Mario Zender

Wechselt Anke Beilstein bei CDU-Sieg als Ministerin nach Mainz?

Gilt im Falle eines CDU-Wahlsieges als aussichtsreiche Kandidatin für das Bildungsministerium: Die Cochem-Zeller Landrätin Anke Beilstein (CDU).

Gilt im Falle eines CDU-Wahlsieges als aussichtsreiche Kandidatin für das Bildungsministerium: Die Cochem-Zeller Landrätin Anke Beilstein (CDU).

Bild: Dario Eidens-Holl

Cochem/Mainz.  Eine Woche vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz richten sich die politischen Blicke nicht nur auf mögliche Mehrheiten, sondern auch auf die Frage, wer im Falle eines Regierungswechsels Ministerämter übernehmen könnte. In politischen Kreisen wird dabei auch ein Name aus der Region genannt: die Cochem-Zeller Landrätin Anke Beilstein (CDU).
Von Mario Zender
Sollte die CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Gordon Schnieder am Sonntag die Wahl gewinnen und die Regierung bilden können, gilt Beilstein für viele im Mainzer Politikapparat als mögliche Kandidatin für das Amt der Bildungsministerin. Offizielle Bestätigungen gibt es dafür zwar nicht – doch ihre politische Laufbahn und ihr Profil würden zu einem solchen Ressort passen.
Ambitionen werden ihr seit Jahren für dieses Amt nachgesagt.
Beilstein war viele Jahre Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und dort unter anderem bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. In dieser Funktion beschäftigte sie sich intensiv mit schul- und bildungspolitischen Themen und war in entsprechenden Debatten regelmäßig präsent. Auch über ihre Zeit im Parlament hinaus gilt sie innerhalb der CDU als gut vernetzt, insbesondere bei zahlreichen Abgeordneten der Landtagsfraktion. Im aktuellen Wahlkampf engagiert sich Beilstein zudem sichtbar für ihre Partei und deren Spitzenkandidaten. Über ihr privates Facebook-Profil wirbt sie regelmäßig für den CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder und unterstützt dessen Kampagne öffentlich. 
Beilstein stammt aus Ernst an der Mosel und ist seit Jahrzehnten kommunalpolitisch aktiv. Bereits 1986 trat sie der Jungen Union und der CDU bei. Sie war viele Jahre kommunalpolitisch engagiert, unter anderem als Ortsbürgermeisterin von Ernst und als Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Cochem-Zell.
2006 zog sie erstmals für den Wahlkreis Cochem-Zell in den rheinland-pfälzischen Landtag ein, den sie mehrfach direkt gewann. Seit November 2023 ist Beilstein Landrätin des Landkreises Cochem-Zell. Zuvor hatte sie bei der Landratswahl im Juni 2023 mit deutlicher Mehrheit gegen ihre SPD-Gegenkandidatin gewonnen.
Angesprochen auf die Gerüchte um einen möglichen Wechsel ins Ministerium sagt sie: »Als langjährige bildungspolitische Sprecherin im Landtag kenne ich die Baustellen in der Bildungspolitik nur allzu gut. Daher nehme ich solche Spekulationen zur Kenntnis, aber mein Platz ist hier im Landkreis. Ich habe mich vor zwei Jahren entschieden, den Menschen meiner Heimat als Landrätin zu dienen, und nehme diese Verantwortung sehr ernst. Die Herausforderungen sind riesig – da braucht man neben der Liebe zur Heimat auch einen breiten Rücken, Kontinuität und Bodenständigkeit. Daher würde ich im Falle eines CDU-Wahlsieges lieber die guten Beziehungen zur neuen Regierung für unseren Landkreis nutzen.«
Ob es tatsächlich zu einem Regierungswechsel kommt – und welche Personalentscheidungen dann getroffen würden –, entscheiden letztlich die Wählerinnen und Wähler am kommenden Wochenende. Fest steht jedoch: Sollte die CDU die Regierung übernehmen, könnten auch Politiker/innen und Politiker aus der Region in Mainz eine größere Rolle spielen.
Auch dem Abgeordneten Benedikt Oster (SPD) werden gute Chancen zugerechnet. Oster ist seit vielen Jahren im Landtag und tief in seiner Partei vernetzt, gilt als fleißig und geschätzt. Sollte die SPD erneut einen Regierungsauftrag erhalten, könnte für den Binninger Abgeordneten ein Mandat als Staatssekretär »herausspringen«. Doch all das entscheiden Sie als Wählerinnen und Wähler.
Was unsere Leserinnen und Leser von der neuen Regierung erwarten, haben wir in einer großen Umfrage im Kreis Cochem-Zell gefragt. Das Ergebnis gibt es im Innenteil.