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Solar-Schock in Ulmen: Projektpartner meldet Insolvenz an
Im April war die Welt noch in Ordnung: Bei einem Fototermin posierten die Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Ulmen gemeinsam mit Vertretern von Enerparc.
Bild: Archiv
Ulmen. Im April waren die Pläne noch groß: Bis zu 100 Hektar Solarflächen, eine Leistung von 131 Megawatt und Einnahmen von rund einer Million Euro. Nur wenige Monate später steht hinter dem ambitionierten Photovoltaik-Projekt der Verbandsgemeinde Ulmen plötzlich ein dickes Fragezeichen. Der vorgesehene Projektpartner Enerparc AG hat heute einen Insolvenzantrag gestellt. Die Nachricht dürfte in der Verbandsgemeinde für einigen Gesprächsstoff sorgen. Wie die VG-Verwaltung heute mitteilt, wurde sie darüber informiert, dass die Aktiengesellschaft beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt hat. Ausgerechnet Enerparc sollte bei den großen Solarplänen der VG eine Schlüsselrolle übernehmen: Das Hamburger Unternehmen war für die Realisierung und den Betrieb der geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlagen vorgesehen. Im April herrschte noch Aufbruchstimmung Dabei war die Zukunft des Solarprojektes erst vor knapp fünf Monaten in den höchsten Tönen beschrieben worden. Der Rat der Verbandsgemeinde und die Vulkanenergie Ulmen AöR hatten eine „richtungweisende Entscheidung“ für die Entwicklung der Freiflächen-Photovoltaik verkündet. Das Potenzial ist gewaltig: Rund 100 Hektar in neun Gemeinden wurden für mögliche Solarparks ausgemacht. Sollten alle Flächen zur Verfügung stehen, könnte dort eine Leistung von insgesamt 131 Megawatt installiert werden. Die VG sprach im April von voraussichtlichen Erträgen in Höhe von rund einer Million Euro. Damals waren bereits mit sechs der neun möglichen Standortgemeinden Verträge unterzeichnet. Nicht nur die Gemeinden, auf deren Flächen die Anlagen entstehen, sollen profitieren. Über die kommunale Energiegesellschaft Vulkanenergie Ulmen AöR wurde eigens ein Solidarmodell entwickelt. Dadurch sollen die Einnahmen aus der Solarenergie auch Gemeinden zugutekommen, die selbst keine Flächen zur Verfügung stellen. Selbst die Bürger sollten mit ins Boot geholt werden und sich über ein Crowdinvesting finanziell an den Solarparks beteiligen können. Was passiert jetzt mit dem Millionenprojekt? Noch im April hatte die VG Enerparc als international führenden Akteur der Branche präsentiert und ausdrücklich auf die Erfahrungen des Unternehmens mit vergleichbaren Großprojekten verwiesen. Nun hat sich die Situation grundlegend verändert.