Mario Zender

Iran-Krieg: Stress für Reiseprofis

Claudia Ostermann (Foto) betreibt in Cochem-Cond seit vielen Jahren ein Reisebüro.

Claudia Ostermann (Foto) betreibt in Cochem-Cond seit vielen Jahren ein Reisebüro. Die Touristikerin hat besonders viele Kunden auf Kreuzfahrtschiffen. Derzeit sitzen einige von ihnen in Bangkok fest, die eigentlich mit der »Mein Schiff« nach Dubai wollten.

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Während amerikanische Streitkräfte den Iran angreifen, gehen auch in Dubai und den Emiraten iranische Drohnen und Raketen nieder. Tausende Urlauber stecken in dem Wüstenstaat fest. Wir haben uns bei Reisebüros der Region umgehört, wie die aktuelle Situation ist. 
Cochem/Kaisersesch (zen/wun/jut). Der Angriff der amerikanischen Streitkräfte auf den Iran löst eine Kettenreaktion aus. Plötzlich werden mehrere Ziele in den Emiraten angegriffen. Berichten zufolge sind bereits Raketen in Dubai eingeschlagen – nur wenige hundert Meter entfernt von einem Kreuzfahrtschiff der Flotte von TUI Cruises. Die »Mein Schiff« steckt dort fest. Für viele Reisende wird der Traumurlaub plötzlich zum Nervenkrimi. 
Das bedeutet auch viel Arbeit für die Reisebüros. Wir haben uns bei einigen umgehört.
Claudia Ostermann vom Alltor Reisecenter Ostermann in Cochem betreut aktuell mehrere Kunden, die sich auf einer Kreuzfahrt von Singapur nach Dubai befinden. Andere sitzen in Bangkok fest und warten auf neue Informationen.
Für die Reiseexpertin läuft jedoch alles geregelt ab. »Die meisten hatten Pauschalreisen gebucht. Deshalb kümmern sich die Veranstalter um die Gäste vor Ort. Auch die Kosten, etwa für Hotels oder neue Flüge, übernimmt dann komplett der Veranstalter«, sagt sie. Wer eine Pauschalreise gebucht habe, sei klar im Vorteil: »Vielleicht ist das etwas teurer, aber das Krisenmanagement der großen Konzerne funktioniert. Im Ernstfall werden Umbuchungen organisiert und zusätzliche Kosten übernommen.«
Gleichzeitig warnt Ostermann vor Panikmache im Netz: »Im Internet kursieren viele Halbwahrheiten. Man sollte sich auf offizielle Informationen verlassen.« Noch sei es zu früh für endgültige Prognosen – doch sollte die Krise länger andauern, sieht sie vor allem für Dubai und die Emirate schwierige Zeiten, gerade im Kreuzfahrtgeschäft.
Im Reisebüro Herberholz in Kaisersesch berichtet Mitarbeiterin Linda Adams von einer wahren E-Mail-Flut. »Alle Flüge in die betroffenen Staaten oder über diese Staaten sind gestrichen.« Man sei ununterbrochen mit Airlines und Veranstaltern im Austausch.
In der Herberholz-Filiale in Treis-Karden erklärt Mitarbeiterin Verena Michels: »Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Flüge umzubuchen. Aber im Moment ist alles schwer planbar – wir müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt.« Die Kunden seien informiert, teilweise seien bereits Alternativen organisiert worden.
Auch bei »Bell – Ihr Reisebüro« in Mayen läuft das Krisenmanagement. Geschäftsführerin Marion Beyl betont: »Wer bei uns im Reisebüro gebucht hat, bekommt Hilfe. Jeder Fall wird individuell geprüft und es werden Lösungen gesucht.«
Für viele Urlauber heißt es jetzt: Geduld haben. Noch hoffen alle, dass sich die Lage rasch beruhigt. Claudia Ostermann sieht die Situation derzeit noch gelassen: »Die Wintersaison in Dubai und den Emiraten ist ohnehin gelaufen. Jetzt sind andere Ziele im Blick der Buchenden.« Doch sollte der Konflikt andauern, dürfte die nächste Wintersaison für die Reisebranche zur echten Bewährungsprobe werden.