersatzbeschaffung des benötigten Verbrauchsmaterials. Der DRK-Kreisverband Cochem-Zell e.V. übernimmt im Gegenzug die Aus- und Fortbildung der Helferinnen und Helfer sowie die Organisation der Einsatzbereitschaft und die Alarmierung.
Ein wesentlicher Vorteil der neuen Vereinbarung ist zudem ihr ganzheitlicher Ansatz: Sie gilt für das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde Ulmen. Die bislang erforderliche schrittweise Nachbeauftragung einzelner Einsatzbereiche durch den Verbandsgemeinderat entfällt damit. »Mit der Vereinbarung schaffen wir eine klare und verlässliche Grundlage für das First-Responder-System in der gesamten Verbandsgemeinde Ulmen. Gleichzeitig stärken wir damit die Zusammenarbeit zwischen der Verbandsgemeinde, dem Deutschen Roten Kreuz und unseren Feuerwehren«, erklärt Bürgermeisterin Sandra Hendges-Steffens. »Unser gemeinsames Ziel muss es sein, im Notfall schnellstmöglich Hilfe zu den Menschen zu bringen. Dass dies funktioniert, verdanken wir vor allem den engagierten Frauen und Männern, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen.«
Denn das First-Responder-System lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Menschen, die sich als First Responder ausbilden lassen und im Notfall bereitstehen, übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe für ihre Mitmenschen. »Wer sich hier engagiert, schenkt anderen im wahrsten Sinne des Wortes Zeit – und bei einem medizinischen Notfall kann genau diese Zeit entscheidend sein«, so Hendges-Steffens. »Wir freuen uns deshalb über jeden, der sich vorstellen kann, Teil dieses wichtigen Systems zu werden.«
Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich über eine Tätigkeit als First Responder informieren oder selbst engagieren möchten, können sich direkt an den DRK-Kreisverband Cochem-Zell e.V. wenden: firstresponder@kvcoc-drk.de.
Mit der Vereinbarung setzen die Verbandsgemeinde Ulmen und das Deutsche Rote Kreuz damit ein gemeinsames Zeichen für eine starke und verlässliche Notfallhilfe vor Ort. Was vor fast neun Jahren mit ersten Überlegungen zur Einrichtung eines Ersthelfersystems begann, ist heute zu einem festen Bestandteil der Hilfeleistung in der Verbandsgemeinde geworden. Die neue Vereinbarung schafft nun die Grundlage dafür, dieses Engagement gemeinsam weiter auszubauen – für schnelle Hilfe, wenn jede Minute zählt.